Flughafen Hof-Plauen Stadt Plauen will Zuschuss kürzen
Die Stadt Plauen will am gemeinsamen Flughafen mit Hof festhalten, aber weniger Geld investieren. Am Montag hatten die Gesellschafter des Flughafens das endgültige Aus der Linie Hof-Frankfurt beschlossen.
Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) wolle dem Stadtrat vorschlagen, "sich nicht gänzlich aus dem Flughafen auzuklinken, aber den Zuschuss weiter zu kürzen", sagte eine Stadtsprecherin.
Stichwort Flughafen Hof-Plauen
Flughafen Hof-Plauen
Gesellschafter des Hofer Flughafens sind die Stadt und der Landkreis Hof, die Stadt Plauen, der Vogtlandkreis und der Landkreis Wunsiedel, außerdem ein Zusammenschluss von Wirtschaftsunternehmen.
Cirrus Airlines
Nach Angaben der Cirrus-Geschäftsführung unterhält die Airline neben der nun gestrichenen Verbindung Hof-Frankfurt/Main sieben weitere verschiedene Linienflugverbindungen innerhalb Deutschlands sowie nach Österreich und in die Schweiz. Die Fluggesellschaft wurde 1995 von Gerd Brandecker gegründet. Die Flotte besteht aus sieben Flugzeugen. Im vergangenen Jahr hat Cirrus den Angaben zufolge rund 200.000 Passagiere auf seinen Linienflügen befördert.
"Kein Geld mehr für den Flughafen"
Bündnis 90/Die Grünen sprachen sich derweil dafür aus, dass der Hofer Flughafen keine finanzielle Unterstützung des Freistaats Bayern mehr bekommt. In einem Dringlichkeitsantrag, den die Grünen im Bayerischen Landtag einbringen wollen, heißt es: Eine weitere Subventionierung des Flughafens Hof durch den Freistaat ist unverantwortlich und nicht hinnehmbar. Wer die Wirtschaftskraft Oberfrankens wirklich nachhaltig stärken will, müsse die Anbindung an das Fernverkehrsnetz der Bahn verbessern.
"Zahlen muss, wer den Flughafen nutzt"
Zwar müsse der Flughafen als Verkehrslandeplatz für Geschäftsflieger und Flugschulen erhalten bleiben, aber hierfür dürfe der Staat keinesfalls mehr weitere Mittel zur Verfügung stellen, warnte Ulrike Gote, Landtagsabgeordnete der Grünen. "Einen Verkehrslandeplatz muss auch derjenige tragen, der ihn nutzt", so Gote weiter.
IHK Oberfranken: Flughafen muss erhalten bleiben
Die IHK Oberfranken sprach sich nach dem Aus für die Fluglinie zwischen Hof und Frankfurt ebenfalls für einen Erhalt des Flughafens aus. Aus Sicht der Wirtschaft sei es nun wichtig, die Flughafeninfrastruktur zu erhalten.
"Der Regionalflughafen Hof-Plauen hat eine hohe strukturpolitische Bedeutung für die Region, denn gute Verkehrsanbindungen auf Straße, Schiene und in der Luft sind unerlässlich für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen, die auf den internationalen Märkten aktiv sind."
Wolfram Brehm, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der oberfränkischen Industrie- und Handelskammer (IHK)
Die bisherige Fluglinie war massiv von der öffentlichen Hand unterstützt worden. Nun forderte Wolfram Brehm, stellvertretendes Hauptgeschäftsführer der oberfränkischen IHK, Alternativen. Schließlich müssten die Unternehmen in der Region ihren Mitarbeitern und Geschäftspartnern gute Verbindungen zu den internationalen Drehkreuzen Frankfurt oder München anbieten können.
Endgültiges Aus
Am Montag (21.05.12) hatten die Gesellschafter des Flughafens beschlossen, die Linienflüge zwischen Hof und Frankfurt endgültig einzustellen und nach der Insolvenz des bisherigen Betreibers Cirrus Airlines auch nicht mehr neu auszuschreiben. Als Gründe nannten die Gesellschafter die Entwicklungen im europäischen Luftverkehr und die Veränderungen in der Verkehrsinfrastruktur. Für Spartenlinien sei kaum noch Raum. Das in Saarbrücken ansässige Unternehmen Cirrus Airlines hatte Ende Januar Insolvenzantrag gestellt. Wenige Tage zuvor hatte Cirrus den Linienverkehr zwischen dem Regionalflughafen Hof-Plauen und Frankfurt am Main gestoppt. Um die Fluglinie von Hof nach Frankfurt weiter zu betreiben, hätten die jährlichen Zuschüsse in Höhe von 3,6 Millionen Euro weiter angehoben werden müssen. Das sei nicht zu verantworten, sagte Hofs Bürgermeister Harald Fichtner (CSU).
"Hier waren wir bereits in der Vergangenheit an einer Grenze angelangt, die aus meiner Sicht nicht überschritten werden darf. Der Entschluss, die Linie nicht neu auszuschreiben, ist schmerzhaft, aber unvermeidlich."
Harald Fichtner (CSU), Oberbürgermeister von Hof
Weiterbetrieb für fünf Jahre
Der Flughafen Hof-Plauen soll mindestens die nächsten fünf Jahre für den Geschäfts- und Werksverkehr sowie für Flugschulen weiterbetrieben werden. Gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium und dem Luftamt Nordbayern würden nun notwendige Investitionen geklärt und das Profil des Flughafens für die kommenden Jahre vertraglich festgelegt, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Hof.
