Zeitung der US-Armee Abzug aus Schweinfurt offenbar beschlossen
Der offiziellen US-Armee-Zeitung zufolge will das Pentagon den US-Standort Schweinfurt komplett aufgeben. In dem Bericht heißt es, Schweinfurt sei keine Dauereinrichtung. Ein Sprecher der US-Streitkräfte bestätigte das nicht.
Vom Abzug zweier sogenannter Schwerer Brigarden sind einem Zeitungsbericht zufolge die Standorte Grafenwöhr und Schweinfurt betroffen. Die 172. Infanterie-Brigade soll zurück in die Vereinigten Staaten verlegt werden, heißt es in dem US-amerikanischen Militärblatt "Stars and Stripes".
"Both Grafenwöhr and Baumholder are designated 'enduring' communities in Europe, although Schweinfurt is not."
US-amerikanische Militärzeitung 'Stars and Stripes'
Schweinfurt ist für die US-Armee demnach also keine dauerhafte Einheit in Europa. Der Sprecher der US-Streitkräfte in Europa, Bruce Anderson, sagte dagegen, es gebe noch keine Informationen über eine mögliche Schließung von Schweinfurt. Das könne nur der amerikanische Verteidigungsminister entscheiden und verkünden. Der Sprecher erklärte jedoch, dass Baumholder und Grafenwöhr als dauerhafte Standorte bestätigt seien. Für Schweinfurt gebe es diese Bestätigung noch nicht.
Rathauschefs werden am 2. Februar informiert
Bei einem Gespräch mit Verantwortlichen der US-Armee sollen die Oberbürgermeister von Ansbach, Bamberg und Schweinfurt am kommenden Donnerstag (02.02.12) offiziell informiert werden, inwieweit ihre Städte von möglichen Truppenabzügen betroffen sind. Das Gespräch soll ab 16.00 Uhr am US-Stützpunkt Ansbach-Katterbach stattfinden und wird nicht öffentlich sein. Das haben sowohl die Stadt Ansbach als auch der Schweinfurter Oberbürgermeister Sebastian Remelé dem Bayerischen Rundfunk bestätigt.
Treffen ohne Grafenwöhr
Remelé und seine Amtskollegen aus Ansbach und Bamberg werden auf den Oberkommandierenden der US-Streitkräfte in Europa treffen. Von General Mark Hertling erhoffen sich die Stadtoberhäupter detaillierte Informationen, wie es an den fränkischen Standorten der US-Armee weiter geht. Kenner der Thematik mutmaßen inzwischen, dass zu dem Treffen nur die Standorte eingeladen wurden, die geschlossen werden. Grafenwöhr steht nicht auf der Gästeliste.
Schweinfurter OB sieht positive Aspekte
"Wir wären über eine Flächenausdehnung nicht undankbar", sagte Remelé kürzlich auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks. Abgesehen von zwei Baugebieten habe Schweinfurt kaum noch Potenzial, um sich räumlich auszudehnen. "Einzelne Kasernenbereiche könnten sicherlich auch für Gewerbeansiedlungen genutzt werden", so Remelé weiter. Weniger gelassen sehen einen möglichen Truppenabzug die deutschen Zivilangestellten, die bei den US-Streitkräften in Schweinfurt beschäftigt sind. Die rund 520 Frauen und Männer machen sich Sorgen um ihre Arbeitsplätze. Bis zu 5.000 US-Soldaten sind derzeit in Schweinfurt stationiert. Hinzu kommt etwa dieselbe Anzahl an Familienangehörigen.
Stichwort US-Armee in Schweinfurt
Die US-Armee in Schweinfurt ist in ehemaligen Wehrmachtskasernen untergebracht, die in den 1930er-Jahren im Zuge der Wehrmachtsaufrüstung errichtet wurden. Der Standort umfasst zwei Kasernen: Die Ledward-Kaserne in der Stadt und die Conn-Kaserne bei Geldersheim. Ein großer Teil der dort stationierten Soldaten ist im Auslandseinsatz, so dass die Anzahl der tatsächlich anwesenden Soldaten stark variieren kann.
Hoffen und Bangen in Bamberg
In Bamberg hofft man, dass die Schließung des US Standorts vielleicht doch noch nicht ganz beschlossene Sache ist. Der Standort zählt nach US Erhebungen bei den Soldaten zu den beliebtesten in ganz Europa. Über seine Auflösung war in der Vergangenheit aber schon mehrfach diskutiert worden. Die Standortschließung war schließlich für 2013 angekündigt worden.
Leere Wohnungen und Geschäfte
Bamberg hofft, dass bei dem Gespräch in Ansbach klar wird, dass die Schließung verschoben oder zumindest nur ein Teil der Kaserne geschlossen wird. Bei einer völligen Standortschließung würden nach Angaben der Stadt innerhalb kürzester Zeit hunderte Wohnungen in Bamberg frei werden. Außerdem stünde das riesige Armee-Areal plötzlich leer. Weiter fürchtet die Stadt durch den Abzug der Soldaten den Verlust an Kaufkraft. Hinzu kommen 370 Zivilbeschäftigte, die dann einen neuen Job bräuchten.
Reine Spekulation in Ansbach
Ob auch Ansbach vom Truppenabzug betroffen sein wird, war zuletzt unklar. "Für uns sind das Spekulationen" teilte die Sprecherin der US-Armee in Ansbach-Katterbach, Cornelia Summers, dem Bayerischen Rundfunk Mitte Januar mit. Summers rechnete mit einer Entscheidung aus "nicht vor Ende Januar". Ansbachs Oberbürgermeisterin Carda Seidel ist für ein Statement zu den Schließungsplänen derzeit nicht zu erreichen. Gegen den US-Standort Ansbach regt sich in der mittelfränkischen Bezirkshauptstadt seit langem Widerstand. Die Bürgerinitiative "Etz langt's" beklagt den Lärm, den die Soldaten mit ihren Hubschrauber-Übungsflügen in dem Gebiet verursachen. Bei der Stadtverwaltung waren 2011 mehr als 900 Bürgerbeschwerden deswegen eingegangen.
Hintergrund
In ganz Deutschland sind momentan um die 36.000 US-Heeressoldaten stationiert. In Bayern sind es knapp 20.000. Viele Soldaten haben auch ihre Familienangehörigen mit in den Freistaat gebracht. Die US-Armee schätzt ihre Zahl auf 50.000. Im oberfränkischen Bamberg sind rund 3.000 Soldaten stationiert. Dazu kommen fast 4.000 Familienangehörige. Für den Standort Ansbach, Illesheim und Katterbach werden insgesamt 3.000 Soldaten genannt. In Grafenwöhr in der Oberpfalz sind es etwas mehr als 4.000 und in Vilseck fast 5.000 Soldaten.

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Uli, Donnerstag, 02.Februar, 19:30 Uhr
2. Schliessung von US-Kasernen
Schweinfurt gibt sich zwar gelassen. Glaub aber das die sich schon ihre Gedanken machen welche Auswirkungen eine Schliessung haben wird. Ist besonders schlimm fuer die Deutschen, die bei en Amerikanern arbeiten, vor allem die im fortgeschrttem Alter.
Allan Mentl, Samstag, 28.Januar, 06:51 Uhr
1. US-Truppenreduzierung
Jetzt werden die Kritiker,die alle moeglichen Gruende hatten,um gegen die
Anwesenheit der US-Soldaten zu protestieren,einen kurzen Erfolg haben,naemlich Truppenabzug,der aber fuer
die meisten der Buerger der betroffnen Gemeinden sich nachteilig auszuwirken beginnt.i