Welterbe Bamberg Mauer durch die Domstadt
Die Deutsche Bahn will die Strecke durch Bamberg vierspurig ausbauen. Inklusive Lärmschutz-Mauer. Doch das könnte die Domstadt den Weltkulturerbe-Titel kosten.
Bis zu sechs Meter sollen die Lärmschutzwände hoch werden. Ein Graus für die Bürger und den Oberbürgermeister. Denn eines ist klar: Ohne Lärmschutz kann die Trasse nicht ausgebaut werden. Und der ICE-Halt in Bamberg ist wichtig für die Weltkulturerbestadt. Auf der anderen Seite passen eine meterhohe Betonmauer und ein Weltkulturerbe-Titel nicht besonders gut zusammen.
1994 fehlte das Geld
Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) beklagt außerdem, dass die Stadt nicht in den Planungsprozess integriert wurde. Die Pläne sind prinzipiell nicht neu. Schon 1994 wurde über den Ausbau der ICE-Strecke in Bamberg diskutiert, doch dann fehlte das Geld. Bis jetzt.
Gegen ein "Bamberg 21"
Bamberger wie Robert Bartsch wollen deshalb aktiv werden. Er hat eine Arbeitsgruppe "Bahnsinn Bamberg" gegründet, "um das Schlimmste" zu verhindern. Ein "Bamberg 21" soll in jedem Fall verhindert werden. Eine erste Arbeitssitzung fand Anfang März statt. Nach eigenen Angaben fassten die Teilnehmer dabei ihre Forderungen zusammen: von einer Erweiterung der Pufferzonen für das Weltkulturerbe bis zur Einberufung eines Expertenhearings für alternativen Lärmschutz.

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Tom German, Mittwoch, 25.Januar, 01:11 Uhr
1. Bamberg21
Hoffentlich wird das dann auch eine Bürgerinitiative die Vorschläge hat wie man im Rahmen des Bezahlbaren andere Lösungen verfolgen kann. Denn St.-Floriansjünger die mit überzogenen Forderungen und Kirchturmdenken die dringend notwendigen Ausbauten des Bahnnetzes blockieren gibt es in diesem Land eh schon zu viele.
Und eine Lokalpolitik die erst in der Planungsphase jede Umfahrung verhindert weil ja ein ICE auch mal ohne Halt an ihrem "Nabel der Welt" vorbeifahren könnte und die dann, wenn die Bürger merken, was eine Führung des gesamten Ausbaus durch die Mitte dre Stadt bedeutet, umfällt und der Bahn Vorwürfe macht haben wir auch schon zu viele.
Vielleicht sollte Bamberg doch eine Umfahrungsstrecke, sozusagen eine Umgehungsstrasse für Züge, favorisieren - auch auf die Gefahr hin, dass dann der eine oder andere ICE zwischen München und Berlin nicht in Bamberg hält. (Da stellt sich ohnehin die Frage ob jeder die grossen Metropolen verbindender ICE in einer 70.000-Einwohner-Stadt halten muß!)
Dafür hätte ma dann aber auch durchfahrende Züge (insbesondere Güterzüge bei Nacht) nicht im Stadtgebiet und käme bei dann weiterhin nur zwei Gleisen auch mit deutlich niedrigeren Lärmschutzwällen aus.