"Der Flugplatz ist und bleibt eine wichtige Infrastruktureinrichtung für Oberfranken."
Martin Zeil (FDP), Bayerns Wirtschaftsminister
Die Flughafengesellschaft will nun über Personaleinsparungen beraten. Wörtlich teilte die Stadt Hof mit, man strebe eine "sozialverträgliche Anpassung der Beschäftigungszahlen" an.
Starts und Landungen von Privatmaschinen nehmen zu
Der Flughafen werde auch nach dem Ende der Fluglinie Hof-Frankfurt benötigt, sagte der Hofer Oberbürgermeister Harald Fichtner (CSU). In Hof gebe es parteiübergreifenden Konsens, den Airport als Verkehrslandeplatz für Geschäftsflieger und ihre Privatmaschinen weiter zu betreiben, so ein Sprecher der Stadt. Unternehmen aus Oberfranken, der Oberpfalz und Sachsen würden den Regionalflughafen immer mehr nutzen.
Hintergrund
1972
Die Verbindung zwischen Hof und dem gut 300 Kilometer entfernten Frankfurt am Main wurde 1972 eingerichtet, um das damalige "Zonenrandgebiet" besser an die nationalen und internationalen Wirtschaftszentren anzubinden. 20 Jahre lang diente der Regionalflughafen auch als Drehkreuz für Charterflüge in Urlaubsgebiete am Mittelmeer.
2002
Trotz großer Nachfrage mussten die Ferienflüge 2002 eingestellt werden. Grund: Mit 1.480 Metern war die Landebahn für moderne Flugzeuge zu kurz. Der Bau einer 70 Millionen Euro teuren neuen Startbahn scheiterte an der Finanzierung und dem Widerstand des Luftfahrtbundesamtes Nordbayern. Umweltschützer kritisieren den Flughafen seit langem als Millionengrab. Kommunalpolitiker sehen darin dagegen einen wichtigen Standortfaktor.
2010
Im Herbst 2010 hatte Cirrus den Vertrag für die Fluglinie Hof-Frankfurt überraschend gekündigt. Daraufhin erhöhte die bayerische Staatsregierung den Zuschuss für die Airline, um den Regionalflughafen Hof-Plauen zu betreiben. Seitdem erhält Cirrus jährlich gut 3,5 Millionen Euro Unterstützung vom Freistaat. Zugleich stimmten die Politiker zu, dass Cirrus die Zahl der Flüge nach Frankfurt am Main von täglich drei auf zwei reduziert.
2011
2011 nutzten nach Angaben der Stadt Hof 8.000 Passagiere den Regionalflughafen. Das sind rechnerisch weniger als 22 Fluggäste pro Tag. In der Vergangenheit registrierten die Verantwortlichen zu Spitzenzeiten bis zu 25.000 Passagiere jährlich.

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Peter Kaiser, Dienstag, 20.März, 10:02 Uhr
8. Flug-"Hafen" Hof-Plauen
Schon die Überschrift ist Unsinn, denn Hof - Plauen ist und war noch nie etwas anderes als ein "Verkehrslandeplatz". Wie man einen Verkehrslandeplatz zum Verkehrslandeplatz herabstuft, ist mir persönlich nicht bekannt, kann aber sicher vom Verfasser dieser Nachricht erklärt werden.
Martina Philipp, Donnerstag, 26.Januar, 10:37 Uhr
7. Flughafen Hof
Ich habe ein kleines Büro im Landkreis Hof, wir habe geschäftlich in Frankfurt und Düsseldorf zu tun. Wir nehmen schon seit Jahren die Fluglinie in Anspruch.
Man ist schneller und entspannnter an einem Drehkreuz. Die Abfertigung in Hof ist außerdem sehr zügig.
Das Risiko, dass die Maschine nicht fliegt, war allerdings schon groß. Argumente: Glatteis, Nebel o.ä.. Dazu kommt noch ein relativ hoher Flugpreis, denn wer kann schon Geschäftsflüge lange im Voraus buchen.
Viele Passagiere wurden dadurch abgeschreckt.
Ich finde es trotz allem sehr wichtig, dass diese Linie erhalten bleibt. Es ist ja auch ein Plus für Firmen, die sich hier ansiedeln wollen.
Eine Schande fände ich es, wenn sich die Bayrische Staatsregierung nicht vehement für den Erhalt der Fluglinie und des Flughafens einsetzen würde. In die Ballungszentren wird so viel Geld gepumpt (3. Startbahn in München) und hier will man die Bevölkerung aushungern. In Hof wurde der Ausbau der Start- und Landebahn wegen zu hoher Kosten abgelehnt.
Wer den Flughafen in Hof schließt, muss dafür sorgen, dass man schneller zum nächsten Flughafen kommt. Aber dafür wird ja auch nichts getan.
Heinz Dieter, Donnerstag, 26.Januar, 00:17 Uhr
6. Flughafen Hof
Ich schlage vor, eine Fluglinie München-Hof am Wochende einzurichten, damit die vielen
Lehrer, Polizisten, Krankenpfleger, Verwaltungsbeamten aus Oberfranken und Sachsen, die in München arbeiten, weil es dort nicht genügend Personal gibt, nicht auch noch am Wochenende stundenlang im Stau auf der Autobahn stecken, wenn sie nach Hause zu ihrer Familie wollen.
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