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Würzburg Schadstoffe in Asylbewerberunterkunft?

In Würzburg gerät die Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber nun auch wegen möglicher Schadstoffbelastungen in die Diskussion. Stadtrat Holger Grünwedel ("Die Linke") zufolge rührt dies noch aus der Nutzung als US-Kaserne her.

Stand: 04.02.2013
Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Würzburg  (Archivfoto) | Bild: BR-Mainfranken

Grünwedel bezieht sich auf ein Schreiben der Bundesanstalt für Immobilien, wonach in der damaligen Emery-Kaserne asbesthaltige Bodenplatten verlegt worden waren. Als Mieter der ehemaligen Kaserne bestätigte die Regierung von Unterfranken nach einer Begehung, dass der betreffende Bodenbelag noch in Kellerräumen und einigen Zimmern vorhanden sei, in denen Asylbewerber untergebracht sind. Allerdings handele es sich bei diesen "Floor-Flex"-Platten um einen Belag, in dem die Asbest-Fasern gebunden seien. Es gehe davon deshalb keine Gesundheitsgefährdung aus und es ergebe sich auch kein aktueller Sanierungsbedarf.

Dachgebälk im Visier

Nicht untersucht wurde eine mögliche Belastung mit DDT, so ein Sprecher der Regierung von Unterfranken. Wie er dem Bayerischen Rundfunk auf Anfrage mitteilte, könne aber allenfalls das Dachgebälk mit dem gesundheitsschädlichen Schädlingsbekämpfungsmittel behandelt worden sein. Der Dachboden der ehemaligen US-Kaserne werde aber nicht bewohnt.

Ungeeignet für Kinder und Familien

Aktuell sind in den Emery-Baracks 450 Asylbewerber untergebracht. Aufgrund von Mehrbettzimmern, den sanitären Verhältnissen und den vor allem für Kinder und Familien ungeeigneten Wohnverhältnissen ist die ehemalige Kaserne seit Jahren bei Flüchtlingsverbänden in der Kritik. Sie sprechen von "Lagerhaltung". Auch der Würzburger Stadtrat hat in einer Resolution Verbesserungen eingefordert - bislang mit wenig Erfolg. Die 1990 von der US-Armee geräumte Kaserne an der Veitshöchheimer Straße wird vom Freistaat Bayern seit 1992 als Flüchtlingsunterkunft genutzt.


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