Report München


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"Süße Verführung der Zuckerlobby" report-Recherchen mehrfach ausgezeichnet

Die investigativen Recherchen von report München gemeinsam mit DokThema über die Zuckerlobby wurden nach dem Medienpreis der Stiftung Rufzeichen Gesundheit nun auch mit dem Medienpreis der Deutschen Diabetes Gesellschaft ausgezeichnet.

Stand: 14.11.2017

Stephan Keicher (report-Redaktionsleiter) und die AutorInnen Almut Gronauer, Marianne Falck und Hendrik Loven | Bild: BR / Hendrik Loven

Die AutorInnen Marianne Falck, Almut Gronauer und Hendrik Loven sind im Rahmen der Diabetes Herbsttagung in Mannheim mit dem DDG-Medienpreis ausgezeichnet worden.  Damit erhält der im Dezember 2016 erstmals ausgestrahlte 45-Minüter „Die süße Verführung der Zuckerlobby“ nun schon die zweite Auszeichnung.

Über ein Jahr lang hat das Autorenteam für report München und Politische Dokumentationen recherchiert. Auslöser war eine Warnung der WHO, dass die Menschen zu viel Zucker zu sich nehmen und dadurch krank werden. Die Autoren wollten dem nachgehen und überprüfen, was dagegen unternommen wird. Schnell wurde deutlich, dass anstatt etwas gegen Diabetes, Übergewicht oder andere Krankheiten zu unternehmen, die Politik in Berlin und Brüssel sich auf die Argumente der Zuckerlobby einlässt, u.a. durch gesponserte Studien und geschicktes Internetmarketing. Und auch die Verbraucher werden getäuscht, z.B. durch unklare Angaben bei Nährwerttabellen auf Lebensmitteln. Dabei verursacht allein Diabetes in Deutschland Kosten von rund 22 Milliarden Euro.

Softdrinkflaschen | Bild: BR zum Video Süße Verführung der Zuckerlobby Wenn zu viel Zucker Millionen Menschen krank macht

Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt: Wir nehmen zu viel Zucker zu uns - durch Limonaden, Süßigkeiten, Fast Food und Fertiggerichte. Doch zu viel Zucker kann krank machen. Aber anstatt etwas gegen Diabetes, Übergewicht oder andere Krankheiten zu tun, lässt sich die Politik in Berlin und Brüssel auf die Argumente der Zuckerlobby ein. Durch gesponserte Studien und geschicktes Internetmarketing. [mehr]

Dem Autorenteam war es auch besonders wichtig zu zeigen, dass adipöse, an Diabetes erkrankte Menschen nicht nur ´selbst schuld´ sind, sondern immer öfter Opfer ungesunder Verhältnisse werden: wegen eines Überangebotes an ungesunden Lebensmitteln und zu wenig Aufklärung.

Die Deutsche Diabetesgesellschaft DDG fordert darum auf ihrer Herbsttagung unter anderem einen Nationalen Diabetesplan und einen Bundesbeauftragten für Diabetes, Adipositas und Prävention.

In der Begründung der DDG- Jury zum Medienpreis heißt es:

   „Dass eine Verbindung besteht zwischen Ernährung und Diabetes, steht außer Zweifel. Hochkalorische Nahrungsmittel, viel Zucker und Fett, eine Umwelt mit konstanten Ess-Verlockungen und eine „moderne Lebensweise“ (viel Sitzen, wenig Bewegung) – das ist ein Ursachenbündel für Übergewicht und in der Folge auch für Diabetes. Wer dabei vorschnell die „Schuld“ den Betroffenen zuschreiben will, wird durch die Fernsehdokumentation „Die süße Verführung der Zuckerlobby“ (Bayerischer Rundfunk, gesendet am 14. Dezember 2016) eine neue Sichtweise gewinnen. „Dem Autorentrio Marianne Falck, Almut Gronauer und Hendrik Loven gelingt es, das multifaktorielle Ursachengeflecht des Adipositas-Problems deutlich zu machen“, so die Jury. Mithilfe sympathischer Protagonisten entlaste der Film die Betroffenen, indem er klar darstellt, dass sie nicht selbst schuld, sondern zum größten Teil Opfer sind.... Der Film zeigt auch konkrete Wege auf, um die Adipositas/Diabetes-Welle nicht noch größer werden zu lassen: Mehr Aufklärung der Bevölkerung, eine steuerliche Begünstigung gesunder und höhere Steuern auf ungesunde Lebensmittel (Zucker-Fett-Steuer), Ampelkennzeichnung auf Lebensmittelverpackungen, mehr unabhängige Forschung und ein kritischer Umgang mit Lobbyismus.“


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