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10 Jahre Erzbischof Ludwig Schick "Das Evangelium ist mein Programm"

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat 2012 sein zehntes Amtsjubiläum begangen und blickt auf eine bewegende Zeit als Oberhirte des Erzbistums zurück. In seine Amtszeit fallen weitreichende Entscheidungen.

Von: Marion Krüger-Hundrup Stand: 21.09.2012
Bambergs Erzbischof Ludwig Schick | Bild: Marion Krüger-Hundrup

Die breite Öffentlichkeit weiß von Erzbischof Ludwig Schick vor allem, dass er frühmorgens um fünf Uhr durch Bamberg joggt und jedes Jahr das Sportabzeichen macht. Dabei ist der sportliche Oberhirte des Erzbistums Bamberg gerade auf seelsorglichem Gebiet umtriebig und präsent: "Die Seelsorge macht mich froh", sagt er selbst. Schließlich hat der gebürtige Oberhesse ein standfestes Fundament.

"Das Evangelium Jesu Christi ist mein Programm. Es enthält meine Schwerpunkte, in ihm finden sich meine Ideen, und es gibt Ziele vor."

Erzbischof Ludwig Schick

Ziele, die Ludwig Schick auch in den nächsten zehn Jahren verfolgen möchte, sofern ihn der Papst im "fränkischen Rom" belässt.

Erzbistum gut aufgestellt

Erzbischof Ludwig Schick beim Gottesdienst

In Schicks bisherige Amtszeit fallen weitreichende Entscheidungen. Dazu gehört der finanzielle Konsolidierungsprozess im Erzbistum 2003. Die schmerzhaften Sparbeschlüsse und der Einstellungsstopp "sind richtig gewesen, um nicht in die Schuldenfalle zu geraten", sagt der Erzbischof. Heute kann er auf eine solide Finanzbasis seiner Erzdiözese blicken. Der sogenannte Pastoralplan, der unter seiner Federführung entstand, regelt die seelsorglichen Aufgaben in einer gewandelten Kirche. Die Einrichtung von Seelsorgebereichen trägt der geringer werden Zahl von Priestern und hauptamtlichen pastoralen Mitarbeitern Rechnung.

"Wir können zuversichtlich in die Zukunft gehen."

Erzbischof Ludwig Schick

Fast 500 Kirchen besucht

Erzbischof Ludwig Schick verteilt den Segen

Inzwischen hat Schick in der Erzdiözese, das einzige Diasporabistum Bayerns mit einer katholischen Minderheit, 499 Kirchen besucht. Öfter ist er ohne Fahrer mit seinem VW-Golf allein unterwegs. Bei seinen Reisen durch die Pfarrgemeinden stellt er fest, "dass der Glaube lebendig ist, auch wenn die Kirche von den Menschen mehr als früher hinterfragt wird". Seine Besuchsliste ist noch nicht abgeschlossen. Der Erzbischof hat sich das Ziel gesteckt, alle 800 Kirchen und Kapellen des Erzbistums aufzusuchen.

Außenminister der deutschen Kirche

Seit 2006 ist Schick auch Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz und wird daher oft als "Außenminister" der katholischen Kirche in Deutschland bezeichnet. Vor allem in dieser Funktion hat er viele Auslandsreisen von China bis Haiti unternommen. Ein würdiges Leben für alle Menschen auf der Erde ist eines seiner zentralen Anliegen. Unter seiner Amtsführung wurde 2007 die Diözesanpartnerschaft mit dem senegalesischen Bistum Thiès ins Leben gerufen.

"Wir bereichern uns gegenseitig, wenn wir füreinander beten, uns immer besser kennen lernen und solidarisch unsere geistigen und materiellen Gaben austauschen."

Erzbischof Ludwig Schick

Professor für Kirchenrecht

Ludwig Schick wurde am 22. September 1949 in Marburg geboren. Vor der Wahl, ob er Arzt oder Priester werden solle, hatte er sich aus innerster Überzeugung für die Seelsorge entschieden und seine Berufung nie bereut. Seine philosophisch-theologischen Studien absolvierte Schick in Fulda und Würzburg. Am 15. Juni 1975 wurde er in Fulda zum Priester geweiht und war dann Kaplan in Neuhof (Kreis Fulda). Fünf Jahre später promovierte er an der Päpstlichen Universität Gregoriana. Von 1981 an lehrte Schick an der Theologischen Fakultät Fulda und am Katholischen Seminar der Universität Marburg Kirchenrecht. Von 1985 bis 2002 war er Lehrstuhlinhaber für Kirchenrecht an der Theologischen Fakultät Fulda.

"Sapientia nobis a Deo"

1987 wurde Schick ins Domkapitel von Fulda berufen. Bischof Johannes Dyba ernannte Schick 1995 zum Generalvikar des Bistums Fulda. Es folgte 1998 die Ernennung zum Weihbischof von Fulda durch Papst Johannes Paul II. Als Leitspruch für seinen bischöflichen Dienst hat sich Schick eine Stelle aus dem 1. Korintherbrief gewählt: "Sapientia nobis a Deo – Jesus Christus ist die Weisheit, uns von Gott gegeben". Am 28. Juni 2002 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Erzbischof von Bamberg ernannt und am 21. September von Nuntius Giovanni Lajolo in sein Amt eingeführt.

Schicks Wirken in Zahlen

Erzbischof Schick hat in den vergangenen zehn Jahren 316 Firmungen mit 17.646 Firmlingen gespendet, 60 Priester- und 47 Diakonenweihen vorgenommen, 52 Pastoral- und Gemeindereferenten beauftragt, 891 Religionslehrer entsendet.


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