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Es ist wieder Kirschenzeit

Rezepte, Tipps, Infos Es ist wieder Kirschenzeit

Stand: 26.06.2012
Kirschen | Bild: colourbox.com

Am besten schmecken sie frisch gepflückt, im Kirschtörtchen oder klassisch im gedeckten Kirschkuchen - jetzt ist wieder Kirschenzeit. Doch wie gesund sind sie, wann ist tatsächlich der richtige Zeitpunkt zum Pflücken und was Sie aus den Kirschen außer Kuchen noch zaubern können. Hier haben wir Ihnen einige Tipps zusammengestellt.

Der richtige Zeitpunkt zum Pflücken

Ob gelb, hellrot, dunkelrot oder beinahe schwarz: Mit der Farbe hat die Reife nichts zu tun - allein auf den Geschmack kommt es an. Denn an ihm erkennt man am besten, wann Kirschen pflückreif sind. Dann muss es schnell gehen. Der richtige Pflückzeitpunkt ist extrem wichtig, denn Kirschen reifen nicht nach und sind leicht verderblich. Sobald sie braun und weich werden oder aufgeplatzt sind, kann man sie nicht mehr verwerten und kann sie den Vögeln überlassen. Auch zur Saftgewinnung und Vermostung sollte man nur gute, reife Kirschen verwenden, keine überreifen Restbestände. Nach der Ernte müssen Kirschen unbedingt schnell verarbeitet werden. Überschüssige Mengen kann man maximal zwei Tage im Kühlschrank aufbewahren.

Kirschsorten in der Übersicht:

Süßkirschen I

Sorten in Auswahl:

  • 'Burlat': Frühsorte (kein Madenbefall); relativ starkwüchsig; Reifezeit: 2.- 3. Kirschwoche
  • 'Sunburst': selbstfruchtend, hoher Ertrag, großfruchtig, aber auch platzanfällig; sparriger Wuchs, Formierung notwendig ; Reifezeit: 5. Kirschwoche
  • 'Sylvia': großfruchtig, knackig, relativ platzfest; sparriger Wuchs, Formierung notwendig; Reifezeit: 5. bis 6. Kirschwoche

Süßkirschen II

weitere Sorten:

  • 'Kordia': relativ platzfest, gute Qualität; jedoch frostempfindlich; Reifezeit: 6. Kirschwoche
  • 'Regina': Spätsorte, hoher Ertrag, gute Qualität, platzfest; gute Verzweigung / schöner Wuchs; Reifezeit: 7. Kirschwoche
  • Weitere (madenfreie) Frühsorten: 'Johanna', 'Merchant', 'Celeste' (selbstfruchtbar)
  • Weitere selbstfruchtbare Sorten: 'Lapins', 'Sweetheart'

Sauerkirschen

Sorten in Auswahl:

  • 'Karneol': süßsauer; großfruchtig, aber schwacher Ertrag; Reifezeit: 6. Kirschwoche
  • 'Morina': sehr robust, kaum verkahlend; Reifezeit: 6. bis 7. Kirschwoche
  • 'Safir': ; reift vor der Schattenmorelle, guter Ertrag; leichter, aber tolerierbarer Moniliabefall; Reifezeit: 6. bis 7. Kirschwoche

Stichwort 'Kirschwoche'

Wann die Kirschen reif sind, hängt maßgeblich von Standort und Witterung ab. Die frühesten Sorten reifen ca. Ende Mai / Anfang Juni. Diesen Zeitpunkt, der jährlich variiert, bezeichnet man auch als "erste Kirschwoche". Darauf beziehen sich die weiteren Kirschwochen.

Link-Tipps

Die gängigsten Kirschen-Vorurteile:

Vorurteil 1:

"Wer Kirschen isst, sollte kein Wasser dazu trinken, sonst bekommt er Bauchweh."

Irrtum: Falls jemand Bauchweh vom Kirschgenuss bekommt, liegt das nur an der Menge der verzehrten Kirschen.

Vorurteil 2:

"Kirschkerne auf keinen Fall verschlucken! Sie können sich in einer Ausbuchtung des Darms festsetzen."

Irrtum: Kirschkerne werden ganz einfach wieder ausgeschieden.

Vorurteil 3:

"Kirschkerne nicht zerbeißen! Denn Kirschkerne enthalten Blausäure, es besteht Vergiftungsgefahr!"

Irrtum: Ein Kirschkern enthält so wenig Blausäure, dass es keinen Einfluss auf den Organismus des Menschen hat. Man kann sich höchstens die Zähne daran ausbeißen.

Gesund, aber kein Allheilmittel

Genauso wenig, wie die Farbe etwas über die Reife der Kirschen aussagt, hat sie auch Bedeutung für den Gesundheitswert der Kirschen. Dunkle Sorten sind nicht gesünder als andere, aber sie liegen im Trend.

"Kirschen sind lecker und gesund, liefern uns jede Menge Nährstoffe und Vitamine, zum Beispiel die B-Vitamine. Sie haben sogar sehr viel Folsäure, Niacin, Vitamin C. Sie haben viele Mineralstoffe, Magnesium, Kalium, Eisen, alles was sie so brauchen, und sie liefern eine ganze Reihe sekundäre Pflanzenstoffe, die dafür sorgen, dass unsere Immunabwehr gestärkt wird."

Ernährungswissenschaftlerin Brigitte Neumann