Wörth am Main (Lkr. MIL) Behörden verbieten Facebook-Party
Die Stadt Wörth am Main hat eine Facebook-Party verboten. Unbekannte hatten für Samstag (21.07.12) über das soziale Netzwerk dazu eingeladen. Polizei und Behörden rüsten sich nun, um einen Massenandrang tatsächlich zu verhindern.
Bereits Anfang Juni hatten Unbekannte unter anderem im Sozialen Netzwerk "Facebook" zu einer sogenannten "Project X Party" in Wörth am Main aufgerufen, die am kommenden Samstag (21.07.2012) stattfinden sollte. Die Stadt Wörth am Main und das Landratsamt Miltenberg haben diese Veranstaltung inzwischen verboten.
Stadt und Landratsamt befürchten Krawalle
Ausschlaggebend für das Verbot war die Befürchtung, dass möglicherweise tausende Jugendliche einem im Internet über "Facebook" verbreiteten Aufruf folgen und es wie bereits in anderen Städten zu Ausschreitungen mit Verletzten und Sachschaden kommen könnte. Das Polizeipräsidium Unterfranken schließt in seiner Lagebeurteilung aber nicht aus, dass sich trotz des Verbotes eine größere Anzahl Jugendlicher dort treffen könnte.
Ausschreitungen bei verbotenen Partys in der Vergangenheit
Ähnliche Events haben in den vergangenen Wochen bundesweit für nicht unerhebliche Ordnungs- und Sicherheitsstörungen, zum Teil auch mit Verletzten, gesorgt. Auch deshalb appellieren die Sicherheitsbehörden bereits im Vorfeld an alle Jugendlichen, der verbotenen Party fern zu bleiben. Erst am vergangenen Wochenende (14./15.07.12) war in Fürth eine derartige Facebook-Party mit einem Massenaufgebot von Polizisten vereitelt worden.
Wer haftet für Facebook-Partys?
"Öffentliche Veranstaltung"
Wer über Facebook zu privaten Partys einlädt und nicht alle Welt dabei haben will, muss ein entsprechendes Häkchen unterhalb der Eingabefelder entfernen. Wird das Häkchen nicht entfernt, erscheint die Ankündigung als öffentliche Veranstaltung. Aus einer Privatparty kann so sehr schnell eine unüberschaubare Veranstaltung werden, für deren Folgen der Initiator in die Pflicht genommen werden kann. Jüngste Partys zeigen: Unter dem Deckmantel der Anonymität beginnen ungebetene Gäste zu randalieren.
Kostenübernahme
Facebook-Partys können für die Initiatoren zum teuren Vergnügen werden können, sagte der Bundesvorsitzende der Polizeigewerkschaft, Bernhard Witthaut: Sofern der Veranstalter bekannt ist, habe er sämtliche Kosten für Polizei-, Feuerwehr- und Rettungseinsätze, aber auch für die Müllentsorgung zu übernehmen. Außerdem können Gebühren für die Sondernutzung öffentlicher Flächen anfallen. Sollte der Veranstalter nicht ermittelt werden können, muss die Kosten allerdings der Steuerzahler tragen.
Party-Verbote
Wenn konkrete Anhaltspunkte für geplante Sachbeschädigungen oder Gewalttätigkeiten vorlägen, könnten solche Veranstaltungen auch im Vorfeld verboten werden. Ein Problem liege aber oftmals darin, so die Polizeigewerkschaft, dass solche Einladungen oft anonym erfolgten und somit kein Veranstalter existiere, dem ein Verbot erteilt werden kann.
Facebook: Tipps für Eltern
Verbieten bringt nichts
Facebook zu verbieten bringt gar nichts, denn dann meldet sich das Kind eben heimlich an. Besser ist: Erlauben Sie Ihrem Kind sich anzumelden, aber stellen Sie einige Regeln auf. Zum Beispiel: Niemals einen Freund akzeptieren, den man in der realen Welt gar nicht kennt. Keine Fotos ins Internet stellen, die man später vielleicht bereuen könnte. Und ganz wichtig: Keine persönlichen Daten preisgeben, weder die Anschrift noch eine Telefonnummer. Der allerwichtigste Rat an das Kind ist aber: Wenn Dir irgendwas komisch vorkommt oder wenn online irgendwas passiert - komm zu mir, und ich werde Dir helfen und Dich beschützen!
Eltern müssen sich auskennen!
Oft kennen sich die Kinder besser im Internet aus als die Eltern. Aber es nützt nichts: Eltern MÜSSEN versuchen, mit den Kindern Schritt zu halten. Nehmen wir an, Ihre Tochter will zu Facebook dann melden Sie sich da auch an und lassen sich zeigen, wie es geht. Ganz wichtig dabei: Sie sollte Sie als Kontakt akzeptieren, dann können Sie mitlesen, was da so auf der Pinnwand geschrieben wird und ob sie vielleicht bedroht oder beschimpft wird.
Mama und Papa sind peinlich
Manche Kinder finden Ihre Eltern als Facebook-Freunde uncool. Es gibt aber Eltern, die haben sich gemeinsam mit dem Kind einen anderen Namen ausgedacht - nur die Freunde wissen nicht, dass das die Mama ist. Ganz wichtig sind auch die Sicherheitseinstellungen - am besten die höchste Stufe in allen Bereichen: die Freunde sollen die Texte lesen können, aber die Freundes-Freunde schon nicht mehr. Denn bei durchschnittlich 300 Freunden sind es schon 90.000 Freundes-Freunde, und wer weiß, wer da alles dabei ist.

Wetter

Janine, Donnerstag, 02.August, 14:50 Uhr
1. Strafe für Teilnehmer ..
Ich finde das Verbot solcher extremen Partys ist wirklich wichtig.
In diesem Report wird geschrieben, dass Teilnehmer von Facebook-Partys jetzt auch hohe Bußgelder zahlen müssen.. Keiner schlechte Idee, finde ich ...