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Wagner-Museum in Bayreuth Kein Café neben Wagners Grab

In der Nähe des Grabes von Richard Wagner wird es kein Café und keinen Museumsshop geben. Das hat der Bayreuther Stadtrat entschieden. Vor allem Wagners Urenkelin Iris hatte sich gegen das Vorhaben ausgesprochen.

Stand: 28.06.2012
Villa Wahnfried | Bild: BR-Studio Franken/Marion Krüger-Hundrup

Nun ist es amtlich: Ein neugebautes Museumscafé in unmittelbarer Nähe zur Grabstätte von Richard und Cosima Wagner wird es nicht geben. Das hat der Stadtrat entschieden. Zuvor hatte Wagner-Urenkelin Iris Wagner das im Garten der Villa Wahnfried geplante Bauvorhaben kritisiert. Vielmehr solle die neue Gastronomie nach Angaben der Stadt Bayreuth nun zusammen mit einem Museumsshop am Rande des Grundstücks im sogenannten Gärtnerhaus untergebracht werden. Mit der Verlegung bleibe die Totenruhe gewahrt und die Folgekosten würden reduziert. Auch ein ursprünglich angedachter unterirdischer Verbindungstunnel wurde gestrichen.

Wagner-Urenkelin begrüßt "konsequente Entscheidung"

Modell des neu gestalteten Museumsgeländes

Zuvor hatte sich bereits der Bauausschuss der Stadt Bayreuth für diese Lösung ausgesprochen. Der Stadtrat folgte dem Votum. Bereits nach der Sitzung des Bauausschusses begrüßte Wagner-Urenkelin Iris Wagner die Entscheidung des Bauausschusses. "Ich finde die Entscheidung konsequent", sagte sie dem Bayerischen Rundfunk. Sie war als scharfe Kritikerin des Bauvorhabens in Erscheinung getreten. Ursprünglich hatte der Stadtrat entsprechende Pläne zur Erweiterung beschlossen, ehe er nun für die neue Lösung stimmte.

"Eine von Richard Wagner selbst noch vor dessen Einzug in die Villa Wahnfried geplante Gruft darf kein Café als Show-Event neben sich haben – das fände ich obszön."

Wagner-Urenkelin Iris Wagner

Wagner befürchtet Insolvenz der Stiftung

Computerbild des Neubaus

Der Standort war aber nur eines der Probleme: Um ein Café im Garten von Wahnfried gehe es auch nur vordergründig, meinte Iris Wagner. Viel mehr Sorgen bereiten ihr die Folgekosten der geplanten Museumssanierung. Die soll 400.000 Euro pro Jahr kosten. Diesen Betrag könne die Stiftung nicht aufbringen und müsste deshalb dann Insolvenz anmelden. Der Bayreuther Stadtrat habe zwar die Planung abgesegnet, die Folgekosten dabei aber nicht berücksichtigt, moniert Iris Wagner. Sie appellierte an den Vorsitzenden des Stiftungsrates, Oberfrankens Regierungspräsident Wilhelm Wenning, einen Bau- und Planungsstopp zu erwirken.

Eröffnung nicht vor 2014

Das Museumsgebäude steht direkt am Bayreuther Hofgarten und soll in den kommenden Jahren grundlegend saniert werden. Unter anderem sind bauliche Veränderungen im Garten der Villa geplant. Ursprünglich sollten die Arbeiten bis zum Wagner-Jubiläumsjahr 2013 abgeschlossen sein. Da mit dem Bau aber noch nicht einmal begonnen wurde, wird mit einer Neueröffnung der Villa und des Museums nicht vor 2014 gerechnet.

Museum seit 1976

Das Richard-Wagner-Museum ist in der Villa Wahnfried untergebracht, Wagners ehemaligem Wohnhaus, das von ihm selbst entworfen wurde. Als 1973 die Richard-Wagner-Stiftung gegründet wurde, in deren Vorstand die Familie Wagner, Bund, Land und Stadt Bayreuth vertreten sind, ging das Anwesen als Schenkung an die Stadt Bayreuth. Seit 1976 sind in Villa und Nebengebäuden Museum, Nationalarchiv und Forschungsstätte eingerichtet.


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