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Planet Kultur Mit HipHop von der Straße

Wer auf die schiefe Bahn gerät, kennt meist nur noch eine Richtung: Es geht nach unten, und das immer schneller. Damit gibt sich der Kölner Verein "Planet Kultur" nicht zufrieden. Mit einem pädagogischen HipHop-Projekt holt er Jugendliche aus der fatalen Sackgasse von Null Bock, Gewalt und Drogen.

Autor: Simon Demmelhuber & Volker Eklkofer, ein Film von Carmen Eckhard Stand: 02.12.2011

In Deutschland kommen 27 Prozent aller Kinder und Jugendlichen unter 25 Jahren aus Familien mit Zuwanderungshintergrund. Viele der jungen Migrantinnen und Migranten schaffen es nicht, in der neuen Heimat wirklich Fuß zu fassen.

Sie fühlen sich ausgegrenzt, ziehen sich in Parallelgesellschaften zurück. Aufgrund fehlender Zukunftsperspektiven, früher Frustrationserfahrungen sowie mangelnder wirtschaftlicher und kultureller Integration erhöht sich vor allem für junge Männer aus Zuwandererfamilien das Risiko, in gewalttätige oder kriminelle Szenen abzurutschen.

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Der 2004 in Köln gegründete Verein Planet Kultur e.V. versucht, die desperate Abwärtsspirale zu stoppen. Unter dem Motto "Integration statt Parallelgesellschaften" hilft die Initiative arbeitslosen Jugendlichen ohne Schulabschluss im Alter von 17 bis 25 Jahren beim Aufbau eines selbstbestimmten, unabhängigen Lebens. Dazu werden von der Agentur für Arbeit, vom Jugendamt oder Bewährungshelfern vermittelte Teilnehmer jeweils ein Jahr lang intensiv von professionellen Kräften betreut.

Neben schulischen und berufsqualifizierenden Maßnahmen hat die Persönlichkeitsbildung großes Gewicht. Um sie zu fördern, erarbeitet jeder Jahrgang ein HipHop-Musical nach Shakespeare, das abschließend im Schauspielhaus Köln auf die Bühne kommt.

2004 heißt das Thema Macbeth. Zur Jahrgangstruppe, die Shakespeares düsteres Drama um Machtrausch, Mord und Magie erarbeiten, gehören auch die Darsteller Reggie Scholl und Micha Keseroglu.

Wie die übrigen Projektteilnehmer hatten sie schlechte Startbedingungen und drohten, auf die schiefe Bahn zu geraten. Die Arbeit mit dem Choreografen Mehdi Haris gibt ihnen eine neue Chance. Das Tanzen hilft ihnen, ihr bisheriges Leben umzukrempeln und auf eigene Füße zu stellen.

Der Weg ist hart und konfrontiert die Jugendlichen mit ihren persönlichen Leistungsgrenzen. Trotz aller Strapazen und Rückschläge halten alle durch. Am Ende haben sie gefunden, was ihnen bislang fehlte: Die Hoffnung auf eine lebenswerte, aktiv gestaltbare Zukunft.