Report München

report MÜNCHEN Pressemeldung vom 10.01.2012

report-Umfrage: Fast Zweidrittel der Deutschen wollen den Bundespräsidenten direkt wählen

Stand: 10.01.2012
mehrere aufgerollte Zeitungen | Bild: colourbox.com

München – Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um Bundespräsident Wulff würde sich eine deutliche Mehrheit der Deutschen gerne intensiver an der Auswahl des Bundespräsidenten beteiligen. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes infratest dimap für das ARD Politmagazin report München. Danach würden  64 Prozent der Befragten den Bundespräsidenten gerne direkt durch das Volk wählen lassen.  Lediglich 35 Prozent sprechen sich dafür aus, den Bundespräsidenten wie bisher durch die Bundesversammlung wählen zu lassen.

In report MÜNCHEN fordert der Münchner Politikwissenschaftler Werner Weidenfeld ein anderes Wahlverfahren für den Bundespräsidenten. Er ist überzeugt davon, dass die Politik auf die aktuellen Entwicklungen reagieren muss "Das Wahlprozedere für den Bundespräsidenten wird sich verändern."  Die Parteien "werden darüber nachdenken: wie finde ich ein Verfahren, das sehr viel früher die Wahrnehmung und Einsichten der Mitbürger miteinbindet."

Hildegard Hamm-Brücher, die Grande Dame der FDP und 1994 Kandidatin der Liberalen für das Amt des Bundespräsidenten, fordert ebenfalls  mehr Bürgerbeteiligung, Offenheit und Transparenz. Sie kann sich für die Kandidatenfindung ein System von Vorwahlen vorstellen. Denn: "Das jetzige System eignet sich nicht mehr zur richtigen Kandidatenauswahl."

Auch der FDP-Bundestagsabgeordnete Erwin Lotter ist der Ansicht, dass der Bürger mehr miteinbezogen werden muss. Er ist für ein Plebiszit: "Man sollte nachdenken, ob man das bisherige Verfahren beibehält und ob man nicht Elemente der direkten Demokratie miteinbezieht. Und man könnte nach der Wahl in der Bundesversammlung den Bundespräsidenten durch ein Plebiszit der Bürger bestätigen lassen."

Für die repräsentative Umfrage wurden vom 7. bis 1.2012 von infratest dimap 1000 Wahlberechtigte befragt. Methode. repräsentative Zufallsauswahl/Computerunterstützte Telefoninterview. Fehlertoleranz: 1,4 bis 3,1 Prozentpunkte

Zur Verwendung frei bei vollständiger Quellenangabe: ARD-Politmagazin report München

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