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Erlanger Bergkirchweih Thema
Stand: 17.05.2013

Der "Berch" ruft!

Vier Schläge brauchte Erlangens Oberbürgermeister Siegfried Balleis (CSU) am Donnerstag (16.05.13), um die 258. Erlanger Bergkirchweih zu eröffnen. Traditionell wird der Fassbieranstich am Donnerstag vor Pfingsten um 17.00 Uhr durchgeführt. Erst zur Tradition werden soll das Böllerschießen, das heuer zum ersten Mal den Anstich begleitete. Zwölf Tage lang wird dann am Berg wieder gefeiert, gegessen und getrunken. 16 Wirte schenken auf den Kellern und in zwei großen Zelten ihr Bier aus. Die Maß kostet dieses Jahr acht Euro.

Leitsystem für Besucher

Für das neue Sicherheitskonzept hat die Stadt Erlangen eigens eine Analyse der Besucherströme zur Bergkirchweih in Auftrag gegeben. Als Ergebnis soll es ein Besucherleitsystem geben, das die Menschenströme vom und zum Berg besser verteilt. Zudem wird ein weiterer großer Fluchtweg am Birkners-Keller eingerichtet. Das neue Konzept soll dem besonderen Charme und der traditionellen Atmosphäre der Bergkirchweih keinen Abbruch tun. Allerdings müsste für die Besucher eine möglichst hohe Sicherheit gewährleistet sein, so der Erlanger Stadtrat Konrad Beugel.

Mit der App auf den Berg

Die BergApp 2013.

Die BergApp soll den Gästen zusätzlichen Service bieten. Sie stellt die Keller in Erlangen vor, zeigt das Musikprogramm, einen Lageplan sowie die Anfahrt zum Berg. Zudem zählt in Tagen, Stunden und Minuten den Countdown bis zur nächsten Bergkirchweih. Für Nachtschwärmer gibt es die Rubrik "After-Berg". Der Smartphone-Nutzer kann sich dort zeigen lassen, wo nach der Sperrstunde weitergefeiert wird.

Volksfest unter Bäumen

Rund 90 Schausteller sind vor Ort und bieten Waren, Spiele und schwindelerregende Fahrgeschäfte an. Nicht fehlen darf auch dieses Jahr das weithin sichtbare Riesenrad, das sich über die Baumkronen erhebt und einen Überblick über das Bergkirchweihgelände und die Hugenottenstadt bietet. Die Bergkirchweih endet am 27. Mai. Zu den Klägen des Klassikers "Lilli Marleen" um 23.00 Uhr wird das letzte Fass Bier "beerdigt".

Anekdoten rund um den "Berch"

Steinkrug

Steinkrug | Bild: BR-Studio Franken

Kampf den Plastikbierkrügen
Berg-Geschichte schrieben Plastikbierkrüge in den 70er-Jahren: Nachdem die Wirte einen übermäßigen "Krugverlust" durch Souvenierjäger hinnehmen mussten, entschlossen sie sich, das Bier in Plastikkrügen auszuschenken. Doch damit war schnell wieder Schluss: Junge Bergfreunde warfen die Krüge auf einen Haufen und setzten den Plastikberg in Brand. Die Tradition in Stein siegte über den Plastikwahn.

Wurst-Leasing

Nürnberger Bratwurst | Bild: BR-Studio Franken

Die Kreuzerbratwurst
Einer Studentenlegende zufolge soll es in den vergangenen Jahrhunderten den Brauch der "Kreuzerbratwurst" gegeben haben. Arme Leute, die kein Geld für eine eigene Bratwurst hatten, konnten sich eine Wurst für einen Kreuzer quasi "leasen", um sie sich ein bis zwei Mal durch den Mund zu ziehen - wegen des "Geschmackserlebnisses". Fragt sich nur, wer so eine "vorbehandelte" Wurst dann noch essen wollte ...

Prügeleien

Blutige Schlägereien
Die Anfangsjahre des Bergfestes waren geprägt durch soziale Auseinandersetzungen zwischen Studenten und Handwerksburschen. Die Studenten waren immer etwas privilegierter und hatten mehr Rechte. Den Handwerkern passte das nicht und sie wollten es den Studenten gleichtun. Da gab's zum Teil blutige Kämpfe, in einer Quelle ist sogar von Toten die Rede.

"Niedrigstehende Musik"

Mann bläst Trompete | Bild: BR-Studio Franken

Musikbelästigung anno 1900
Professoren, die Ende des 19. Jahrhunderts gerne und nobel am Berg wohnten, beschwerten sich bei der Stadt "ob der niedrigstehenden Musik". Der Senat leitete die Klagen an den Stadtmagister weiter. Dieser reagierte relativ gelassen und entgegnete: Ihm sei da noch nichts zu Ohren gekommen. Diejenigen Herren, die sich da beschwert hätten, möchten sich doch an ihn wenden. Gespielt wird noch heute ...

Versoffene Studis

Bergkirchweih historisch | Bild: BR-Studio Franken

Trinkfeste Erlanger
Noch vor Gründung der Bergkirchweih fand am "dritten Pfingstfeiertag", am Dienstag nach Pfingsten, ein Schützenfest mit dem sogenannten Vögeleszug zum Burgberg statt. Bei dieser Gelegenheit waren die Felsenkeller offen, vor denen schon damals das Bier ausgeschenkt wurde. Eine Quelle besagt, dass in Deutschland nirgendwo von den Studenten mehr Bier getrunken worden sei als in Erlangen.

Stichwort: Erlanger Bergkirchweih

Die Erlanger Bergkirchweih geht auf einen Beschluss des Stadtrats am 21. April 1755 zurück. Die Stadträte entschieden damals die Verlegung des Pfingstmarktes von der Erlanger Altstadt zum Burgberg. Der Beschluss wurde zur Geburtsstunde der Erlanger Bergkirchweih, die nunmehr seit fast 260 Jahren immer um Pfingsten und zwölf Tage lang auf dem Burgberg gefeiert wird. Damit ist die Erlanger Kerwa nicht nur 55 Jahre älter als das Münchner Oktoberfest, sondern eigenen Angaben zufolge eines der ältesten Volksfeste der Welt.


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Bildergalerie

Bergkirchweih Erlangen 2012 | Bild: News5 zur Bildergalerie Erlanger Bergkirchweih Der Berg ruft wieder

Erlangen im Ausnahmezustand: Frankens größtes Bierfest, die Bergkirchweih, hat begonnen. Über eine Million Besucher werden erwartet. Zwölf Tage lang werden sie am Berg wieder feiern, essen und trinken. [mehr]