Report München


6

SPD-Kanzlerkandidat Schulz Versprechen an Versprechen an Versprechen

Dank Martin Schulz ist die SPD im Höhenflug: Nicht nur in den Umfragen, die Partei hat auch tausende neue Mitglieder. Aber wieso begeistert Martin Schulz so? Wir haben uns seine Rede auf dem Sonderparteitag noch einmal angehört.

Von: Luisa Lamm

Stand: 23.03.2017

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz beim SPD-Sonderparteitag in Berlin | Bild: dpa - Bildfunk/Kay Nietfeld

Der SPD-Sonderparteitag am 19. März 2017 in Berlin: Eine Partei im Rausch. Die SPD feiert sich und vor allem Martin Schulz, den neuen Kanzlerkandidaten und neuen SPD-Parteichef.

Mister 100 Prozent.

Seine Rede kommt an - vielleicht auch gerade deswegen, weil Martin Schulz Versprechen an Versprechen reiht. Der SPD-Kanzlerkandidat will soziale Gerechtigkeit, einen stärkeren Zusammenhalt der Deutschen und das Leben insgesamt zum Positiven wenden.

In den knapp 80 Minuten seiner Rede macht Martin Schulz viele Versprechungen:

  1. Jeder Mensch muss im Mittelpunkt unseres Handelns und Denkens stehen;
  2. Schluss mit dem Lohngefälle, gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort, ob Frau oder Mann, ob im Osten oder Westen;
  3. Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte sollen mehr unterstützt werden, um Alltagsverbrechen zu verhindern;
  4. Angriffe auf Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte sollen härter bestraft werden;
  5. Sichere Rente für alle, Arbeiter sollen im Alter in Würde davon leben können;
  6. Richtige Rahmenbedingungen für Unternehmer zur Schaffung von Wachstum und der Sicherung von Arbeitsplätzen;
  7. Unterstützung für Vereine und zivilgesellschaftlich Engagierte, um eine kreative und neugierige Atmosphäre in Deutschland zu wahren;
  8. Größere Investitionen in Kitas, Schulen, Universitäten;
  9. Größere Investitionen im Pflegesektor für mehr und besser ausgebildetes Personal;
  10. Gebührenfreie Bildung von der Kita bis zum Studium, außerdem für Meister- und Berufsausbildungskurse;
  11. Rechtsanspruch auf Plätze an Ganztagsschulen, um mehr Chancengleichheit für Kinder zu schaffen;
  12. Sanierung und Modernisierung der Schulen, stärkere Unterstützung der Länder bei Schulsozialarbeit;
  13. Investitionen in die Aus- und Weiterbildung der Menschen und Infrastruktur für gleichzeitig mehr Gerechtigkeit und wirtschaftlichen Fortschritt;
  14. Neues Konzept zur Familienarbeitszeit, um größere Flexibilität zu schaffen;
  15. Weiterentwicklung der Arbeitsmarktpolitik zur Sicherung von Arbeitsplätzen für ältere Arbeitnehmer;
  16. Stärkere Qualifizierungsmaßnahmen für Arbeitslose;
  17. Bundesagentur für Arbeit soll zur Bundesagentur für Arbeit und Qualifikation werden;
  18. Stärkere Überprüfung von befristeten Arbeitsverträgen ohne sachlichen Grund, Missbrauch von Leiharbeit nicht akzeptabel;
  19. Mehr Mitbestimmung bei Weiterbildungsfragen;
  20. Gerechtigkeit, Würde und ein neues Miteinander zur Sicherung der Demokratie;
  21. Ausbau der sozialdemokratischen Sicherheitspolitik zur Stärkung der Sicherheitsbehörden und des Strafrechts;
  22. Stärkere Aufklärung durch Religionsgemeinschaften, Familien und Schulen, um präventiv gegen Terror und Radikalisierung in Deutschland vorzugehen;
  23. Europäische Bewältigung der Flüchtlingsherausforderung, klarere Absprachen und eine konsequentere Linie gegenüber den Ländern;
  24. Das Leben jedes Menschen muss jeden Tag ein kleines Stück besser werden;
  25. Das Vertrauen der Menschen in die Politik zurückgewinnen.

Für all die Versprechungen erntet Schulz viel Applaus - das konkrete Wahlprogramm der SPD soll dann auf einem Parteitag Ende Juni beschlossen werden.


6