Report München


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Die Geschichte des ARD-Politmagazins Von den Anfängen bis heute

Als Vorgänger von report MÜNCHEN geht am 25. Oktober 1960 das Magazin "ANNO - Filmberichte zu Nachrichten von gestern und morgen" auf Sendung. Damit ist ANNO das erste politische Magazin der ARD.

Stand: 07.08.2012

Hartnäckige Recherchen, unbequeme Standpunkte. Seit Jahrzehnten sorgen die ARD-Politikmagazine aus München für Gesprächsstoff. Stories, Skandale, Schlagzeilen - ein spannender Streifzug durch investigative Recherchen und hautnah erlebte Zeitgeschichte.

Helmut Hammerschmidt

Gründungsvater und erster Moderator der Sendung ist Helmut Hammerschmidt.

Da es im deutschen Fernsehen noch kein Auslandsmagazin gibt, behandelt ANNO nicht nur innenpolitische Themen, sondern auch viel Internationales. Von Anfang an spielt dabei die Auseinandersetzung mit der jüngsten deutschen Vergangenheit eine wichtige Rolle. In der ersten Sendung berichtet ANNO über die Verhaftung des SS-Obersturmbannführers Adolf Eichmann. Über den Prozess gegen Eichmann wird in ANNO regelmäßig informiert und damit über den Massenmord an Juden aufgeklärt. Bis heute spielen Themen zum deutsch-jüdischen Verhältnis in report eine zentrale Rolle.

Hans Heigert

Hans Heigert | Bild: BR

Moderator ist der damalige Chefredakteur des Bayerischen Fernsehens Hans Heigert.

Am 5. August 1962 sendet der Bayerische Rundfunk seine erste Magazinsendung unter dem Namen report. Erfinder des neuen Titels ist Redaktionsleiter Dagobert Lindlau. Man entscheidet sich für diesen Namen, da mit dem Wort report nicht nur ein international verständlicher und gebräuchlicher Titel gefunden ist, sondern auch, weil der Begriff "report" ein für das Format passendes journalistisches und filmisches Genre repräsentiert. Die neue Ära Heigert/ Lindlau findet ihren sichtbaren Ausdruck in einem neuen Sendungstrailer. Und dieser macht sofort deutlich, was report zu bieten hat: Reportagen pur.

Klaus Stephan

Klaus Stephan | Bild: BR

In den 70ern moderiert der ehemalige Afrika-Korrespondent der ARD Klaus Stephan die Sendung report aus München.

1970 wird Klaus Stephan neuer Redaktionsleiter und Moderator von report aus München. Von 1972 bis 1977 existiert eine Redaktionsgemeinschaft zwischen den beiden ARD-report-Sendungen aus München (BR) und aus Baden-Baden (SWF). Die Gesamtleitung des vereinigten Magazins wechselt jährlich, die Moderation von Sendung zu Sendung. Beide Sender unterhalten zwar eine eigene report-Redaktion, doch wegen der engen Kooperation finden sich zum Teil dieselben Autoren in den Ausgaben des SWF und des BR. Auslandsthemen spielen bei report immer noch eine wichtige Rolle.

Günther von Lojewski

Günther von Lojewski | Bild: BR

Ende der 70er Jahre moderiert der spätere Intendant des SFB Günther v. Lojewski die Sendung.

Für großes Aufsehen sorgt 1984 eine Durchsuchungsaktion der Bundesanwaltschaft in den Räumen der report-Redaktion. Der Auslöser: ein report-Film über den geheimen „Bundeswehrplan 1985 - 1997“. Darin werden Mängel in der Luftverteidigung und Lücken bei der Finanzierung von Bundeswehrprojekten aufgedeckt. Fahnder des BKA beschlagnahmen die geheime Akte. Begründung: ein potentieller Feind hätte aus Kenntnis des Bundeswehrplans Vorteile ziehen können, die die äußere Sicherheit der Bundesrepublik gefährdeten. Die brisante Akte sei, so der damalige Verteidigungsminister Wörner, das „Interessanteste, was es für einen potentiellen Gegner“ zu wissen gebe und dürfe deshalb auch in einer öffentlich-rechtlichen Anstalt nicht „unbefugt herumliegen“. Unliebsame Erinnerungen an die Spiegel-Affäre aus dem Jahr 1962 wurden wach.

Heinz-Klaus Mertes

Heinz-Klaus Mertes | Bild: BR

Bewegte Zeiten Ende der 80er Jahre für den neuen Moderator Heinz-Klaus Mertes.

Die friedliche Revolution in der DDR, die deutsche Wieder-vereinigung und die Aufarbeitung des DDR-Unrechts sind Anfang der neunziger Jahre die wohl wichtigsten Themen von report aus München. Am 16. Januar 1990 sendet report aus München eine Sondersendung live aus Dresden. Fast jeder fünfte Fernsehzuschauer hat an diesem Abend report eingeschaltet. Auch zu anderen weltgeschichtlichen Ereignissen gibt es report-Extra Ausgaben. Der Zusammenbruch der Sowjetunion und der Golfkrieg werden in monothematischen Sendungen mit Filmbeiträgen und zahlreichen Live-Konferenzschaltungen in die Regionen aufgearbeitet.

Andreas Bönte

Andreas Bönte | Bild: BR

Von 1992 bis 2005 leitet und moderiert Andreas Bönte das Politmagazin report MÜNCHEN.

Große Polit-Skandale sorgen Ende der neunziger Jahre und Anfang des neuen Jahrtausends für Aufregung in der Bundesrepublik. Ob CDU-Spendenskandal, die Affäre um Jürgen W. Möllemann oder bestechliche SPD-Politiker in Nordrhein-Westfalen: report München ist immer vorne mit dabei, wenn es um die Aufklärung von Politaffären in Deutschland geht. Besondere Aufmerksamkeit erreichte dabei die CDU-Spendenaffäre. Aufgrund von report-Recherchen muss der damalige CDU-Partei- und Fraktionsvorsitzende Wolfgang Schäuble ein weiteres Treffen mit dem Waffenhändler Schreiber und damit eine Lüge vor dem Bundestag eingestehen. Wenige Tage nach der report-Sendung tritt Wolfgang Schäuble von all seinen Parteiämtern zurück.

Stephan Keicher

Seit Dezember 2005 leitet Stephan Keicher das ARD-Politmagazin aus München

Die großen ideologischen Schlachten sind geschlagen – und die Politik steht unversehens vor ganz neuen, nie dagewesenen Problemen. Klimawandel, der GAU in Fukushima, der plötzliche Atomausstieg, die Energiewende. report München stellt seit 2007 unbequeme Fragen: Wie unabhängig ist der Weltklimarat? Wie sinnvoll ist die Förderung von Biosprit? Und prognostiziert schon früh die Subventionsprobleme alternativer Energien. Die Lehmanpleite 2008 und die darauf folgende Wirtschafts- und Finanzkrise, die Euro-Krise: Politik und Wirtschaft sind untrennbar miteinander verbunden. Wer beherrscht wen? report München bleibt permanent an diesem Thema und sendet 2011 live aus Athen. Journalistische Kompetenz, die in der ARD geschätzt wird: report München-Redakteure arbeiten regelmäßig in den BR-Auslandsstudios und haben für report-Dokumentationen wichtige Preise gewonnen – wie 2011 und 2012 den Blauen Panther.


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