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Triebenreut Einzigartige Fossilien gefunden

Bei Triebenreuth im Landkreis Kulmbach haben Forscher 500 Millionen Jahre alte Meeresbewohner entdeckt. Die Fossilien wurden einst durch einen Vulkanausbruch konserviert und bieten einen einzigartigen Einblick in die Urzeit.

Stand: 29.08.2012
Versteinerte Hautplatte eines Stachelhäuters (Eocrinoid) aus der Triebenreuth-Formation. | Bild: Bayerisches Landesamt für Umwelt

Entdeckt wurden unter anderem versteinerte Dreilapperkrebse, Armfüßer, Zungensteine und Schwämme - alles Lebewesen, die im flachen Meer lebten. Solche Funde habe es bislang in Deutschland noch nicht gegeben, teilte das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) in Augsburg mit. Sie deuten darauf hin, dass die Frankenwald-Region vor 500 Millionen Jahren wahrscheinlich ein größeres Flachwassergebiet vor der Küste Ur-Afrikas war.

Vulkanausbruch konserviert Urzeit

Dreilapperkrebs (Trilobit)

Nach einem urzeitlichen Vulkanausbrauch sind die sterblichen Überreste der Meeresbewohner den Urzeit-Experten zufolge auf den Meeresboden gesunken. Dass sie dort versteinerten und bis heute überdauerten, habe an der Kieselsäure gelegen, die der Vulkanausbruch lieferte, erklärte der Leiter des Geologischen Dienstes beim LfU, Roland Eichhorn.

"Es ist ein wenig mit Pompeji vergleichbar. Einer Naturkatastrophe verdanken wir Einblicke in eine längst vergangene Zeit."

Roland Eichhorn, Leiter des Geologischen Dienstes beim LfU

Die wertvollen Fossilien waren Mitte August mehr oder weniger zufällig bei Kartierungsarbeiten zur Geologie Oberfrankens entdeckt worden, verriet einer der Urzeit-Experten dem Bayerischen Rundfunk. Der Grund: Wissenschaftler überprüfen die Region derzeit auf ihr Potential zur Erdwärmenutzung. Außerdem soll durch die Untersuchungen bis 2015 eine neue Bodenkarte Bayerns entstehen. Nach entsprechenden Untersuchungen des US-amerikanischen Massachusetts Institute of Technology (MIT) gilt das Alter der Fossilien nun als gesichert, teilte  die Landesbehörde mit. Ein LfU-Paläontologe untersucht die Versteinerungen nun näher.


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