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Nürnberg Vorerst kein Baubeginn für neue Moschee

Obwohl die Eilanträge gegen die Errichtung einer Moschee in Nürnberg zurückgezogen wurden, soll mit dem Neubau vorerst nicht begonnen werden. Das teilte Jamil Naviid von der Ahmadiyya-Gemeinde dem Bayerischen Rundfunk mit.

Stand: 09.10.2012
Geplanter Bauplatz der neuen Moschee im Nürnberger Stadtteil Hasenbuck | Bild: picture-alliance/dpa

Am Montag (08.10.12) hatten zwei Kläger, die gegen den geplanten Moscheebau in Nürnberg vorgehen wollten, ihre Eilanträge beim Verwaltungsgericht in Ansbach zurückgezogen. Derzeit sind aber noch sechs Klagen beim Verwaltungsgericht anhängig, mit denen Anwohner gegen die Moschee vorgehen wollen. Zuletzt hatte die Stadt Nürnberg einen Ergänzungsbescheid über Lärmgrenzwerte erlassen. Damit sollen vor allem der Autoverkehr und die Öffnungszeiten für den angrenzenden Parkplatz geregelt werden. Das Ansbacher Verwaltungsgericht wolle rasch entscheiden, sagte ein Sprecher.

Einigung mit Anwohnern Voraussetzung für Baubeginn

Das für den Bau zuständige Mitglied der Nürnberger Ahmadiyya-Gemeinde, Jamil Naviid, erklärte am Dienstag (09.10.12), durch die Rückname der Eilanträge habe sich seine Gemeinde die Situation grundsätzlich nicht verändert: "Wir beginnen erst mit dem Bau, wenn wir uns vollständig mit den Anwohnern verständigt und geeinigt haben", erklärte er. Die Stadt Nürnberg hatte die Baugenehmigung für die Moschee Mitte Juli im Amtsblatt veröffentlicht. Im Vorfeld hatte sich bereits die CSU-Fraktion im Stadtrat gegen den Bau der Moschee mit Minarett im Süden von Nürnberg ausgesprochen.

Anwohner befürchten sinkende Immobilienpreise

Das Minarett, das die islamische Glaubensgemeinschaft "Ahmadiyya Muslim Jamaat" für die Moschee, plant soll 13 Meter hoch werden. Es ist oberhalb des ersten Obergeschosses nicht begehbar und dient nur der Optik. Ein Muezzin-Ruf ist nicht vorgesehen. Neben dem Bauplatz stehen zwei achtgeschossige Hochhäuser. Einige Anwohner befürchten durch die Moschee neben Lärmbelästigung und Parkplatzknappheit auch sinkende Immobilienpreise.

Baupläne öffentlich vorgestellt

Die Baupläne für die Moschee mit Minarett wurden bereits Mitte Mai in einer Veranstaltung öffentlich vorgestellt. Das Gebäude wird von der Glaubensgemeinschaft finanziert. Im Erdgeschoss soll ein 150 Quadratmeter großer Gebetsraum für Männer eingerichtet werden, im ersten Stock ein Gebetsraum für Frauen. Auf Antrag der "Bunten" im Nürnberger Stadtrat wurde das Vorhaben mit Zustimmung der Ahmadiyya-Gemeinschaft im Stadtplanungsausschuss behandelt.

Stichwort: "Ahmadiyya Muslim Jamaat"

Infoveranstaltung der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Nürnberg

Die muslimische Bewegung "Ahmadiyya Muslim Jamaat" sieht sich selbst als reformorientiert. Ihr Leitspruch lautet "Liebe für alle - Hass für keinen". Islam-Experten zufolge handelt es sich bei ihnen um ausgesprochen friedfertige Leute mit gesellschaftlich eher konservativen Ansichten. Entgegen der Meinung der allermeisten Muslime vertritt die Ahmadiyya-Gemeinschaft die theologische Ansicht, es seien auch nach dem Propheten Mohammed noch andere Propheten möglich. Die Gemeinschaft werde in Pakistan stark verfolgt. Ihre Anhänger kamen meist als Asylbewerber nach Deutschland. Sie ist eine der ältesten muslimischen Gemeinden Deutschlands.

Bundes- und Landesbehörden stufen die Gemeinschaft als verfassungstreu ein. Eigenen Angaben zufolge gehören der Glaubensgemeinschaft in Deutschland 30.000 Menschen an. Die Gemeinde in Nürnberg existiert seit mehr als 60 Jahren und hat 120 Mitglieder. Sie führt nach Angaben der Stadtverwaltung jedes Jahr am Neujahrstag eine Straßenreinigungsaktion durch.

Geplanter Standort der Moschee


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4 Kommentare

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Hans, Freitag, 19.Oktober, 10:11 Uhr

4. Burka

Wenn die Ahmadiyya so modern ist,warum müssen die Frauen vollverschleiert sein ?

Ramses, Dienstag, 09.Oktober, 16:36 Uhr

3. Vorerst kein Baubeginn fuer neue Moschee

Meine Hochachtung, Herr Imran Zaka ! Gegenseitige Ruecksichtnahme und Aufeinanderzugehen sind grundlegende humanistische Verhaltensweisen auch und gerade fuer Religionen. Nur auf diese Weise schaffen und erhalten wir die so notwendige Basis fuer ein friedliches und respektvolles Nebeneinander der verschiedenen Weltanschauungen, Philosophien und Glaubensgemeinschaften...

Rafiq A. Tschannen, Montag, 13.August, 18:03 Uhr

2. Moscheebau der Ahmadiyya Muslim Gemeinde

Die Klaeger sollten sich informieren und die Nachbarn der existierenden Moscheen der Ahmadiyya Muslim Gemeinde konsultieren. Sie werden herausfinden, dass bei allen existierenden Moscheen es keine Probleme mit Nachbarn gibt. Immobilienpreise sollten steigen, nicht sinken.