report MÜNCHEN Grafiken: Sicherheitsrisiken bei Kreuzfahrten
Professor Sven Dreeßen, Chef des Instituts für Schiffssicherheit in Wismar, warnt vor mangelnder Sicherheit auf Kreuzfahrtschiffen. Er hat das Risiko bei steigender Passagieranzahl an Bord untersucht. Im Ernstfall ist aus seiner Sicht eine möglichst sichere Evakuierung bei einer Passagierzahl von mehr als 3000 Menschen rein logistisch nicht durchsetzbar. Der Größenwahn einiger Reedereien ist nach Meinung von report MÜNCHEN verantwortungslos.
Die internationalen Regeln der Seeschifffahrt schreiben laut Solas-Abkommen vor, dass pro Rettungsboot nicht mehr als 150 Personen vorgesehen sind. Die Besonderheit: Es gelten hier Ausnahmen, für die der jeweilige Flaggenstaat verantwortlich ist. Kapitän und Ingenieur Sven Dreeßen stellt bei seinen Untersuchungen fest: Seit 2005 findet man fast nur noch die Ausnahme, die ein Sicherheitsrisiko ist: Häufig sollen auf ein Rettungsboot mehr als 300 Personen passen. Ein besonders krasses Beispiel: Das Kreuzfahrtschiff „Allure of the Seas“, Flaggenstaat „Bahamas“. 18 Rettungsboote für mehr als 8000 Personen an Bord. Die internationalen Regeln schreiben auch vor, innerhalb von 10 Minuten ein Boot zu besetzen zu können - das wird hier wohl nicht drin sein. In diesem Fall sicher zu evakuieren ist laut Professor Dreeßen fast ein Ding der Unmöglichkeit.





