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Tradition Der Bamberger Krippenweg

Wer den Bamberger Krippenweg in Angriff nehmen will, muss gut zu Fuß sein. Die Tour durch das "Fränkische Rom" lässt keinen der sieben Hügel aus. 41 Stationen mit etwa 400 Krippen führen den Besucher in Bamberger Kirchen, Museen und an Plätze der Altstadt.

Stand: 01.12.2011
Krippen in der Maternkapelle | Bild: BR-Studio Franken/Marion Krüger-Hundrup

Große und kleine, historische und moderne, fränkische oder aus aller Welt: Die Krippen in der "Krippenstadt Bamberg" lassen keine Wünsche offen. Wie kaum an einem anderen Ort wird die über 400 Jahre alte Tradition des Krippenaufstellens im Weltkulturerbe Bamberg gepflegt.

Keine Massenware

Ausstellung in der Maternkapelle

Vor allem der Verein der Bamberger Krippenfreunde sorgt jedes Jahr mit seiner Weihnachtsausstellung in der Maternkapelle für neue Augenweiden. "Ein Sohn ist uns geschenkt" lautet die Botschaft 2011 der 40 Krippen, die in der Maternkapelle ausgestellt werden. "Viele Krippen wurden noch nie gezeigt, sie sind extra für die Ausstellung gebaut worden", sagt Vereinsvorsitzender Marcus Geßner. Er ist besonders stolz darauf, dass "keine Massenware" gezeigt wird, sondern handgeschnitzte Figuren im fränkischen, alpenländischen oder orientalischen Ambiente. Auch Kreationen aus Ton und Papier sind zu sehen, allesamt handwerklich und künstlerisch gut gestaltete Werke.

Christkind ist schon da

Peruanische Krippe

Ein Höhepunkt auf dem Krippenweg bietet das Diözesanmuseum mit einer Vielzahl von sogenannten Fatschen- und Christkindern aus drei Jahrhunderten. Sie geben einen Einblick in die Frömmigkeitsgeschichte dieser Zeit. Auch die zahlreichen Krippen aus mehreren Jahrhunderten und aus vielen Ländern der Erde sollen zeigen, "dass die Frohe Botschaft von der Geburt Christi die ganze Welt umspannt", erklärt Museumsmitarbeiter Walter Milutzki. Er hat diese Krippenausstellung organisiert. Dabei kommt es ihm darauf an, nicht nur "das niedliche Jesuskind" zu zeigen, sondern deutlich zu machen, "dass Krippe und Kreuz zusammen gehören". Wer zur Krippe gehe, "muss sich auch unter das Kreuz stellen".

Böhmische Krippenberge

Typischer Krippenberg aus Böhmen

Im benachbarten Historischen Museum am Domplatz sind erstmals böhmische Krippenberge zu sehen. Im historischen Pferdestall der Alten Hofhaltung locken auch die für Böhmen typischen Krippenkästen, die einst bei Prozessionen zu kirchlichen Festtagen mitgeführt wurden.

Stationen in der ganzen Stadt

Maternkapelle

Die meisten Krippenstationen drängen sich in der Bamberger Altstadt. Doch auch im weiteren Stadtgebiet haben Kirchen ihre Pforten für Krippenbesucher geöffnet. Etliche Pretiosen können bestaunt werden, etwa die ehemals sehr bekannte Krippe in der Klosterkirche Heilig Grab, für die eine neue Kulisse erstellt wurde. Oder die detailreich eingerichtete Krippe in der St. Heinrichs—Kirche mit aus einem Felsen fließendem Wasser. Oder die Guckkastenkrippe im linken Turm der St. Gangolfs-Kirche mit Gliederfiguren aus dem 18. bis 20. Jahrhundert.

Allen Krippen auf dem Bamberger Weg ist gemeinsam, dass sich ihr Personalbestand im Laufe der Weihnachtszeit erweitert: Am 6. Januar gesellen sich die Heiligen Drei Könige dazu. Etliche Krippenfiguren erweitern etwas später das Spektrum, wenn die "Hochzeit zu Kana" gefeiert wird.