Report München


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Salafistenprediger Sven Lau zu hoher Haftstrafe verurteilt

Ob Schariapolizei oder provokantes Beten auf dem Bürgersteig, der 36-jährige Islamkonvertit Sven Lau hat mit solchen Aktionen immer wieder für bundesweite Schlagzeilen gesorgt. Von Ahmet Senyurt

Von: Ahmet Senyurt / ARD report München

Stand: 26.07.2017

Mit seiner kumpelhafte Art hat er viele junge Muslimen für sich gewinnen können. Für das Ziel der radikalen Salafisten: einen Gottesstaat zu etablieren. Über Jahre hinweg war Sven Lau einer der bekanntest Salafistenprediger in Deutschland, der sich auch nicht davor scheute, sich mit den Behörden anzulegen, zu provozieren und Grenzen zu überschreiten. Bundesweit macht Lau Schlagzeilen, als er in Wuppertal mit Gleichgesinnten als "Schariapolizei"auftritt.

Lau ändert Auftreten

Dabei hat Lau in der Vergangenheit immer darauf geachtet, dass er sich nach außen von Gewalttaten distanziert. Er wolle nur seine Religion leben, behauptetet Lau immer wieder. Doch seit 2014 hat sich er offensichtlich einen anderen, radikaleren Weg eingeschlagen. Er soll als Terrorhelfer und Rekruteur die Terrormiliz Islamsicher Staat unterstützt haben, davon sind die Richter im Düsseldorfer Prozess überzeugt.

Interview im Herbst 2015

Report München führte im Herbst 2015, kurz vor seiner Verhaftung, noch ein Interview mit Lau. Konfrontierte ihn mit Fotos aus Syrien. Die Fotos zeigen Sven Lau mit Waffe auf einem Panzer stehend, oder mit Splitterschutzweste und IS-Logo und IS-Käppi. Seine Antwort: Die Fotos seien nur ein Spaß gewesen und sie wären nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Für Sven Lau ist der Spaß nun vorbei, er muss jetzt in Haft.

Vielleicht ist die lange Haftstrafe auch eine letzte Chance für ihn um endgültig aus der Szene auszusteigen.


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