Landgericht Nürnberg-Fürth Polizist an Drogenschmuggel beteiligt
Wegen Beihilfe zum Drogenschmuggel ist ein Bundespolizist vom Landgericht Nürnberg-Fürth zu drei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt worden. Eine Bande hatte kiloweise Chrystal Speed nach Deutschland geschmuggelt.
Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der 37-jährige Bundespolizist seiner neun Jahre älteren Ehefrau und einem weiteren Komplizen half, mehr als dreieinhalb Kilogramm der Droge Crystal Speed illegal aus Tschechien nach Deutschland zu schmuggeln. Seine Ehefrau, die Kurierfahrerin, muss für sieben Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Der Dealer, ein 34-jähriger Berufskraftfahrer, war bereits am Montag (20.08.12) in einem getrennten Verfahren zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt worden.
Trio war vor Gericht unglaubwürdig
Die Staatsanwaltschaft hatte für die Eheleute jeweils zwölfeinhalb Jahre Gefängnis beantragt. Das Trio habe eine Bande gebildet, um billiger an den Stoff zum eigenen Konsum zu kommen. Die Verteidigung hielt für die angeklagte Frau nicht mehr als sechs Jahre für angemessen. Für den Polizisten sogar nur zehn Monate auf Bewährung. Sie sahen den Dealer als Kopf der Bande. Der Richter äußerte, weder dem Ehepaar noch dem Komplizen habe man Glauben schenken können. Zu dem 37-jährigen Bundespolizisten sagte er in der Urteilsbegründung: "Sowas als Polizist zu machen, das geht nicht, das geht überhaupt nicht."
Polizist legte kein Geständnis ab
Der Polizist hatte die Vorwürfe bestritten. Er habe zwar von regelmäßigen Fahrten seiner Frau nach Tschechien gewusst. Er sei aber davon ausgegangen, dass sie lediglich preiswerte Zigaretten einkaufen wollte. Dagegen behauptete der Dealer, das Ehepaar habe günstig an Drogen kommen wollen und habe daher auf seine Kontakte in Tschechien gesetzt.
Bundespolizist war eingeweiht
Insgesamt hat die Drogenbande im Jahr 2011 Crystal-Speed im Schwarzmarktwert von etwa 110.000 Euro bei einem vietnamesischen Drogenhändler in Tschechien gekauft und nach Deutschland gebracht. Der Berufskraftfahrer kaufte die Drogen und übergab sie noch in Tschechien an die Frau des Bundespolizisten aus dem Raum Fürth. Diese schmuggelte die Drogen dann nach Deutschland und verkaufte sie in der Region Fürth. Nach Angaben eines Justizsprechers war der Bundespolizist zwar nicht an den Kurierfahrten beteiligt, aber in das Geschehen eingebunden.
Bei Routinekontrolle erwischt
Die Bande flog auf, als die 46-jährige Frau im Oktober vergangenen Jahres bei der Rückfahrt aus Tschechien in eine Kontrolle geriet. Die Fahnder entdeckten damals ein Kilogramm Crystal Speed im Wagen des Ehepaars. Der Polizist soll geholfen haben, die Kopfstützen des Autos entsprechend zu präparieren.

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