BR-alpha - Stil-Epochen


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Stil-Epochen Griechenland: Wiege der abendländischen Kunst

Sie dauerte 700 Jahre, wurde massenhaft kopiert und mehrmals wiedergeboren: keine Kunst beeinflusste das christliche Abendland so nachhaltig wie die Architektur und Bildhauerei der griechischen Antike. Bis heute prägen antike Stilelemente die Architektur unserer Städte.

Stand: 13.01.2012

Seit mindestens 30.000 Jahren schaffen Menschen überall auf der Welt Kunst: Höhlenmalereien und Steinfiguren wie zum Beispiel die 25.000 Jahre alte Venus von Willendorf. Die abendländische Kunst erlebt im antiken Griechenland ihre erste Blütezeit.

Mitte des 5. Jahrhunderts, unter der Regierung von Perikles, beginnt die klassische Zeit. Sophokles und Euripides schreiben ihre noch heute berühmten Werke, wie "Antigone" und "Medeia". Perfekt proportionierte Tempel und Hallen entstehen; Figuren, deren ebenmäßige Schönheit ihren Reiz nie verloren hat. Die Kunst der Antike beeinflusst Architekten und Künstler des christlichen Abendlandes so stark, dass sie die Bauwerke kopieren und die Ästhetik der Statuen als Ideal übernehmen.

Die Antike war bunt

So sah die Antike wirklich aus: bunt

Jahrhunderte lang glauben Kunsthistoriker, dass alle griechischen Statuen weiß gewesen seien. Seit einigen Jahren erst können Wissenschaftler anhand winziger Farbspuren auf den Steinen die einstige Bemalung rekonstruieren. Diese Erkenntnis verändert unser Bild von der Antike radikal. In der vorklassischen Zeit begannen die Griechen bereits damit, Vasen und Schalen mit Ornamenten zu bemalen. Auch erste figürliche Darstellungen mischen sich unter die Dekoration. Später verzieren die Künstler das Geschirr mit Szenen aus dem Leben der Götter und Bildern aus dem eigenen Alltag.

Der Hellenismus im Orient

Kurzgefasst: Die Stil-Merkmale der griechischen Antike

  • Die Griechen entwickeln drei Säulenordnungen: die dorische, die ionische und die korinthische Ordnung.
  • Die Tempel sind mit Figurenfriesen geschmückt.
  • Die Götterbilder und Statuen zeigen extrem stilisierte ebenmäßige Gesichtszüge mit geraden Nasen und kleinen Mündern.

Alexander der Große erobert im 3. und 2. Jahrhundert vor Christus Persien und trägt dadurch die griechische Kultur weit in den Orient hinein. Der große Altar von Pergamon in der heutigen Türkei gehört zu den beeindruckendsten Beispielen hellenistischer Kunst. Der dem Zeus geweihte Altar ist 36x34 Meter groß und steht heute im Berliner Pergamonmuseum. Die erhaltenen, beziehungsweise restaurierten Teile des Frieses zeigen den Kampf der Götter gegen die schlangenfüßigen Giganten und versinnbildlichen damit den Sieg der göttlichen Ordnung über die Barbarei.

Die griechische Antike endet, als das römische Kaiserreich beginnt. Ab dem 2. Jahrhundert vor Christus expandieren die Römer in den östlichen Mittelmeerraum und verbreiten zivilisatorische Wohltaten wie Fußbodenheizung und Wasserklosetts - aber auch zahlreiche künstlerische Neuerungen.


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