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Karfreitagsprozession Der Leidensweg Christi in Lohr am Main

Auch an diesem Karfreitag werden wieder tausende Gläubige zur traditionellen Prozession nach Lohr kommen. Laut Polizei säumten im vergangenem Jahr allerdings nur 7.000 Zuschauer die Wegstrecke. Sonst kamen bis zu 10.000 Gläubige.

Stand: 19.03.2015

Am Wetter kann das geringere Interesse 2014 zumindest nicht gelegen haben. Die Karfreitagsprozession in Lohr am Main ist einzigartig: Sämtliche 13 Stationen des Kreuzweges Jesu werden dabei in Bildnissen dargestellt. Seit über 350 Jahren pflegt man in Lohr am Main die Tradition der Karfreitagsprozession. 13 verschiedene Bilder und Statuen werden dabei durch die Straßen der Altstadt getragen - sie stellen die Stationen des Kreuzweges Jesu dar. Die Prozession in Lohr gilt als die letzte vollständig erhaltene Figural-Prozession in Deutschland.

Tradition trotzt Verbot

Im 17. und 18. Jahrhundert war es noch vielerorts üblich, das Heilsgeschehen vom Sündenfall bis zur Auferstehung bei einer Prozession bildlich darzustellen. Ende des 18. Jahrhunderts wurden die barocken Bilderprozessionen jedoch verboten. Die Lohrer hielten trotzdem an ihrer Tradition fest. Heute hält nicht die Kirche, sondern die Bürgerschaft die Karfreitagsprozession ab.

Handwerker tragen Bildnisse

Die Handwerksinnungen sind jeweils für eine Station zuständig. So tragen zum Beispiel die Schuhmacher die Figur der Geißelung, die Wagner- und Schlosserinnung die Gefangennahme Jesu und die Metzger das Bild "Ecce Homo". Alle Figuren werden von den Männern der Handwerksfamilien getragen - mit einer Ausnahme: Die Pieta, die trauernde Muttergottes mit dem toten Jesus, übernehmen die Frauen.

Zeit zur inneren Einkehr

Die Karfreitagsprozession in Lohr wurde vermutlich von Kapuzinern oder Jesuiten zur Zeit der Gegenreformation eingeführt und 1658 erstmals urkundlich erwähnt. Die Lohrer sehen sie heute nicht als Volksaufzug, sondern wollen damit einen religiösen Brauch pflegen. Meist zieht der Prozessionszug schweigend durch die Straßen, ohne vernehmbare Gebete oder Gesänge - nur Paukenschläge und Trauerchoräle sind zu hören.


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Kommentare

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Deinlein Christine, Freitag, 29.März, 10:23 Uhr

1.

Diese Prozession finde ich sehr beeindruckend und möchte sie einmal sehen, falls mein Mann sich mal Zeit nimmt.

  • Antwort von heidi, Sonntag, 29.März, 12:00 Uhr

    Am Karfreitag hat man doch Zeit..........auch ein fleißiger Mann sollte seiner Frau diesen Wunsch erfüllen.
    Frohe Ostern