Franken

DFB-Pokal Greuther Fürth im Halbfinale

Überraschungscoup: Zweitligist Greuther Fürth ist im DFB-Pokal der Einzug ins Halbfinale gelungen. Mit dem Treffer von Olivier Occean besiegelten die Franken das Pokalaus für den Bundesligisten 1899 Hoffenheim.

Stand: 09.02.2012

Der fränkische Außenseiter hatte auf ein Pokalwunder gegen den Bundesligisten gehofft, doch Hoffenheim erwies sich von Anfang an als unangenehmer Gegner. In der aufgeheizten Sinsheimer Arena gelang den Gästen dennoch die Überraschung. Nach 44 Minuten lag der Zweitligist in Führung. Die Gastgeber nach der Roten Karte für Marvin Compper in Unterzahl konnten das Blatt nicht mehr wenden. Greuther Fürth zum ersten Mal im Halbfinale - Fußball-Franken steht Kopf.

Für Fürth-Trainer Mike Büskens war es eine anstrengende Partie: "Die 90 Minuten waren sehr nervenaufreibend. Wir haben alles reingeschmissen, was ging." Dafür zollte er seinem Team "allerhöchsten Respekt, die Jungs haben das Spiel ihres Lebens gespielt und jetzt haben wir das nächste Spiel des Lebens - das Halbfinale. Ich wünsche mir jetzt ein geiles Heimspiel, dann wird's brennen." Für Hoffensheim-Trainer Holger Stanislawski war die Partie dagegen eine bittere Niederlage. "Das ist richtig enttäuschend für uns, weil wir eine gute Partie geboten haben. Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen. Sie sind heute brutal marschiert."

Fürth nutzt die Chance zum 1:0

Compper sieht Rot

Die Hoffenheimer Spieler wollten sich die Kritik von Holger Stanislawski nach dem mageren 2:2 gegen Augsburg nicht auf sich sitzen lassen. Entsprechend aggressiv starteten die Kraichgauer in die Begegnung mit dem Zweitligisten und dominieren die Begegnung auch lange. Allerdings hielt Fürth gut dagegen. Die Räume für den Angriff der Gastgeber waren zunächst eng gesteckt. Dennoch hatte Srdjan Lakic in der achten Minute die Gelegenheit zum Torschuss. Keeper Max Grün hielt jedoch mühelos. In der 19. Minute versuchte es dann Edgar Prib aus 22 Metern für die Gäste, verfehlte das Tor aber deutlich. Knapper am Erfolg vorbei ging Olivier Occean in der 30. Minute. Er scheiterte an TSG-Keeper Tom Stark. Bei den Gastgebern hatte zuvor Grün eine echte Chance von Peniel Mlapa (24.) verhindert. Für den größten Aufreger sorgte bis dahin aber eine Tätlichkeit von Marvin Compper (36.) gegen Robert Zillner, der dafür die Rote Karte sah. Die Chance für Fürth? Schon in der 39.konnte Starke das 1:0 durch Heinrich Schmitdgal nur knapp verhindern. Dann der Schock für Hoffenheim. Nur sieben Minuten nach dem Platzverweis ging der Zweitligist mit einem Treffer von Occean verdient in Führung. Die Hoffenheimer Nerven lagen blank.

Hoffenheim glücklos

Hoffenheim-Trainer Holger Stanislawski ratlos

Die Gastgeber wollten sich trotz Unterzahl nicht geschlagen geben. Fürth ließ sich davon jedoch wenig beeindrucken und verteidigte die Führung. In der 53. Minute lag der Ball sogar zum zweiten Mal im Hoffenheimer Tor, doch Prib stand dabei im Abseits. Das Team von Stanislawski drückte nach vorne und hatte deutlich mehr Ballbesitz, doch zwingend bis vor das Tor von Grün kamen sie nicht. Im Gegenteil, die Kleeblätter waren weiter dem Pokal-Glück näher und das 2:0 sogar kurz zum Greifen nah. Schröck legte vor, doch Occean war zu spät und Prib schoss aus halblinker Position über den Kasten.

1899 Hoffenheim - SpVgg Greuther Fürth 0:1 (0:1)

Hoffenheim: Starke - Beck, Vestergaard, Compper, Braafheid - Williams, Strobl (83. Salihovic) - Mlapa (64. Babel), Firmino, Johnson (79. Gyau) - Lakic.
Trainer: Stanislawski

Fürth: Grün - Schröck, Kleine, Mavraj, Schmidtgal - Fürstner, Prib - Sararer, Zillner (55. Pekovic) - Occean (89. Karaslawow), Nöthe (42. Asamoah).
Trainer: Büskens
Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb)
Tor: 0:1 Occean (44.)
Zuschauer: 14.000
Beste Spieler: Vestergaard, Strobl - Schmidtgal, Sararer
Rote Karten: Compper nach einer Tätlichkeit (36.)
Gelbe Karten: Lakic - Zillner, Schmidtgal, Occean, Asamoah