Polizei zieht Bilanz Durchwachsenes Fastnachts-Fazit
Die Polizei hat Faschings-Bilanz gezogen: Die Nürnberger Polizei meldete weniger Alkohol-Zwischenfälle, in Ober- und Unterfranken gab es deutlich mehr Probleme. Der Promille-Negativrekord liegt heuer wohl bei knapp 4,9 Promille Atemalkohol.
Insgesamt zog die Nürnberger Polizei eine positive Bilanz der Faschingszeit. Die verstärkten Alkohol- und Drogenkontrollen zeigten demnach anscheinend Wirkung: Die Statistik verzeichnet einen Rückgang entsprechender Vorfälle. Seit Jahresanfang gingen der Nürnberger Polizei 218 Autofahrer ins Netz, die unter Drogen- oder Alkoholeinfluss standen. Im Vorjahr waren es noch 330 gewesen.
450 Notrufe
Die Kollegen in Oberfranken ertappten dagegen deutlich mehr betrunkene Autofahrer als im Vorjahr. Insgesamt wurden zwischen dem "unsinnigen Donnerstag" und Aschermittwoch 44 Autofahrer wegen Trunkenheitsfahrten angezeigt, vergangenes Jahr waren es 28. Wie die Polizei mitteilt, sind während der Faschingswoche täglich rund 450 Notrufe bei der Einsatzzentrale in Bayreuth eingegangen, die meisten davon allerdings im Rahmen des alltäglichen Einsatzgeschehens. Daneben musste die Polizei mehrere völlig betrunkene Personen ins Krankenhaus bringen, 120 Streitigkeiten beenden, 62 Fälle von Ruhestörung beenden und 52 Körperverletzungsdelikte bearbeiten, heißt es in der Mitteilung weiter.
Führerscheine sofort entzogen
In Unterfranken mussten in der Zeit vom 10. Februar bis Aschermittwoch 32 Fahrer ihren Führerschein an Ort und Stelle abgeben. Auch 22 Betrunkene Jugendliche wurden in Gewahrsam genommen. Ein 16-Jähriger schaute dermaßen tief ins Glas, dass er mit knapp 2,5 Promille auf einem Faschingszug unterwegs war.
Am Bahnsteig uriniert
Den inoffiziellen traurigen Promille-Rekord hält in diesem Jahr wohl ein 47-Jähriger, der Polizeibeamten am Aschermittwoch am Nürnberger Hauptbahnhof aufgefallen war. Als er am Bahnsteig urinierte, nahmen sie den sturzbetrunkenen Mann zur Ausnüchterung in Gewahrsam. Eine Atemalkoholmessung ergab einen Wert von 4,89 Promille. Normalerweise gelten schon 3,5 Promille als lebensgefährlich. Ab etwa 4,0 Promille gehen Mediziner von einer tödlichen Dosis aus. Mit Fasching soll der Mann laut Polizei aber nichts am Hut gehabt haben. Er habe einfach einen "über den Durst getrunken".

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