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Prozess gegen "Reichsbürger" Angeklagter hat wohl mit Polizeieinsatz gerechnet

Der Angeklagte im sogenannten Reichbürger-Prozess ist von einer Zeugin dahingehend belastet worden, dass er mit einem Polizeieinsatz gegen ihn gerechnet haben muss. Außerdem wurde bekannt, dass sich der Prozess in die Länge zieht.

Stand: 12.10.2017

Wolfgang P., der der «Reichsbürger»-Bewegung angehört, trifft am 29.08.2017 zu Prozessbeginn am Landgericht Nürnberg-Fürth in Nürnberg (Bayern) ein. Der 49 Jahre alte Mann hat laut Anklage im Oktober 2016 bei einer Durchsuchung seines Wohnhauses im mittelfränkischen Georgensgmünd den Beamten eines Spezialeinsatzkommandos erschossen. Zwei weitere Polizisten wurden verletzt. | Bild: picture-alliance/dpa/Daniel Karmann

Im sogenannten Reichsbürger-Prozess haben vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth weitere Zeugen ausgesagt. Unter anderem war eine Hausbewohnerin des Angeklagten aus Georgensgmünd (Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen) geladen. Mit ihr habe sich Wolfgang P. auch darüber unterhalten, dass die Polizei kommen könnte, um seine Waffen sicherzustellen.

Abgestellte Straßenlaternen machten Reichsbürger misstrauisch

Demnach war der Angeklagte offenbar auch misstrauisch, als Tage vor der Tat die Straßenlaternen abgestellt wurden. "Die werden doch nicht einmarschieren hier", soll Wolfgang P. gesagt haben – das geht aus einem von der Polizei mitgeschnittenen Telefongespräch zwischen der Zeugin und einer Freundin nach der Tat hervor. Vor der Tat waren offenbar Beamte des Landratsamts vor Ort, um die Waffen mitzunehmen. Aus der Aussage der Zeugin geht hervor, dass der Angeklagte damit gerechnet haben muss, dass auch die Polizei bald vor der Tür stehen könnte.

Angeklagter sei liebenswürdig und friedlich gewesen

Eine weitere Zeugin – eine langjährige Freundin des Angeklagten – schilderte vor Gericht, dass sie Wolfgang P. als liebenswürdigen und friedlichen Menschen kennengelernt habe. Er selbst habe auch Kurse für Gewaltprävention gehalten.

Kontakt zu anderem Reichbürger

Im Rahmen der Verhandlung wurde darüber hinaus deutlich, dass der Angeklagte in Verbindung mit einem anderen Reichsbürger gestanden hatte. Gegen diesen läuft derzeit am Landgericht Halle ein Verfahren unter anderem wegen versuchten Mordes.

Darum geht es

Der 49 Jahre alte Mann soll laut Anklage im Oktober 2016 in seinem Haus im mittelfränkischen Georgensgmünd einen Beamten eines Spezialeinsatzkommandos erschossen haben. Zwei weitere Polizisten wurden verletzt. Wolfgang P. ist daher unter anderem wegen Mordes angeklagt. Das Gericht hat bekannt gegeben, dass frühestens am 23. Oktober ein Urteil gesprochen werden kann. Bisher war die Verhandlung nur bis zum 18. Oktober terminiert.


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