Sechs Delfine leben im Nürnberger Tiergarten.
Tiergarten Nürnberg Wieder ein totes Delfinbaby
Erneut hat ein Nürnberger Delfin ein totes Baby geboren. Sollte es weiterhin Probleme mit der Zucht geben, stehe die Delfinlagune in Nürnberg langfristig in Frage, so die Tiergartenleitung. Von Tierschützern hagelt es Kritik.
Tierschützer kritisieren schon seit Jahren die Delfinhaltung des Nürnberger Tiergartens. Nun gibt es erneut ein totes Delfinbaby. Das aus Nürnberg stammende Weibchen Anke habe im niederländischen Delfinarium Harderwjik bereits Mitte Oktober ein totes Jungtier zur Welt gebracht, heißt es auf der Internetseite des Zoos. Anke war Ende 2008 vorübergehend nach Holland gebracht worden. Der Tiergarten spricht von einer "Hochzeitsreise in die Niederlande". Tierschützer des Wald- und Delfinschutzforums (WDSF) sagen hingegen, die Meeressäuger seien zum Schutz vor dem Baulärm vorübergehend nach Holland gebracht worden.
Nicht das erste tote Delfinbaby
Die Ursache der Totgeburt ist nach Angaben des Tiergartens bislang unklar. Delfinschützer werfen dem Tiergarten derweil vor, das tote Delfinbaby bisher verschwiegen zu haben. Seit 2004 sind zehn Delfinbabys aus dem Nürnberger Delfinarium tot zur Welt gekommen oder haben nur wenige Tage überlebt.
Tiergarten hofft auf baldige Zuchterfolge
Befürworter
Woran es liegt, dass es im Nürnberger Tiergarten mit dem Nachwuchs nicht klappt, weiß der stellvertretende Tiergartenchef Helmut Mägdefrau nicht. Zwischen 1986 und 1998 habe der Tiergarten Nürnberg gute Zuchterfolge bei Delfinen verbuchen können, erklärt er. Fünf Jungtiere wurden großgezogen. Damals seien die Bedingungen für die Delfine allerdings sehr viel schlechter gewesen als heute, so Mägdefrau. Mit dem Einzug in das neue Zuhause hoffte Mägdefrau, dass sich auch die Zuchterfolge wieder einstellen. Wenn es allerdings langfristig mit der Zucht nicht klappt, müsse auch der Tiergarten darüber nachdenken, die Delfinhaltung aufzugeben, gibt Helmut Mägdefrau zu. "Dabei sprechen wir von einem Zeitraum von zirka 20 Jahren", so der Vize-Tiergartenchef.
Tierschützer wollen Negativbilanz vorlegen
Gegner
Tierschützer des WDSF wollen nun erneut vor dem Tiergarten protestieren und eine Negativbilanz der ersten 100 Tage der neuen Delfinlagune vorlegen. Sie werfen dem Tiergarten Augenwischerei vor, da die bisherige Delfin-Show nun Präsentation heiße, aber inhaltlich das gleiche Vorführprogramm beinhalte. Außerdem sei die Gesamtfläche der neuen Delfinanlage trotz der Vergrößerung für die Delfine immer noch viel zu klein. Auch die Walschutzorganisation WDCS kritisiert die Delfinhaltung. Nachdem sie gerichtlich Akteneinsicht durchgesetzt hat, überprüft sie derzeit, ob schlechte Haltungsbedingungen zum Tod der Delfinbabys geführt haben.

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Antonietta, Freitag, 09.März, 11:31 Uhr
2. gegen die Gefangenhaltung von Delfinen (und anderen Tieren) !!!
Es ist unverantwortlich, diese hochentwickelten Tiere in Gefangenschaft zu halten, weil ihnen selbst die elementarsten Grundbedürfnisse vorenthalten werden: In freier Wildbahn leben Delfine in Gruppen von bis zu 100 Tieren zusammen, erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h, können bis zu 500 Meter tief tauchen und werden 10 Jahre älter als in Gefangenschaft.
Auch die Nahrung in Gefangenschaft, nämlich toter Fisch, ist für Delfine nicht "natürlich", denn in freier Wildbahn fressen Delfine nur lebende Fische, tote meiden sie. Delfine sind akustische Tiere; ihre Kommunikation und Orientierung im Raum erfolgt zum grossen Teil akustisch. Der akustische Ortungssinn ist in Gefangenschaft praktisch nutzlos und verkümmert.
Manfred Schreiner, Freitag, 04.November, 17:12 Uhr
1. Delfinhaltung
Wann endlich spannen die im Nürnberger Tiergarten, dass Delfine im Zoo unnatürlich leben müssen und in der sündhaft teuren neuen Lagune als Zirkusdarsteller missbraucht werden.