Franken

Jüngster Bürgermeister Stefan Rottmann seit 100 Tagen im Amt

Überraschend und mit hauchdünnem Vorsprung wurde Stefan Rottmann (SPD) in Schonungen im Landkreis Schweinfurt zum jüngsten hauptamtlichen Bürgermeister Deutschlands gewählt. Wie sieht seine Bilanz nach 100 Tagen aus?

Stand: 08.08.2012
Stefan Rottmann, Bürgermeister von Schonungen | Bild: picture-alliance/dpa

Enger ist ein Wahlausgang kaum vorstellbar. Gerade einmal drei Stimmen trennten Stefan Rottmann von seinem Konkurrenten von der CSU. Mit 25 Jahren wurde er im März in Schonungen zu Deutschlands jüngstem Gemeindeoberhaupt gewählt. Seit Mai sitzt er im Rathaus von Schonungen mit seinen 8.000 Einwohnern in neun Ortsteilen.

Einiges umgesetzt

Stefan Rottmann bei seiner Wahl im März 2012 in Schonungen

Rottmann zieht eine positive Bilanz seiner 100-tägigen Amtszeit. Zwar lerne er täglich neu dazu, er habe aber nach eigener Aussage schon einiges umgesetzt. Alle Baugebiete seien erfasst worden, eine Immobilie und eine Vermietungsbörse habe er einrichten lassen, einen neuen Kämmerer eingestellt und das Standesamt neu organisiert. Als Bankkaufmann betreute er zuletzt rund 300 Kunden und war einfacher Mitarbeiter. Jetzt ist er Chef einer Verwaltung mit rund 50 Mitarbeitern. Das heißt, dass er nun auch Personal führen muss. Bislang sei das aber kein Problem, sagt er.

Niederlagen wurmen

Im Gemeinderat muss sich der SPD-Bürgermeister seine Mehrheiten suchen. Die Mehrheit im Schonunger Gemeinderat hat nämlich die CSU. Und so musste er auch schon Niederlagen einstecken. Stefan Rottmann wollte einen fachlich kompetenten Gemeinderat als Energiebeauftragten durchsetzen. Die CSU wollte lieber einen Fachmann von außen. "Natürlich wurmt das", bekennt der Jung-Bürgermeister, "das steht außer Frage".

Bewährungsprobe: Altlastensanierung

Seinen Amtsvorgänger musste er noch nicht anrufen und um Rat fragen, erklärt er. Und wenn es um die Sanierung von Bayerns größter Altlast im Ort geht, dann wird Stefan Rottmann kräftig gefordert werden, sagen seine Gemeinderatskollegen von CSU und SPD. Parteiübergreifend überwiegt jedenfalls das Lob über die bisherige Arbeit des neuen Gemeindeoberhauptes.

Spendabler Bürgermeister

Genauso sehen es die Schonunger Bürger. Sie sind mit ihrem jüngsten Bürgermeister Deutschlands zufrieden: "Ich find' den nett und sympathisch und aufgeschlossen. Er hat gute Ideen. Von daher denke ich, dass er ein wenig Bewegung reinbringt", meint eine Bürgerin und ein junger Mann freut sich: "Der ist gut. Der gibt Bier aus auf einer Feier".

Torten schlagen an

Sein regelmäßiges Langstreckenlauftraining hat er in den ersten hundert Tagen als Bürgermeister schleifen lassen - und prompt zwei Kilo zugenommen. Die Torten, die er bei Geburtstagsbesuchen in der Gemeinde probieren muss, bleiben anscheinend nicht ohne Wirkung.


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