BR-alpha - Schulfernsehen

60 x Deutschland – Die Jahresschau Das Jahr 1964

Das Wirtschaftswunder läuft auf vollen Touren, nicht zuletzt mit Hilfe von Gastarbeitern, die den Arbeitskräftemangel ausgleichen und die Produktion anschieben. Trotz erster zaghafter Vorstöße zu einer "Politik der Bewegung" herrscht in den Beziehungen zwischen Ost- und Westdeutschland Dauerfrost.

Von: Volker Eklkofer & Simon Demmelhuber, ein Film von Johannes Unger u.a. Stand: 01.03.2012
Szene aus der "Winnetou"-Reihe | Bild: BR

Im Schatten der Entspannungspolitik zwischen den USA und der Sowjetunion wagt die Regierung Erhard 1963/64 eine aktivere Ostpolitik. Nachdem bereits im September 1963 eine Handelsmission in Polen eröffnet wurde, folgen nun Niederlassungen Rumänien (Mai 1964), Ungarn (Juli) und Bulgarien (Oktober).

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Bundeskanzler Erhard plädiert vorsichtig für eine "Politik der Bewegung" gegenüber der DDR und die SED-Führung schlägt einen deutsch-deutschen Zeitungsaustausch vor, der allerdings scheitert. Für DDR-Rentner wird der Eiserne Vorhang im November durchlässig: Sie dürfen zu ihren Verwandten in den Westen reisen. Am 10. September trifft auf dem Köln-Deutzer Bahnhof der millionste "Gastarbeiter" in der Bundesrepublik ein. Der portugiesische Zimmermann Hernando Rodrigues de Sá erhält ein Moped als Willkommensgeschenk. Bis 1973 steigt die Zahl der ausländischen Arbeitnehmer in der Bundesrepublik auf rund 2,6 Millionen an.

Im westdeutschen Kino hat sich inzwischen einiges verändert. Wurden während 50er Jahre mit dem Heimatfilm Träume von einer heilen Welt verbreitet, sind nun Action und Abenteuer gefragt. Neben US-Produktionen feiern Karl-May-Verfilmungen große Erfolge. Die neuen Stars, die Hauptdarsteller der "Winnetou"-Reihe, Karin Dor, Pierre Brice und Lex Barker locken zahlreiche Zuschauer in die Lichtspielhäuser. Doch längst hat der Siegeszug des Fernsehens begonnen und es dauert nicht mehr lange, bis das große Kinosterben anfängt.

Informationen zur Sendereihe

Mit der Reihe "60 x Deutschland" präsentiert das Schulfernsehen einen bunten, von Sandra Maischberger moderierten History-Mix. Ausgehend von der doppelten Staatsgründung 1949 ist jedem Jahr eine 15-minütige Folge gewidmet. Schwerpunkt der Chronik ist der Konkurrenzkampf zweier jahrelang miteinander konkurrierender Gesellschaftssysteme. Dabei beschränken sich die einzelnen "Kalenderblätter" nicht auf politische Ereignisse, sondern geben auch Einblicke in Unterhaltung, Kultur und Sport in beiden deutschen Staaten.


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