1. FC Nürnberg 0:2 nach großem Kampf
Toll gekämpft, alles riskiert, aber dennoch verloren: Der 1. FC Nürnberg hielt gegen Borussia Dortmund lange gut mit, wurde für eine starke Leistung aber nicht belohnt und zog gegen am Ende konternde Gäste mit 0:2 den Kürzeren.
45.572 Zuschauer im ausverkauften Frankenstadion erlebten die vierte Heimniederlage des 1. FC Nürnberg, der durch das 0:2 (0:0) auf den 14. Tabellenplatz abrutschte. Dortmund grüßt dagegen nach dem dritten Sieg im neuen Jahr von ganz oben. Der BVB wurde vor allem in der ersten Halbzeit vom Club ordentlich gefordert, entpuppte sich aber über die vollen 90 Minuten als die kreativere Mannschaft.
Nürnberg zweikampfstark und aggressiv
Fünf Minuten brauchten die Gastgeber, um sich bei knapp minus elf Grad zu akklimatisieren. Dann hatten sie sich warm gespielt und legten mit heißem Herz los. Schon richtig: Nicht der große Favorit aus Dortmund machte in den ersten 20 Minuten das Spiel, sondern der Club. Die Nürnberger ließen ihren Gegenspielern wenig Raum, gingen sofort auf den Mann und gewannen die meisten Zweikämpfe. Und so ergaben sich ein paar gute Möglichkeiten. Nach einem kleinen "Eckballfestival" mussten die Gäste zweimal für den geschlagenen Roman Weidenfeller auf der Linie klären: einmal wehrte Lukas Pisczek einen Schuss von Dominik Maroh, einmal klärte Shinji Kagawa per Kopf (12. Minute). Kurz danach brachte Tomas Pekhart aus vier Metern das Kunststück fertig, den Ball freistehend noch übers Tor zu schießen (18.).
Raphael Schäfer zeigt sein Können
Der BVB brauchte etwas, um sich von diesem überraschenden Sturmlauf des FCB zu erholen. Mit der Zeit übernahmen die Gelben, bei denen Nationalspieler Sven Bender früh verletzt ausschied, aber die Initiative im Mittelfeld und spielten sich nun ebenfalls einige gute Torchancen heraus. Kevin Großkreutz, Shinji Kagawa und zweimal Robert Lewandowski scheiterten jedoch am gut aufgelegten Club-Schlussmann Raphael Schäfer oder zielten zu ungenau.
Kehls Treffer gibt Dortmund Sicherheit
Nach der Pause merkte man den Gästen direkt an, dass sie jetzt zulegen wollten. Und mit der ersten Kombination gingen die Gäste prompt in Führung. Über die Stationen Moritz Leitner und Pisczek kam der Ball in den Strafraum, wo Sebastian Kehl nicht lange fackelte und unhaltbar für Schäfer zum 0:1 einschoss (48.).
Barrios macht alles klar
Dem BVB gab dieses Tor etwas mehr Sicherheit, auch wenn der Zug zum Tor jetzt fehlte. Da es auch der Club nicht mehr gefährlich nach vorne schaffte, flachte die Partie nun etwas ab. In der 60. Minute reagierte Trainer Dieter Hecking zum ersten Mal und brachte mit Alexander Esswein und Timothy Chandler zwei frische Spieler. Nachdem auch diese Maßnahme keinen Erfolg brachte, setzte er in der 80. Minute mit der Hereinnahme von Stürmer Albert Bunjaku für Innenverteidiger Maroh alles auf eine Karte. Doch der Treffer fiel prompt auf der Gegenseite. Der kurz zuvor eingewechselte Lucas Barrios staubte einen Abpraller von Schäfer ab und machte mit dem 2:0 für den Meister alles klar.
Hecking: "Das war richtig gut"
"Es war ein Arbeitssieg heute. Und das macht den Sieg so besonders, dass es kein leichter Sieg war", gab BVB-Trainer Jürgen Klopp nach dem Spiel zu und lobte die Nürnberger, "die vor allem bei Standardsituationen brandgefährlich waren". Ähnlich sah es Dieter Hecking: "In den ersten 25 Minuten haben wir viele Chancen und Standardsituationen herausgearbeitet, das war richtig gut".
1. FC Nürnberg - Borussia Dortmund 0:2 (0:0)
Nürnberg: Raphael Schäfer - Feulner, Maroh (80. Bunjaku), Wollscheid, Hlousek - Cohen (60. Chandler), Simons - Hegeler, Didavi, Eigler (59. Esswein) - Pekhart
Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Sven Bender (22. Leitner), Kehl - Blaszczykowski (88. Gündogan), Kagawa, Großkreutz - Lewandowski (72. Barrios)
Tore: 0:1 Kehl (48.), 0:2 Barrios (82.)
Zuschauer: 45.572
Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)

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