Sicherheit in Stadien Minister findet Böller "nicht akzeptabel"
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) lässt keinen Zweifel aufkommen: Bengalische Feuer und Böller haben in Fußballstadien nichts verloren. Die Verletzungsgefahr sei einfach zu hoch, argumentiert der Minister.
Kurz vor dem Start in die Bundesliga-Saison hat Minister Herrmann eindringlich vor Feuerwerkskörpern in Fußballstadien gewarnt. Die Folgen von Pyrotechnik könnten Knalltraumata, lebensgefährliche Brandverletzungen und Rauchgasvergiftungen sein.
"Selbst schwerwiegende Verletzungen bis hin zu lebenden Fackeln werden dabei in Kauf genommen. Das ist nicht akzeptabel."
Joachim Herrmann (CSU), Bayerns Innenminister
"Hochgefährlich" seien vor allem im Ausland hergestellte Feuerwerkskörper, die in Deutschland wegen ihrer deutlich höheren Sprengkraft verboten seien. Bei einem Gespräch mit den Präsidenten der Erst- und Zweitligavereine sowie den Oberbürgermeistern der Städte seien mehr Ordner und striktere Zugangskontrollen vereinbart worden, sagte Herrmann. Zudem soll mehr Geld für Fanarbeit ausgegeben werden.
Bis zu 1.000 Grad heiß
Dass es sich bei vielen der Feuerwerkskörper nicht um gewöhnliche Silvesterknaller handelt, demonstrierte Jürgen Ernst vom Landeskriminalamt. Ein illegaler Böller sei so stark, dass man damit "sogar Exekutionen" durchführen könne, warnte der Polizist. Einige bengalische Feuer könnten bis zu 1.000 Grad heiß werden. Selbst mit Wasser oder Sand seien diese Fackeln nicht zu löschen, sagte Ernst.
"Böller haben nichts in den Stadien zu suchen."
Joachim Herrmann (CSU), Bayerns Innenminister
Innenminister Herrmann forderte die Vereine auf, konsequenter gegen Fans vorzugehen, die Sprengkörper bei sich führen. Dazu müssten genügend Ordner eingesetzt und die Fans stärker kontrolliert werden, mahnte Herrmann. Wer gegen das Böllerverbot verstoße müsse mit Stadionverbot bestraft werden, forderte der Minister. Bei denen, die noch ein Interesse am Sport und ihrem Verein hätten, wirke das. In den kommenden Wochen sollen Flyer in den Fußballstadien verteilt werden, um vor den Gefahren zu warnen.

Wetter

