Franken - Kultur


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radioMitschnitt Highlights vom Bardentreffen 2017 Teil II

In der zweiten Folge unseres Rückblicks auf das 42. Nürnberger Bardentreffen präsentieren wir Ausschnitte aus Konzerten und Interviews. Unter dem Motto "Gegenwind" war heuer Blasmusik aus aller Welt Kern des Programms.

Stand: 31.07.2017

Bands auf dem Nürnberger Bardentreffen 2017: Baba Zula | Bild: Ekin Oezbicer

"Gegenwind – Blasinstrumente im Global Pop", so lautete das Motto des Bardentreffens 2017. Nicht alle Acts ließen sich diesem Schwerpunkt zuordnen, aber zumindest für Gegenwind steht die aus Istanbul stammende Band Baba Zula. Die Musik aus modernem Orient-Dub, Folk, Schamanenanklängen und Psychedelic-Rock entströmt einem ungewöhnlichen Instrumentarium und hat die Hauptspielstätte am Nürnberger Hauptmarkt gerockt.

Dass das jüngste Album des Senegalesen Meta Dia in den Real World Studios von Peter Gabriel in England aufgenommen wurde, spricht für die Qualität des "Reggaes der Zukunft", den Meta and the Cornerstones auf die Bühne bringen. Der begnadete Musiker mit der Charakterstimme mischt Elemente von Bossa Nova, klassischem Jazz, Flamenco, Rock, afrikanischen Rhythmen und Roots-Reggae.

Und dass die französische Formation Electro Deluxe als "Wirbelwind aus Funkreich" angekündigt wurde, ist kein Druckfehler, sondern eine treffsichere Einordnung des vollenergetischen Stils zwischen Funk und Soul, mit dem die sechs gefragten Musiker die Kritiker zum Schwärmen bringen. Die Franzosen arbeiten mit Saxofon, Trompete, Posaune, Bass, Piano und Schlagzeug. Das ist nicht nur erdig, sondern auch dem Festival-Motto "Gegenwind" zuzuordnen.

Eine eher seltene Facette des Bardentreffens vertrat der Ansbacher Heiner Bomhard mit seinem Musikkabarett, das sich auf der Suche nach Wahrheit Größen wie Kurt Tucholsky und Georg Kreisler annähert und dabei aktuelle Themen zu "Trump-Holz" macht.

Mit Tuuletar konnten die Bardentreffen-Verantwortlichen ein exzellentes Vokalquartett aus Finnland verpflichten. Markenzeichen der Windgöttinnen (die Übersetzung ihres Bandnamens) ist nicht nur die Stimmgewalt, sondern auch das coole Beat-Programming, das zur Performance dieses sogenannten Vocal-Folk-Hop gehören.

Mit der Band Flook kommen virtuose Flötentöne ins Spiel. Zwei BBC-Folk-Preise hat das Quartett aus Irland und England bisher eingeheimst. Nach einer längeren Pause sind die vier nun wieder auf Tour und machen beim Bardentreffen Station.

Moderation: Roland Kunz


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