Automobilzulieferer Brose baut in Bamberg
Der Automobilzulieferer Brose baut in Bamberg einen neuen Standort. Geplant sind bis zu 1.200 Arbeitsplätze und Investitionen von über 200 Millionen Euro. Die Stadt Bamberg steuert elf Millionen Euro für den Ausbau der Infrastruktur bei.
Als einen "großartigen Tag für die gesamte Region Bamberg" wertete Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) in einer Pressekonferenz die Vertragsunterzeichnung mit Automobilzulieferer Brose. Auf einem rund 75.000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen dem Berliner Ring und der Memmelsdorfer Straße will Brose verschiedene Verwaltungs- und Produktionsgebäude errichten. Und zwar nach der aktuellen Planung in drei Stufen: In dem ersten Bauwerk werden ab 2014 rund 500 Mitarbeiter ihre Arbeit aufnehmen, bis 2017 rund 900 und langfristig dann 1.200.
Einstimmiger Beschluss
Brose-Gesellschafter Michael Stoschek zeigte sich vom einstimmigen Beschluss des Bamberger Stadtrats zugunsten der Ansiedlung hoch erfreut: "Als die Gesellschafter und der Beirat unserer Firma diese Nachricht erhielten, haben wir uns sofort entschieden, dieses Angebot anzunehmen", sagte Stoschek. Nach den "guten Erfahrungen und der konstruktiven Zusammenarbeit" mit den politischen Verantwortlichen im Landkreis und in der Stadt Bamberg sei die Entscheidung ebenfalls einstimmig erfolgt.
Hallstadt wird weiterentwickelt
Stoschek machte klar, dass die Entscheidung nicht gegen Hallstadt getroffen worden sei, wo Brose seit 1987 mit rund 1.400 Mitarbeitern vertreten ist. Das Hallstadter Werk solle weiterentwickelt und am Wachstum der Firmengruppe beteiligt werden. Allerdings prognostizierte Stoschek eine notwendige "große Flexibilität in den Arbeitsbedingungen" angesichts des globalen Wettbewerbs der Produktion von Automobilteilen.
Entscheidung gegen Coburg
Brose-Gesellschafter Stoschek führte die Standortentscheidung auf einen "Erfolg der Politik in Bamberg gegenüber dem Coburger Raum" zurück. In Coburg habe der Landrat seinen Wahlkampf gegen den Verkehrslandeplatz geführt. Und der Oberbürgermeister habe mit einer "unverantwortlichen Ausgabenpolitik" erreicht, dass die über viele Jahre einkommensstärkste Stadt Bayerns keinen Spielraum für Zukunftsinvestitionen habe. "Ich bedauere dies sehr, aber ich habe in meiner Geburtsstadt Coburg wenig Gegenliebe für mein Engagement gefunden", so Stoschek.
Coburg zeigt sich enttäuscht
Die Stadt Coburg reagierte gekränkt auf Broses Pläne, nach Bamberg statt nach Coburg zu ziehen: Man bedauere die Entscheidung, es handle sich allerdings um firmeninternes Ermessen, sagte Coburgs Oberbürgermeister Norbert Kastner (SPD) dem Bayerischen Rundfunk. Dass Coburg ein schlechter Wirtschaftsstandort ist, sei eine Momentaufnahme. Das gelte sicherlich nicht grundsätzlich, aber offenbar unter den Voraussetzungen, die Brose dem Gutachter vorgegeben hat, so Kastner. Wo die Stadt Rahmenbedingungen schaffen könne, tue sie das. Faktoren wie einen ICE-Halt oder eine Autobahn in alle Richtungen könne man aber nicht beeinflussen.
Hintergrund
Anfang Februar war bekannt geworden, dass Brose das neue Verwaltungsgebäude offenbar nicht am Stammsitz Coburg errichten will. Gerüchte, wonach das auf ein schlechtes Verhältnis zwischen Coburgs Oberbürgermeister Norbert Kastner (SPD) und dem Vorsitzenden der Brose-Gesellschafter Michael Stoschek zurückzuführen sei, dementierte Stoschek Anfang März in einem Leserbrief. Die Infrastruktur in Coburg sei für einen Standort zu schlecht, hieß es damals.
Städtebauliche Aufwertung
Für Oberbürgermeister Starke ist die Entscheidung des Bamberger Stadtrates, Flächenpotenzial im Nordosten der Stadt zur Verfügung zu stellen, eine "Aufwertung eines Stadteingangsbereichs". So habe der städtebauliche Aspekt bei dem Angebot an Brose durchaus eine Rolle gespielt. Zudem versetze die US-Konversion die Stadt in die Lage, 90 Hektar Gelände auf dem Flugplatz an der Breitenau aufzuwerten. Die Verkehrsanbindung sei für Brose ein "wichtiger Standortfaktor".
Komplett-Umbau für Brose?
Die Stadt Bamberg schnürt nun ein umfangreiches Paket zum Ausbau der Infrastruktur. Dazu gehört der Abriss der häufig leer stehenden Park & Ride-Anlage an der Breitenau, die erst 1999 gebaut wurde. Außerdem müsste durch den Bau ein neuer Standort für das Volksfest "Plärrer" gesucht werden. Geplant ist demnach auch, dass der FC Eintracht Bamberg umzieht und eine 110-Kilovolt- Starkstromleitung unter die Erde verlegt wird. Weiterhin soll am angrenzenden Flugplatz ein Tower entstehen, die Landebahn soll auf 25 Meter verbreitert werden und das Flugplatzgelände soll umzäunt werden.

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Hermann, Freitag, 25.Mai, 23:02 Uhr
1. Brose
Es sieht auf den ersten Blick sehr einfach aus.Der FC Eintracht erhält als ausgleich ein neues Sportgelände mit Sportgastsätte als ausgleich.Von den Tennishallen die im Weg
stehen, ist noch nicht die Rede.Mit dem Stromversorger wird man sich seitens der Stadt
mit erheblichem finaziellen aufwand einigen können.Der Ausbau des Aeroklub-Geländes
in einen regionalen Flughafen wird die schwierigste Hürde.Es ist nicht nachvollziebar,
daß der Steuerzahler bis in alle Ewigkeit, den Privatflugplatz von Brose subventioniert.
(Von Bosch hat man solches ansinnen noch nicht vernommen. Flughafen Hof-Plauen
wird sicherlich bald geschlossen.) Die Bügrer werden sich gegen den zunehmenden
Fluglärm wehren,zumal der Flughafen Nürnberg vor der Haustüre liegt.
Die zusätzlichen Arbeitsplätze waren in der Regel immer zu hoch angesetzt.
Die Terminplanung der Stadt wird dem von Brose nicht folgen können,
die geschätzten Kosten werden sich um ein vielfaches erhöhen,
Ich wünsche dem großen wirtschaflichen Ereignis viel Erfolg.
Mit freundlichen Grüßen
H.R.