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Moscheebau in Nürnberg Streit um Minarett

Die islamische Reformgemeinschaft Ahmadiyya plant in Nürnberg den Bau einer Moschee samt Minarett. Während das Projekt baurechtlich nicht zu beanstanden ist, hat sich die CSU-Fraktion im Stadtrat gegen das Minarett ausgesprochen.

Stand: 20.06.2012
Bauzeichnung: Nordansicht der Moschee in Nürnberg-Hasenbuck | Bild: Stadtplanungsausschuss Nürnberg

Elf Moscheen gibt es bereits in Nürnberg, keine davon hat ein Minarett. Dabei handelt es sich aber um Bestandsbauten und keinen Neubau. Nach der Ankündigung der Ahmadiyya-Gemeinde könnten andere Gemeinden nachziehen, befürchtet der ausländerpolitische Sprecher der CSU-Fraktion, Max Höffkes. Rechtlich sei das geplante Minarett einwandfrei, räumte Höffkes ein: "Davon wird das Abendland nicht untergehen." Allerdings müsse die Diskussion geführt werden und das sei eben manchmal unangenehm.

Anwohner befürchten sinkende Immobilienpreise

Bei einer Informationsveranstaltung Mitte Juni erläuterten Vertreter der Ahmadiyya-Gemeinschaft die Pläne und stellten sich den Fragen besorgter Anwohner. Einige von ihnen befürchten neben Lärmbelästigung eine Verschärfung der Parkplatzsituation sowie sinkende Immobilienpreise, wenn die Moschee gebaut wird. Ein weiteres Argument gegen das Bauvorhaben war die Tatsache, dass dafür Bäume gefällt werden müssten.

"Wir wollen keine Parallelgesellschaft"

Der Ahmadiyya-Bundesvorsitzende Abdullah Wagishauser versuchte die Bedenken der Anwohner zu zerstreuen. Die Mitglieder der islamischen Reformbewegung seien an einem friedlichen Miteinander der Kulturen interessiert, betonte Wagishauser. Die Sharia und das deutsche Grundgesetz seien durchaus vereinbar, betonte Wagishauser und ergänzte: "Wir wollen keine Parallelgesellschaft!"

Anwohner befürchten sinkende Immobilienpreise

Am Samstag (16.06.12) hatte die Ahmadiyya-Gemeinschaft die Anwohner über den geplanten Moschee-Neubau informiert. Rund zwei Dutzend von ihnen waren der Einladung der Muslime gefolgt. Einige von ihnen befürchten neben Lärmbelästigung und einer verschärften Parkplatzsituation auch sinkende Immobilienpreise, wenn die Moschee gebaut wird.

Maly mahnt zu Gelassenheit

Stadt Nürnberg informiert

Der städtische Bericht zur geplanten Moschee an der Conradtystraße

Unterdessen hat Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) Verständnis für die heftigen Reaktionen aus der Bevölkerung geäußert: "Jede gesellschaftliche Änderung war von erbittertem Streit begleitet", sagte Maly am Sonntag (17.06.12) bei einem Kommentargottesdienst in der Lorenzirche. Als Beispiele nannte er homosexuelle Spitzenpolitiker und die Vereidigung des Grünen-Politikers Joschka Fischer in Turnschuhen. Muslime gehörten zu unserer Lebenswirklichkeit. Es sei falsch, Harmonie zu verordnen. Diskussionen müsse man aber mit der Gelassenheit des Grundgesetzes begegnen, forderte Maly.

Kritik an Informationspolitik der Muslime

Das geplante Minarett der Ahmadiyya-Gemeinschaft soll 13 Meter hoch werden. Es ist oberhalb des ersten Obergeschosses nicht begehbar und dient nur der Optik. Ein Muezzin-Ruf ist nicht vorgesehen. Maly räumte ein, dass die Informationenspolitik schlecht gewesen seien. Es sei Sache des Bauträgers, die Öffentlichkeit zu informieren. Das habe die 120 Mitglieder zählende Ahmadiyya-Gemeinschaft nicht ausreichend getan.

Bauvorhaben bereits genehmigt

Seitenansicht der geplanten Moschee

Die Moschee wird von der Glaubensgemeinschaft finanziert. Im Erdgeschoss soll ein 150 Quadratmeter großer Gebetsraum für Männer eingerichtet werden, im ersten Stock ein Gebetsraum für Frauen. Die Baupläne wurden Mitte Mai bereits in einer Veranstaltung öffentlich vorgestellt. Das Projekt wurde von der Stadtverwaltung bereits vor einem Jahr genehmigt und der Vorbescheid im Amtsblatt veröffentlicht. Neben dem Bauplatz stehen zwei achtgeschossige Hochhäuser.

