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Asyl-Protestmarsch Flüchtlinge sind in Berlin angekommen

Rund einen Monat nach dem Start in Würzburg sind etwa 70 Flüchtlinge und ihre Unterstützer am Freitag (05.10.12) in Berlin angekommen. Mit ihrer Aktion wollen die Flüchtlinge bessere Lebensbedingungen für Asylbewerber erreichen.

Stand: 05.10.2012
Ankunft von Flüchtlingen in Berlin | Bild: picture-alliance/dpa

Der Protestzug von Menschen aus verschiedenen Ländern, darunter Iran, Afghanistan und Ghana, überquerte am Freitag die frühere innerdeutsche Grenze an der Glienicker Brücke zwischen Potsdam und Berlin. Die Flüchtlinge wurden von rund 200 Unterstützern begleitet. Mit dem knapp vierwöchigen Fußmarsch protestieren die Asylbewerber gegen Einschränkungen wie die Residenzpflicht, Arbeitsverbote, das Asylbewerberleistungsgesetz und die Unterbringung in Wohnheimen und lagerähnlichen Einrichtungen

Asylbewerber leiden unter Angst vor Abschiebung

Protestzug der Asylbewerber überquert die Glienicker Brücke

Der am 8. September in Würzburg gestartete Protestmarsch führte von Bayern aus durch Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg nach Berlin. Die Aktion wurde von einer Bustour begleitet. "Ohne Zweifel hat die deutsche Regierung Gesetze erlassen, die uns das Leben vergessen lassen und uns dazu bringen, nur noch in den Asylbewerberheimen zu überleben, immer mit der Angst, abgeschoben zu werden", begründen die Flüchtlinge ihre Aktion in einem Internet-Blog. Die Proteste sollen mit einem Demonstrationszug von Berlin-Kreuzberg zum Bundestag am 13. September vorerst enden.

Protest mit drastischen Aktionen

Die iranischen Flüchtlinge begannen ihre Proteste gegen die bayerische und deutsche Asylpolitik sowie die Bedingungen in ihren Unterkünften am 19. März in Würzburg. Zunächst hatten sie mit einem Hungerstreik auf sich aufmerksam gemacht, dann ließen sich einige der Flüchtlinge die Münder zunähen. Die Stadt Würzburg wollte die zugenähten Lippen als Protestform verbieten lassen, scheiterte aber vor dem Verwaltungsgericht Würzburg und anschließend vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München. Auslöser der Protest-Aktionen war der Selbstmord eines iranischen Asylbewerbers Anfang des Jahres in einer Würzburger Gemeinschaftsunterkunft.

Flüchtlinge verlieren zunehmend Unterstützung

Protestierende Iraner im Zentrum von Würzburg

Mit den immer radikaler werdenden Aktionen verspielten die iranischen Asylbewerber zunehmend Sympathie in der Bevölkerung. Die Grünen in Würzburg kritisierten die Form der Proteste und auch eigene Landsleute distanzierten sich.


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