Verwüstungen befürchtet Fürth verbietet Facebook-Party
Unbekannte haben über Facebook zu einer Party am Samstag (14.07.12) im Fürther Stadtpark eingeladen. Binnen kürzester Zeit sagten 12.000 Menschen zu. Erst kürzlich war eine Facebook-Party in Nürnberg außer Kontrolle geraten.
Aus Sicherheitsgründen hat die Stadt Fürth hat eine sogenannte Allgemeinverfügung erlassen, die Facebook-Partys am Wochenende auf dem gesamten Fürther Stadtgebiet verbietet. Als weitere Gründe für das Verbot führt die Stadt an, dass kein verantwortlicher Ansprechpartner auszumachen ist, niemand die Veranstaltung ordnungsgemäß eine Woche vorher angezeigt hat und auch schwere Verwüstungen angekündigt wurden. Feiernden, die das Verbot missachten, droht ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro.
Verantwortliche können zur Kasse gebeten werden
Fürths Ordnungsreferent Christoph Maier appelliert an alle Facebook-Nutzer, die eine Einladung erhalten haben, der geplanten Feier fernzubleiben. Zudem bittet er den- bzw. diejenigen, die zu der Geburtstagsparty eingeladen haben, die Veranstaltung abzusagen. Andernfalls könnten sie für die Kosten eines möglichen Polizeieinsatzes aufkommen müssen.
Die Seite, auf der die Geburtstagparty angekündigt wurde, kann derzeit nicht abgerufen werden. Die Polizei vermutet, dass sie auf "nicht-öffentlich" gestellt wurde. Dennoch sei sie für alle, die eine Einladung erhalten oder zugesagt haben, zu sehen.
Wöhrder Wiese verwüstet
Erst Ende Mai hatten Hunderte Abiturienten auf der Wöhrder Wiese in Nürnberg eine unangemeldete Facebook-Party veranstaltet. Damals hatte das Ordnungsamt die Feier kurzfristig bis 18 Uhr genehmigt, solange der Müll weggeräumt werden würde. Trotz Unterstützung durch die Polizei hielten sich die Feiernden nicht an die Vorgaben. Zudem mussten mehrere junge Menschen wegen zu starken Alkoholkonsums von Sanitätern versorgt werden.
Wer haftet für Facebook-Partys?
"Öffentliche Veranstaltung"
Wer über Facebook zu privaten Partys einlädt und nicht alle Welt dabei haben will, muss ein entsprechendes Häkchen unterhalb der Eingabefelder entfernen. Wird das Häkchen nicht entfernt, erscheint die Ankündigung als öffentliche Veranstaltung. Aus einer Privatparty kann so sehr schnell eine unüberschaubare Veranstaltung werden, für deren Folgen der Initiator in die Pflicht genommen werden kann. Jüngste Partys zeigen: Unter dem Deckmantel der Anonymität beginnen ungebetene Gäste zu randalieren.
Kostenübernahme
Facebook-Partys können für die Initiatoren zum teuren Vergnügen werden können, sagte der Bundesvorsitzende der Polizeigewerkschaft, Bernhard Witthaut: Sofern der Veranstalter bekannt ist, habe er sämtliche Kosten für Polizei-, Feuerwehr- und Rettungseinsätze, aber auch für die Müllentsorgung zu übernehmen. Außerdem können Gebühren für die Sondernutzung öffentlicher Flächen anfallen. Sollte der Veranstalter nicht ermittelt werden können, muss die Kosten allerdings der Steuerzahler tragen.
Party-Verbote
Wenn konkrete Anhaltspunkte für geplante Sachbeschädigungen oder Gewalttätigkeiten vorlägen, könnten solche Veranstaltungen auch im Vorfeld verboten werden. Ein Problem liege aber oftmals darin, so die Polizeigewerkschaft, dass solche Einladungen oft anonym erfolgten und somit kein Veranstalter existiere, dem ein Verbot erteilt werden kann.
Facebook: Tipps für Eltern
Verbieten bringt nichts
Facebook zu verbieten bringt gar nichts, denn dann meldet sich das Kind eben heimlich an. Besser ist: Erlauben Sie Ihrem Kind sich anzumelden, aber stellen Sie einige Regeln auf. Zum Beispiel: Niemals einen Freund akzeptieren, den man in der realen Welt gar nicht kennt. Keine Fotos ins Internet stellen, die man später vielleicht bereuen könnte. Und ganz wichtig: Keine persönlichen Daten preisgeben, weder die Anschrift noch eine Telefonnummer. Der allerwichtigste Rat an das Kind ist aber: Wenn Dir irgendwas komisch vorkommt oder wenn online irgendwas passiert - komm zu mir, und ich werde Dir helfen und Dich beschützen!
Eltern müssen sich auskennen!
Oft kennen sich die Kinder besser im Internet aus als die Eltern. Aber es nützt nichts: Eltern MÜSSEN versuchen, mit den Kindern Schritt zu halten. Nehmen wir an, Ihre Tochter will zu Facebook dann melden Sie sich da auch an und lassen sich zeigen, wie es geht. Ganz wichtig dabei: Sie sollte Sie als Kontakt akzeptieren, dann können Sie mitlesen, was da so auf der Pinnwand geschrieben wird und ob sie vielleicht bedroht oder beschimpft wird.
Mama und Papa sind peinlich
Manche Kinder finden Ihre Eltern als Facebook-Freunde uncool. Es gibt aber Eltern, die haben sich gemeinsam mit dem Kind einen anderen Namen ausgedacht - nur die Freunde wissen nicht, dass das die Mama ist. Ganz wichtig sind auch die Sicherheitseinstellungen - am besten die höchste Stufe in allen Bereichen: die Freunde sollen die Texte lesen können, aber die Freundes-Freunde schon nicht mehr. Denn bei durchschnittlich 300 Freunden sind es schon 90.000 Freundes-Freunde, und wer weiß, wer da alles dabei ist.

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