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60 x Deutschland - Die Jahresschau Das Jahr 1965

Ein besonders Ereignis ist 1965 die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Israel. Zum Ärger vieler Israelis entsendet Bonn mit Botschafter Rolf Pauls einen ehemaligen Wehrmachtsmajor und nur langsam entkrampft sich das Verhältnis der beiden Staaten.

Von: Volker Eklkofer & Simon Demmelhuber, ein Film von Johannes Unger u. a. Stand: 09.03.2012
Der Botschafter Rolf Pauls überreicht sein Beglaubigungsschreiben dem israelischen Staatspräsidenten | Bild: picture-alliance/dpa

Das Jahr beginnt mit einer herben Schlappe für die bundesdeutsche Außenpolitik. Walter Ulbricht, der Vorsitzende des DDR-Staatsrats, wird im Februar in Ägypten von Präsident Gamal Abd el-Nasser mit allen für ein Staatsoberhaupt üblichen Ehren empfangen. Ungeachtet des westdeutschen Alleinvertretungsanspruchs erkennen in den kommenden Jahren immer mehr Staaten die DDR an. 1989, im Jahr der Wende, wird die DDR diplomatische Beziehungen zu 135 Staaten unterhalten.

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Für weltweite Aufmerksamkeit sorgt der Frankfurter Auschwitz-Prozess. Angeklagt sind Angehörige der SS-Mannschaft des Konzentrationslagers. 20 Monate hat das Schwurgericht verhandelt, wissenschaftliche Sachverständige und 350 Zeugen wurden gehört. Im August verkündet der Vorsitzende das Urteil: Sechs Angeklagte werden zu lebenslanger Zuchthausstrafe verurteilt, elf erhalten Zeitstrafen, drei werden aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Der Prozess hat eine große geschichtspolitische Bedeutung: Erstmals hat ein deutsches Gericht offen gelegt, wie der Vernichtungsapparat Auschwitz arbeitete. Viele Prozessbeobachter fragen sich mit Blick auf die Angeklagten, wie harmlose "Normalbürger" zu solch grausamen Taten fähig waren und danach wieder mühelos in ein bürgerliches Leben zurückkehren konnten.

Ein weiteres herausragendes Ereignis des Jahres 1965 ist die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Israel. Zum Ärger vieler Israelis entsendet Bonn mit Botschafter Rolf Pauls einen ehemaligen Wehrmachtsmajor und nur langsam entkrampft sich das Verhältnis der beiden Staaten. Die meisten Länder des arabischen Lagers brechen ihre Verbindungen zur Bundesrepublik ab, erst nach 1972 kommen neue Beziehungen mit den Staaten des Nahen Ostens zustande.

Informationen zur Sendereihe

Mit der Reihe "60 x Deutschland" präsentiert das Schulfernsehen einen bunten, von Sandra Maischberger moderierten History-Mix. Ausgehend von der doppelten Staatsgründung 1949 ist jedem Jahr eine 15-minütige Folge gewidmet. Schwerpunkt der Chronik ist der Konkurrenzkampf zweier jahrelang miteinander konkurrierender Gesellschaftssysteme. Dabei beschränken sich die einzelnen "Kalenderblätter" nicht auf politische Ereignisse, sondern geben auch Einblicke in Unterhaltung, Kultur und Sport in beiden deutschen Staaten.


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