Stichwort: "Ahmadiyya Muslim Jamaat"

Die muslimische Bewegung "Ahmadiyya Muslim Jamaat" sieht sich selbst als reformorientiert. Ihr Leitspruch lautet "Liebe für alle - Hass für keinen". Es handle sich bei ihnen um ausgesprochen friedfertige Leute mit gesellschaftlich eher konservativen Ansichten, so Islam-Experte Rohe. Entgegen der Meinung der allermeisten Muslime vertritt die Ahmadiyya-Gemeinschaft die theologische Ansicht, es seien auch nach dem Propheten Mohammed noch andere Propheten möglich. Die Gemeinschaft werde in Pakistan stark verfolgt. Ihre Anhänger kamen meist als Asylbewerber nach Deutschland. Sie ist eine der ältesten muslimischen Gemeinden Deutschlands.

Bundes- und Landesbehörden stufen die Gemeinschaft als verfassungstreu ein. Eigenen Angaben zufolge gehören der Glaubensgemeinschaft in Deutschland 30.000 Menschen an. Die Gemeinde in Nürnberg existiert seit mehr als 60 Jahren und hat 120 Mitglieder. Sie führt nach Angaben der Stadtverwaltung jedes Jahr am Neujahrstag eine Straßenreinigungsaktion durch.

Geplanter Standort der Moschee


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40 Kommentare

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Der Sam, Freitag, 13.Juli, 14:14 Uhr

40. Für wenn gilt das Grundgesetz???

Die fast übereinstimmende Meinung der Kommentatoren sieht im Islam und daher auch in den Muslimen eine Gefahr für Deutschland. Es wird wird immer wieder gesagt, dass die Muslime das GG nicht befolgen und es ablehnen. Jedoch sind es gerade Diejenigen, die bspw. den Bau einer Moschee nicht zulassen wollen die das GG nicht akzeptieren. Man könnte fast den Eindruck haben, dass die Moscheegegner sich in einem Konlfikt befinden. Einerseits möchte man zum GG stehen, andererseit will man nicht jedem das Recht des GG eingestehen. So gilt Relegionsfreiheit nach deren Meinung ausschließlich für Christen. Als deutscher Staatsbürger der ich nunmal bin, möchte ich auch, wie alle Anderen, die Möglichkeit haben meinen Glauben frei und im gleichen Umfang auszuleben wie meine Mitbürger. Natürlich darf die Relegionsfreiheit nicht die Eintrittskarte für gewaltätige und staatsfeindliche Gruppierungen sein. Wer sich mit der Ahmadiyya Gemeinde befasst hat, der wird jedoch schnell feststellen, dass diese einen friedlichen Charkater hat und sich zum GG bekannt hat. Oftmals wird kritisiert, dass diese Gemeinde als Endziel die weltweite Verbreitung ihres Glaubens anstrebt. Solange dies jedoch friedlich und auf freiwillger Basis geschieht habe ich nichts dagegen. So ist auch im Christentum diese Ziel vorhanden. Oder warum denkt ihr werden Milliarden für Missioniersarbeit vom Vatikan ausgegeben. Die frohe Botschaft von Jesus soll jeden Erreichen und er soll Christ werden. Ich hoffe wir kommen wieder zur Vernunft und erkennen, das durch Verbot und Ablehnung Probleme nicht gelöst werden können.
Schönes WE auch bei dem bescheidenem Wetter!!

AB, Dienstag, 19.Juni, 16:31 Uhr

39. googlen

Sie doch mal "Ahmadiyya Muslim Jamaat", v. a. unter Finanzierung lesen und "100 Moscheen in Deutschland"
ich kann den Beitrag nicht auf Richtigkeit überprüfen, aber gut klingt das nicht

AB, Dienstag, 19.Juni, 14:29 Uhr

38. Das ist keine normale muslimische Gemeinde, sondern eine Sekte

[Anmerk. der Red.: Beitrag gekürzt, in Kommentaren bitte keine externen Links]

Für mich sind "normale" Muslime völlig in Ordnung, aber hier wird doch eine Sekte unterstützt. Angeblich ist deren Führer alles in einem: der wiedergekommene Christus, etc. Ich glaube nicht, dass es um eine reformierte islamische Gemeinschaft geht, sondern um eine Sekte. Vor einem normalen muslimischen Menschen, der glaubt und Ramadan macht, etc. habe ich Hochachtung (Extremisten, die es wohl überall gibt, ausgenommen).
Ich bin Christ, schätze aber die Muslime sehr. Sekten unterstütze ich nicht, da sie sich insbesondere mit ihren Methoden gegen ihre eigenen Mitglieder richten.