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Nürnberg Taxifahrer attackiert – zehn Jahre Haft

Weil er einen Taxifahrer mit einem Messer schwer verletzt hat, muss ein 23-jähriger Nürnberger für zehn Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Nürnberg-Fürth verurteilte ihn wegen versuchten Mordes.

Stand: 25.07.2012
Angeklagter Verhandlung wegen versuchten Mordes an Taxifahrer | Bild: BR-Studio Franken/Rainer Aul

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der junge Mann sein argloses Opfer heimtückisch attackiert hatte. Der junge Mann gestand die Tat, äußerte sich aber auch in der Hauptverhandlung nicht zu seinem Motiv. Der Taxifahrer befindet sich noch immer in psychiatrischer Behandlung.

Betrunken und unter Bewährung

Der Angeklagte räumte ein, im Oktober 2011 mehrmals auf den 50 Jahre alten Taxifahrer eingestochen zu haben. Er sei zur Tatzeit stark betrunken gewesen und habe deshalb die Kontrolle verloren. Damals war er 22 Jahre alt und stand noch unter Bewährung. Er war bereits wegen Körperverletzung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte verurteilt worden.

Taxifahrer konnte fliehen

Der Angeklagte ließ sich zunächst von dem Taxifahrer von Fürth zu seiner Wohnung im Nürnberger Stadtteil Gostenhof fahren. Dort angekommen verlangte der Taxifahrer den Fahrpreis. Der Mann ging zunächst in seine Wohnung, um Geld zu holen. Anschließend zahlte er. Nachdem er das Wechselgeld erhalten hatte, stach er aber überraschend mit einem Küchenmesser auf den Taxifahrer ein und verletzte ihn dabei an Mundwinkel, Gaumen und Zunge. Mit einem zweiten Stich wollte er laut Staatsanwaltschaft die Herzgegend treffen, der Taxifahrer konnte diesen Stich aber mit dem Unterarm abwehren. Anschließend gelang dem Taxifahrer die Flucht.

Gewalterfahrung und Geldprobleme

Mit dem Urteil schloss sich das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft an. Der Verteidiger des Angeklagten hatte dagegen auf eine Haftstrafe von sechs Jahren plädiert. Der Angeklagte befindet sich nach Ansicht des Gerichts in einer insgesamt frustrierenden Lebenssituation. Seit 2004 lebt der aus Sibirien stammende Mann in Deutschland. Schon in seiner Kindheit sei er mit Gewalt konfrontiert gewesen. Außerdem habe er ständig Geldprobleme gehabt. In der Tatnacht habe sich der Lagerist nach einem enttäuschenden Disco-Abend von dem Taxifahrer nach Hause fahren lassen. Nachdem er bereits gezahlt hatte, stach er auf sein Opfer ein.


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