Natur und Technik Nachwachsende Rohstoffe
Und noch eine Krise: Die Energie wird knapp. Zumindest die, die wir aus fossilen Ressourcen wie Öl und Gas gewinnen. Ohne alternative Energielieferanten droht der Rücksturz in die technische Steinzeit. Das ist kein Grund zur Panik, aber Grund genug, nach neuen Kraft- und Rohstoffquellen zu suchen.
Damit Mediziner und Psychologen von Sucht sprechen, müssen Menschen ein bestimmtes Verhalten zeigen. Dazu gehören etwa das unwiderstehliche Verlangen nach einer Substanz, der zunehmende Kontrollverlust über die Dosis, dazu gehören Entzugssyndrome bei einer Reduzierung der Substanzzufuhr, ein anhaltender Konsum trotz eindeutig schädlicher Folgen und die Einengung des Verhaltens auf den Substanzgebrauch.
Wenn das zutrifft, sind wir alle süchtig. Süchtig nach und abhängig von Energie. Wir konsumieren sie massenhaft, steigern die Dosis, verbrauchen trotz schädlicher Folgen immer mehr davon und geraten in Panik, wenn Mangel droht.
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Bislang stillen wir unsere Energiesucht auf sehr konventionelle Weise: Wir verfeuern hauptsächlich Kohle, Erdöl und Erdgas, um Strom und Wärme zu erzeugen und Motoren anzutreiben. Leider hat die Sache gleich mehrere Haken. Erstens schädigt die Verbrennung fossiler Energieträger die Umwelt und das Klima. Wir heizen die Atmosphäre auf, bis sie überkocht und das Leben vernichtet. Um unsere technische Zivilisation aufrecht zu erhalten, plündern wir die Natur und schneiden so zugleich den Ast ab, auf dem alle über dem Abgrund sitzen. Obendrein sind fossile Energieträger nicht unendlich verfügbar. Sie gehen zur Neige und wir können die in Jahrmillionen gespeicherte Sonnenenergie nicht künstlich ersetzen. Irgendwann, nachdem die Preise explodiert sind, werden wir kein Öl mehr fördern, weil wir sämtliche Lager erschöpft haben. Auch das Erdgas und selbst die Kohle werden irgendwann aufgebraucht sein.
Was dann? Gehen dann alle Lichter aus, stehen alle Räder still? Nicht zwangsweise. Nicht, wenn es uns gelingt, Energielieferanten zu finden, die nicht nur begrenzt vorhanden sind. Wenn wir Energiequellen erschließen, die sich ständig erneuern oder schnell genug nachwachsen. Zum Glück gibt es diese im Überfluss vorhandenen Kraftspender und -reserven bereits. Wir haben den Wind, das Wasser, die Sonne, wir haben das Holz und andere Stoffe, die wir klimaneutral zur Energiegewinnung einsetzen können.
Ob wir auch künftig einheizen, Strom erzeugen, und Fahrzeuge antreiben können, auch wenn die endlichen Rohstoffe aufgebraucht sind, hängt von zwei Voraussetzungen ab: Wir müssen rasch genug lernen, unseren Energiebedarf mit nachwachsenden Rohstoffen zu sichern. Und wir müssen lernen, mit dem Vorhandenen klüger, das heißt sparsamer zu wirtschaften.

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