DB-Museum Nürnberg Mit Volldampf in die Umbauphase
Im Nürnberger DB-Museum endet die Geschichte der Eisenbahn in Deutschland bisher im Jahr 1989. Das soll sich ändern: Mit umgestalteten Außengelände und weiteren Umbauten will das Museum seine Dauerausstellung fit für die Zukunft machen.
In der geplanten erweiterten Dauerausstellung will das DB-Museum in Nürnberg nicht nur die Vergangenheit Revue passieren lassen, sondern auch in die Zukunft blicken. Bei einem Pressetermin in Nürnberg beschrieb Museumsdirektorin Russalka Nikolov das Konzept eines "Zuglabors", in dem sich Besucher mit Visionen für die Zukunft der Bahn befassen können. "Wir sind derzeit dabei, ein Konzept zu entwickeln", sagte Nikolov, die seit vergangenem Mai Chefin des DB-Museums ist.
Eisenbahn und Europa
Daneben soll die Ausstellung um die Ereignisse nach der Wende erweitert werden. Seit 1989 sei ja auch viel passiert, unter anderem die Verschmelzung der Deutschen Reichsbahn der DBrandDR mit der Deutschen Bundesbahn. Thema werde auch der seitdem erreichte technische Fortschritt sein. Wichtig sei es auch, die europäische Bedeutung des Bahnverkehrs aufzuzeigen, erläuterte Nikolov die Pläne. So solle etwa die Frage beantwortet werden, welche Rolle das Eisenbahnsystem beim europäischen Einigungsprozess spielte.
Schätze aus dem Depot
Schon im kommenden September soll das Freigelände fertig sein. Dort ist bereits für Ende Februar die Eröffnung eines neuen Schaudepots geplant. Dort sollen künftig historische Fahrzeuge und Stellwerke aus dem Fundus des Museums gezeigt werden. Die Besucher könnten danach mit einem Schienenfahrrad das Gelände erkunden und an einem Stellwerk Weichen und Signale stellen. Die ausgestellten Loks und Züge sollen zudem öfter gewechselt werden.
"Kinder ernst nehmen"
Alle von Nikolov vorgestellten Umbauarbeiten sollen bis April 2013 abgeschlossen sein. Der normale Museumsbetrieb soll während der Umgestaltung weiterlaufen. Die Kosten der Umbauarbeiten lägen im sechsstelligen Bereich, so Nikolov. Für die ebenfalls geplante Modernisierung des Kinderbereichs hofft Nikolov auf Unterstützung der jungen Besucher. Ein Kinderbeirat aus Buben und Mädchen bis zwölf Jahren soll bei der Umsetzung helfen. "Wir wollen die Kinder mit ihren Ideen und Vorstellungen ernst nehmen", so Nikolov weiter.
Uneinholbares Rekordjahr
Im Jahr 2011 waren 147.000 Besucher auf das Gelände in der Nähe des Nürnberger Hauptbahnhofs gekommen, etwa 44.000 weniger als im Bahn-Jubiläumsjahr 2010. Für den damaligen Besucherrekord in dem von der Deutschen Bahn betriebenen Haus sorgten die Feiern zum 175. Jahrestag der ersten deutschen Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth.

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