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Nach Aus der Nürnberger AZ Konkurrenz steht schon in den Startlöchern

Kaum ist von der Nürnberger Abendzeitung am Samstag (29.09.12) die letzte Ausgabe erschienen, kämpft auch schon die Konkurrenz um die frei gewordenen Marktanteile. "Bild" und "tz" stehen in Nürnberg schon in den Startlöchern.

Stand: 30.09.2012

Am Montagmorgen (01.10.12) ließ die Münchener "tz" am Nürnberger Hauptbahnhof Freiexemplare verteilen. Die Aktion soll bis zum Ende der Woche fortgesetzt werden. Auch die "Bild" ködert ehemalige AZ-Leser mit Angeboten für kostenlose Zeitungen.

Neues Konzept nicht aufgegangen

Bis zuletzt hatte sich die Geschäftsführung dafür eingesetzt, mögliche Investoren zu finden oder mit anderen Zeitungsverlagen zu kooperieren. Diese Bemühungen sind offenbar ohne Erfolg geblieben. AZ-Chefredakteur Peter Groscurth bedauerte in einer Mitteilung am Donnerstag (27.09.12), dass das Konzept einer stark regional ausgerichteten Boulevardzeitung leider nicht aufgegangen sei. Das Aus habe sich seit längerem abgezeichnet, sagte Geschäftsführer Roland Finn. Dennoch seien die Mitarbeiter tief betroffen. Bis zuletzt hatte man bei der AZ gehofft, einen neuen Investor für das Blatt zu finden.

Schnelle Lösung für die Beschäftigten

Die Schlagzeile der letzten AZ-Ausgabe

Derzeit wird für die insgesamt 35 Beschäftigten in Redaktion, Verwaltung und Betrieb über einen Sozialplan verhandelt. Auch der Bayerische Journalistenverband (BJV) setzt auf die Gründung einer Transfergesellschaft für die betroffenen Mitarbeiter. Der BJV-Vorsitzende Wolfgang Stöckel sagte dem Bayerischen Rundfunk, man müsse nun schnell prüfen, welche Möglichkeiten bestünden. Der Nürnberger Stellenmarkt biete für Zeitungsjournalisten im Moment nur wenig Chancen.

"Es wird mit Sicherheit noch die eine oder andere größere Summe aus der Schatulle des Herrn Oschmann [Eigentümer der AZ, Anm. d. Red.] fließen müssen, damit das alles ordentlich abgewickelt werden kann."

Wolfgang Stöckel, BJV-Vorsitzender

Zuletzt nur noch 13.000 Exemplare

Der Medienunternehmer Gunter Oschmann hatte die Abendzeitung Nürnberg im April 2010 gekauft und als eigenständige Boulevardzeitung mit eigener Vollredaktion und verändertem optischem Konzept neu positioniert. Doch das Traditionsblatt kämpfte seit längerem mit einer schwindenden Auflage und wirtschaftlichen Problemen. Zuletzt wurden täglich nur noch rund 13.000 Exemplare gedruckt, so der Bayerische Journalisten-Verband. Ob der Auflageschwund auf das damals neu geschaffene Redaktionskonzept oder auf die allgemeine Krise deutscher Tageszeitungen zurückgeht, wollte die Abendzeitung nicht kommentieren. Journalistenverbände hatten unter anderem auch den Wegfall eines eigenen Kulturteils für den Niedergang der Zeitung verantwortlich gemacht.

Münchner Abendzeitung nicht betroffen

Ehemaliges Layout der Abendzeitung

"Wir bedauern die Einstellung dieses traditionsreichen Blattes sehr, möchten aber deutlich darauf hinweisen, dass die Münchner Abendzeitung davon nicht betroffen ist", sagte der Chefredakteur des Münchner Blattes, Arno Makowsky. Im Gegensatz zu der Nürnberger Ausgabe habe sich das Blatt in der Landeshauptstadt nach einem harten Sparprogramm im Jahr 2010 positiv entwickelt.

Stichwort: Abendzeitung Nürnberg

Die Abendzeitung Nürnberg startete 1919 als "Acht-Uhr-Blatt". Damit gehört sie zu den ältesten Boulevardzeitungen im deutschsprachigen Raum. In den 1960er-Jahren übernahm die Münchener Abendzeitung das Blatt. Vor zwei Jahren kam die AZ dann als eigenständige Tageszeitung nach Nürnberg zurück.


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6 Kommentare

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Magna-Aurelia, Dienstag, 09.Oktober, 12:12 Uhr

6. Ende eines intelligenten Buolevardblattes

Trotz in den letzten 1 1/2 Jahren fortschreitender Zahnlosigkeit und sinkendem Niveau:
jammerschade !!
Zum Schluß habe ich es nur wegen Klaus Schamberger und Gerd Bauer gekauft.

Elvira Marquardt, Nürnberg, Freitag, 05.Oktober, 23:21 Uhr

5. Ende der AZ

Liebe Nürnberger Abendzeitung,
schon als kleines Mädchen war ich mit dem 8-Uhr-Blatt konfrontiert, mein Papa hatte diese jeden Tag gelesen und von der Arbeit mit nach Hause gebracht. Hier wurde sie dann nochmals von der ganzen Familie gelesen. Später als ich selbst Berufstätig wurde habe ich mein eigenes 8-Uhr-Blatt, dann blaue AZ und zum Schluss rote AZ gekauft, gelesen und an meine Mutter weitergegeben. Leider waren wir zum Schluss über die neue Gestaltung nicht mehr so glücklich, wir haben aber trotzdem unserer AZ die Treue gehalten. Schaden und mit Wehmut müssen wir jetzt ohne unser Blatt weiterleben. Bedauerlicherweise ist dieser Umstand auch mit der Arbeitslosigkeit von den in der Redaktion Beschäftigten verbunden. Ich wünsche Gottes Segen für die weitere Zukunft und vielleicht lebt mein/unser Blatt irgendwann mal wieder auf. Liebe Grüße eine treue Leserin.

Turan, Mittwoch, 03.Oktober, 18:49 Uhr

4. Schade, aber nicht nur

Um die Abendzeitung, wie man sie früher kannte, ist es wirklich schade. Sie war eine Boulevardzeitung mit Hirn, und mit Köpfen wie Klaus Schamberger und viele anderen.

Leider hat sie durch Eigentümerwechsel, Neukonzeptionierung und - erzwungene - Sparmaßnahmen sehr abgebaut.

Die Abendzeitung 2012 war nicht mit der alten AZ zu vergleichen.

Hoffentlich folgt auf die Boulevardzeitung mit Hirn kein Revolverblatt!