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Ortstermin in Georgensgmünd "Reichsbürger" muss laut Gericht Blaulicht gesehen haben

Im sogenannten Reichsbürger-Prozess hat sich das Gericht ein Bild vom Tatort in Georgensgmünd gemacht. Dabei ging es um die Lichtsituation zum Tatzeitpunkt. Die Eindrücke vor Ort sprechen offenbar eindeutig gegen den Angeklagten.

Stand: 11.10.2017

Im Rahmen des Ortstermins in Georgensgmünd wurde der Polizeieinsatz von SEK-Beamten nachgestellt, bei dem der angeklagte sogenannte Reichsbürger einen Polizisten tödlich verletzt haben soll. Im Anschluss hat das Gericht mitgeteilt, wie die Wohnung und die nachgestellten Szenen wahrgenommen wurden. Demnach sei das Blaulicht des Polizeifahrzeugs vor dem Haus sichtbar gewesen. Zumindest vage habe man immer das Blaulicht im Schlafzimmer und dem Flur des Angeklagten gesehen.

Strenge Sicherheitsvorkehrungen

Bei dem Ortstermin ging es dem Gericht um die Lichtverhältnisse in der Wohnung und am späteren Tatort. Ziel war es, so Gerichtssprecher Friedrich Weitner, nachzuvollziehen, was genau der Angeklagte tatsächlich gesehen haben kann. Der Termin hatte deshalb schon um 5.30 Uhr begonnen.

"Die Kammer möchte sich ein möglich realistisches Bild machen und deshalb sind die Lichtverhältnisse so, wie sie damals gewesen sein sollen."

Gerichtssprecher Friedrich Weitner

Der Ortstermin wird von einem Großaufgebot an Polizisten abgeschirmt.

Bei dem Ortstermin herrschten strenge Sicherheitsvorkehrungen. Nur das Gericht und die Verfahrensbeteiligten durften das Haus betreten. Eine Vielzahl zusätzlicher Polizeibeamte sicherten das Gelände ab. Neben dem Gericht und am Tattag eingesetzten SEK-Beamten war auch der Angeklagte Wolfgang P. in Georgensgmünd anwesend.

Urteil noch diesen Monat

Der heute 50-Jährige sogenannte Reichsbürger gibt an, dass er damals von Einbrechern ausgegangen war und deswegen geschossen habe. Durch die Schüsse wurde ein SEK-Beamter verletzt und starb später im Krankenhaus. Der Mann hatte keine Überlebenschance, sagte ein Gutachter heute aus. Der Schuss hatte unter anderem die Lunge des Polizisten verletzt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Mord vor. Ein Urteil soll noch im Oktober gesprochen werden.


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