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BR-Intendant in Nürnberg Heimatkrimi statt fränkischer Tatort

In naher Zukunft wird es keinen Tatort aus Franken geben. Entsprechenden Anfragen erteilte der Intendant des Bayerischen Rundfunks, Ulrich Wilhelm, eine klare Absage. 2015 soll aber ein Heimatkrimi aus Nürnberg kommen.

Stand: 25.01.2012
BR-Intendant Ulrich Wilhelm | Bild: BR/Ralf Wilschewski

Um ein Ermittlerduo bekannt zu machen, brauche es eine gewisse Regelmäßigkeit, sagte BR-Intendant Wilhelm am Dienstagabend (24.01.12) im Nürnberger Presseclub. Bei zwei bis drei bayerischen Tatorten im Jahr mache es keinen Sinn, diesen regional noch einmal zu splitten. Um ein zusätzliches Ermittlerteam beim Zuschauer bekannt zu machen, müssten weitere zwei bis drei Tatortfolgen pro Jahr vom BR produziert werden. Aufgrund der seit 2009 eingefrorenen Etats beim BR fehle dafür der finanzielle Spielraum.

Erfolgreiche Heimatkrimis auch aus Franken

Stattdessen verwies Wilhelm auf die vom Bayerischen Rundfunk entwickelte Heimatkrimi-Reihe. Andere Landesrundfunkanstalten würden das erfolgreiche Konzept bereits aufgreifen. Bisher sind mit "Freiwild. Ein Würzburgkrimi", "Erntedank. Ein Allgäukrimi", "Sau Nummer vier. Ein Niederbayernkrimi" und "Föhnlage. Ein Alpenkrimi" vier Filme entstanden. Der "Bamberger Reiter" werde 2012 ausgestrahlt. Ein Heimatkrimi aus Nürnberg sei im Moment für das Jahr 2015 vorgesehen, so Wilhelm. Die BR-Heimatkrimis seien ebenso hochwertig produziert wie Tatorte.

Korrespondentennetz ausgeweitet

Wilhelm wies darauf hin, dass der BR viel in seine regionale Berichterstattung investiere. Andere Medienhäuser würden ihre Korrespondenten aus der Welt abziehen. Der Bayerische Rundfunk habe dagegen sein Korrespondentennetz in Bayern ausgebaut. Und das, obwohl steigende Energiekosten, höhere Ausgaben für Online-Honorare und teurere Technik anderswo eingespart werden müssten.

Qualitätsjournalismus statt Populismus

Der Intendant betonte erneut die Bedeutung des Qualitäts-Journalismus. Gerade in einer unübersichtlich werdenden Welt sei es wichtig, den Menschen Orientierung zu geben. "Wir dürfen das Publikum mit den komplizierten Fragen nicht im Stich lassen", sagte Wilhelm. Das wirke sich sonst destabilisierend auf das Gemeinwesen und die Demokratie aus und leiste dem Populismus Vorschub.

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Christian Rechholz, Mittwoch, 25.Januar, 13:45 Uhr

1. Frankenkrimi

Enttäuscht habe ich vom Nein zu einem fränkischen Tatort erfahren. Zwar kann ich die Argumentation nachvollziehen, daß ein Tatort eine gewisse Regelmäßigkeit benötige, um das Ermittlerduo bekanntzumachen. Und ich gestehe auch gerne, daß ich ein Fan von Leitmayr und Batic bin, obwohl der Ausstieg von Michael Fitz sehr schade war.

Unverständlich ist mir aber, wieso man beim Ausscheiden des alten Polizeiruf 110 Teams auch die Nachfolger wieder in München ermitteln läßt? Es gibt also weiterhin parallel einen Tatort und einen Polizeiruf aus München. Wieso hat man hier nicht die Chance ergriffen, den Polizeiruf, gerne auch mit Brandt als Kommissar, nach Franken zu verlegen?

In einem solch grißen Land wie Bayern, sollte der BR auch auf eine ausgewogene Darstellung aller Landesteile achten. Die geplanten Heimatkrimis sind eben kein Ersatz für eine Serie, hier greift das Argument von Herrn Wilhelm, es brauche eine gewisse Regelmäßigkeit. Gleichzeitig sind Krimis eine gute Chance, eine Stadt oder eine Region in all ihren unterschiedlichen Facetten darzustellen. Andere Landesrundfunkanstalten geben ein gutes Beispiel, daß deren Krimis eben gerade nicht immer aus der Landeshauptstadt kommen müssen. Schade BR.