Franken

Neuer Stadtteil US-Kaserne wird zu "Bamberg-Ost"

Sondersitzung des Bamberger Stadtrats: Einziger Tagesordnungspunkt war die Frage, was aus den amerikanischen Liegenschaften nach dem Abzug der US-Truppen 2014 werden soll. Geplant ist ein Eigentümerwechsel.

Autor: Marion Krüger-Hundrup Stand: 22.02.2012

"Schubladenprojekte" wollte Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) den Stadträten in der öffentlichen Sitzung nicht präsentieren. Dafür nannte er strategische Ziele der Jahrhundertaufgabe, die amerikanischen Liegenschaften nach dem Abzug der US-Truppen bis zum 1.Oktober 2014 einer neuen Nutzung zuzuführen. Vorrang hat nach Starkes Worten die Gestaltung der Eigentumsübertragung von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben an die Stadt Bamberg. "Es muss das Ziel sein, die kompletten Flächen in das alleinige Eigentum der Stadt zu überführen", sagte Starke. Derzeit ist die Bundesanstalt Eigentümerin der durch das US-Militär genutzten Flächen.

Stichwort "Konversion"

Der Begriff der "Konversion" beschreibt in der Stadtplanung die Wiedereingliederung von Brachflächen in den Wirtschafts- und Naturkreislauf oder die Nutzungsänderung von Gebäuden.

"Von unten nach oben"

Wie die sogenannte Konversion konkret aussehen soll, muss laut Starke gemeinsam mit den Bürgern erarbeitet werden. Dabei hat das Stadtoberhaupt den Anspruch, eine Konversion von "unten nach oben" in Bamberg zu organisieren. Bürgerinformationen, Workshops, Anhörungen und Diskussionsrunden sollen fester Bestandteil des Verfahrens sein. Gleichwohl nehme die Stadt Bamberg ihre Rolle als Trägerin der kommunalen Planungshoheit in jedem Verfahrensstadium wahr, betonte Oberbürgermeister Starke. Dazu gehöre die Umsetzung städtebaulicher Entwicklungsmaßnahmen. Immerhin könne im Bamberger Osten ein völlig neuer Stadtteil entstehen.

"Unser Ziel ist es, die Flächen komplett zu bekommen."

Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD)

Ersatz für Arbeitsplätze

Starke kündigte Initiativen der Stadt an, um den von dem Truppenabzug betroffenen Zivilbeschäftigten dauerhafte Beschäftigungsmöglichkeiten in der Region zu sichern. Betroffen sind rund 350 Deutsche. Dazu soll ein "Runder Tisch" mit  Vertretern der Wirtschaft, Kammern, Gewerkschaften, Betriebsräte und der kommunalen Wirtschaftsförderung installiert werden.

"Klauen erlaubt"

Angesichts der anstehenden Aufgabe soll die Stadtverwaltung nach Starkes Worten strategisch und organisatorisch neu ausgerichtet werden. Es werde bereits geprüft, eine eigene Verwaltungseinheit zu diesem Thema zu bilden. Auch wolle sich die Kommune die Erfahrungen anderer Städte zu nutze machen. Einen Auftakt gab in der Stadtratssitzung der Würzburger Stadtbaurat Christian Baumgart. Er berichtete über die Konversion US-amerikanischer Liegenschaften seit 2007, "eine Aufgabe für mehrere Generationen", wie Baumgart sagte. Unter dem Motto "Klauen erlaubt" stellte er den Bambergern die Würzburger Errungenschaften vor.

Parteiübergreifender Konsens

Quer durch alle Fraktionen war die einhellige Meinung zu hören, dass für die Konversion ein parteiübergreifender Konsens nötig sei. Auch die Regierung von Oberfranken und die Bayerische Staatsregierung müssten ihren Part übernehmen.

Bis 2014 wird geräumt

Derzeit sind in Bamberg 3.200 US-Soldaten stationiert. Dazu kommen noch 4.800 Familienangehörige. Insgesamt umfasst der Standort 449 Hektar, die knapp ein Zehntel der gesamten Stadtfläche entsprechen. Eine vollständige Räumung und Übergabe des Standortes ist für den 30. September 2014 geplant

1 Kommentare

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miaundich, Freitag, 24.Februar, 06:59 Uhr

1. US Aabzug

1700 Euro für ein Penthouse kalt - ist das das (schon fast kriminelle) Ausmaß was die Ausnutzung der Wohnungsnot mittlerweile angenommen hat? Welche normale deutsche Durchschnittsfamilie soll sich das bitte leisten können? Auch mit den restlichen Mietpreisen sieht es im Raum Bamberg nicht viel anders aus. Selbst für Familien mit Kindern bleiben teilweise nur kleine Wohnungen. Was viele Deutschen nicht wissen ist das die Army bzw. der US Staat die Mieten für die Soldatenfamilien bezahlt. Je nach Rang bekommt man einen gewissen Betrag für Miet- und Nebenkosten gestellt. Das heißt wir müssen die Preise nicht von unserem normalen Lohn bezahlen, außer wir würden eine Immobilie anmieten welche über dem zur Verfügung gestellten Betrag ist. Es ist vor allem seit der Einführung des Euros total außer Kontrolle geraten. Was noch zu erwähnen wäre ist das die Immobilienindustrie teilweise auch gezielt an Soldaten vermietet hat weil man genau weiß: "die zahlen". Der Wohnungsmarkt ist so knapp das die Familie eines Soldaten erst dann nach Bamberg folgen kann wenn der Soldat eine Wohnung oder ein Haus gefunden hat. Was natürlich auch dazu führt das dieser auch weit mehr bezahlt als Ihm eigentlich zur Verfügung steht, nur um zu vermeiden das er noch mehr Zeit von seiner Familie getrennt sein muss als er ohnehin schon ist. Also auch hier eine totale Ausnutzung der Situation!
Ein anderer Punkt ist die Wohnungsknappheit für Studenten, die teilweise gezwungen sind in richtigen "Löchern" zu wohnen. Eine richtige Wohnung können sich meist nur die leisten bei denen "Mami und Papi" zahlungskräftig sind. Ich hoffe das die "Single-Soldier Barracks" für Studenten, Schüler und Auszubildende genutzt werden, - und das zu Preisen die diese sich auch leisten können!!!!!! Also auch hier hoffentlich ein Lichtblick!
Mein Fazit: GESCHIEHT EUCH (Immobilienmakler und gierigen Haus und Wohnungsbesitzern) RECHT!!! Es ist Zeit das der Mietwucher Ende nimmt.