Franken

Versuchter Totschlag Täter und Opfer sitzen in Haft

Das Landgericht Coburg hat einen 32-Jährigen wegen versuchtem Totschlag und gefährlicher Körperverletzung zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Sein Opfer, der eigene Vater, sitzt wegen Falschaussagen in Untersuchungshaft.

Stand: 10.02.2012
Der Angeklagte mit seinem Anwalt im Gerichtssaal in Coburg | Bild: BR-Studio Franken/Franz Engeser

Der 32-Jährige hatte seinen eigenen Vater bei einem Streit mit einem Messer schwer verletzt. Da sowohl der 80-jährige Großvater des Täters als auch das Opfer, sein 62-jähriger Vater vor Gericht falsche Aussagen machten, um den 32-Jährigen zu entlasten, wurden beide bereits am Donnerstag (09.02.12) vorläufig festgenommen. Während der 80-Jährige den Gerichtssaal am Freitag (10.02.12) wieder als freier Mann verlassen konnte, sitzt das 62-jährige Opfer der Messerattacke laut Auskunft des leitenden Coburger Oberstaatsanwalts Anton Lohneis nun bis auf weiteres wegen Falschaussage in Untersuchungshaft.

Streit eskalierte

Im Juni vergangenen Jahres war das Opfer in Pressig im Landkreis Kronach bei seiner Ex-Frau und dem Sohn zu Besuch. Nach einem Gaststättenbesuch kam es in der Wohnung der Frau zu einem Streit zwischen Vater und Sohn, der immer weiter eskalierte. Im Verlauf der Auseinandersetzung stach der 32-Jährige mit einem 20 Zentimeter langen Messer auf den älteren Mann ein.

Staatsanwaltschaft: Betrunken, aber schuldfähig

Trotz einer etwa fünf Zentimeter tiefen Wunde im Halsbereich und mehreren weiteren Schnittverletzungen gelang es dem Opfer, seine geschiedene Ehefrau zu wecken, die einen Notarzt verständigte. Der Mann musste im Krankenhaus operiert werden. Der Angeklagte war zum Tatzeitpunkt zwar stark alkoholisiert, seine Schuldfähigkeit war dadurch aber nicht beeinträchtigt, so die Staatsanwaltschaft.