Theatermacher Werner Hoffmann vor seinem 150. Stück
Der 86-jährige Theatermann Werner Hoffmann aus Roth ist Einzelkämpfer und Selfmademan. Im Ruhestand hatte Hofmann damit begonnen, Theaterstücke zu inszenieren. Der 86-Jährige bringt nun seine 150. Produktion auf die Bühne.
Der 86-Jährige ist nicht nur Textschreiber, sondern auch Regisseur und Theaterdirektor in einer Person. Die Stücke sind eine Mischung aus Oper, Operette und Schauspiel. Hoffmann hat ein neues Genre entwickelt, das "Opernschauspiel". Sechs bis acht Produktionen schafft er jedes Jahr. Die meisten Stücke kommen dabei nur einmal zur Aufführung. Anders wäre das nämlich zu teuer, sagt Hoffmann, denn wenn die Produktion ein Minus macht, muss Hoffmann das aus eigener Tasche zahlen. Hoffmann ist Intendant, aber ein Intendant ohne eigenes Haus. Dass das Engagement an seinen Kräften zehrt, räumt er ein: "Ich sage ehrlich vor jeder Vorstellung: Ich mach's nicht mehr, ich hau's hin, das ist viel zu viel!"
Schwerpunkt Menschenrechte
Fast alle von Hoffmanns selbstgeschriebenen Produktionen handeln von Folter, Tod, Vertreibung, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus und anderen Verletzungen der Menschenrechte. Werner Hoffmann will seinen Zuschauern etwas Wichtiges mitgeben: "Mein Anliegen entspringt daher: 1993 habe ich mit einem Programm die "Straße der Menschenrechte" eingeweiht und da bin ich zu der Meinung gekommen, ich müsste da was tun, ich müsste mit meinem Theater zum Thema Menschenrechte Signale setzen."
Theatermacher setzt auf Prominenz
Für seine anspruchsvollen Produktionen holt Hoffmann immer wieder bekannte Künstler wie etwa Iris Berben oder Wolfgang Häntsch nach Nürnberg. Der Theatermacher legt Wert auf große Namen; sie füllen die Säle. In Sachen Vermarktung kennt er sich aus. Bis zu seiner Rente hatte Hoffmann in Hannover als Marketingleiter gearbeitet. Der zeitliche Rahmen bei den Proben und Aufführungen ist eng bemessen und da kommt es auf exaktes Timing an. "Ich werde von den Schauspielern gejagt. "Die Schauspieler, Sänger und Musiker, die ich da hab', sagen zu mir: "Ich hab' da und da Zeit und dann hab' ich keine Zeit, denn ich bin fest am Staatstheater engagiert." Den Schauspielern bleiben zur Vorbereitung meist nur vier bis fünf Proben. Beim aktuellen Stück ist es zum Beispiel so, dass Schauspieler und Musiker erst bei der Generalprobe aufeinandertreffen.
Am Sonntag (05.02.12) feiert Hoffmanns 150. Stück in der Meistersingerhalle Premiere. Im Jubiläumsstück "Tränen des Tyrannen" geht es um einen Diktator, der vom eigenen Volk zu Fall gebracht wird. Wolfgang Häntsch spielt hierin die Hauptrolle.

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