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60 x Deutschland - Die Jahresschau Das Jahr 1954

Fußball-WM '54: Die Nationalelf der Bundesrepublik um Kapitän Fritz Walter und Torjäger Helmut Rahn gewinnt am 4. Juli in Bern das Endspiel 3:2 gegen die "unschlagbaren" Ungarn. Ganz Deutschland versinkt im Freudentaumel und die Überzeugung wächst: Wir gelten wieder etwas in der Welt.

Von: Volker Eklkofer & Simon Demmelhuber, ein Film von Johannes Unger u. a. Stand: 20.01.2012
Fußball-Wm 1954 | Bild: BR

Die Integration der Bundesrepublik in die westeuropäische Gemeinschaft und die Einbindung der DDR in den Ostblock ist zu Jahresbeginn 1954 bereits so weit fortgeschritten, dass das Misslingen der Viererkonferenz in Berlin (USA, UdSSR, Großbritannien, Frankreich; 25.1.-18.2.) die Deutschen nicht mehr verwundert. Die Frage der Wiedervereinigung scheitert an der Sowjetunion, die freie, international kontrollierte Wahlen in Ostdeutschland nicht zugestehen will. Wenige Wochen später, am 25. März, wird die DDR von der UdSSR für souverän erklärt.

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Im Sommer findet in der Schweiz das sportliche Großereignis des Jahres statt: die 4. Fußballweltmeisterschaft. Das bundesdeutsche Team wird von Sepp Herberger betreut. Dass dieser bereits 1936 Reichstrainer war, stört niemanden. Am 4. Juli schlägt die Nationalmannschaft um Kapitän Fritz Walter die favorisierten Ungarn sensationell mit 3:2. Ein Sturm der Begeisterung geht durchs Land. Die "Helden von Bern", so die gängige Meinung, haben es bewiesen: Nach bitteren Jahren gilt Deutschland wieder etwas in der Welt! Der Fußball-Erfolg trägt entscheidend zur nationalen Identität bei. Überspitzt formuliert ist der 4. Juli 1954 die eigentliche Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland. Die späteren Titelgewinne 1974 und 1990 erlangen nicht annähernd die Bedeutung des Turniersiegs der ersten Nachkriegsweltmeisterschaft.

Wenngleich die französische Nationalversammlung das Projekt Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) Ende August jäh stoppt, laufen im Herbst 1954 die Vorbereitungen für die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik weiter. Von Protestkundgebungen lässt sich Bundeskanzler Adenauer nicht beirren. Im Oktober ist es schließlich so weit: Auf den Pariser Konferenzen wird der Beitritt der Bundesrepublik in die Westeuropäische Union und in die NATO ausgehandelt.

Informationen zur Sendereihe

Mit der Reihe "60 x Deutschland" präsentiert das Schulfernsehen einen bunten, von Sandra Maischberger moderierten History-Mix. Ausgehend von der doppelten Staatsgründung 1949 ist jedem Jahr eine 15-minütige Folge gewidmet. Schwerpunkt der Chronik sind die deutsche Teilung und der Konkurrenzkampf zweier jahrelang miteinander konkurrierender Gesellschaftssysteme. Dabei beschränken sich die einzelnen "Kalenderblätter" nicht auf politische Ereignisse, sondern geben auch Einblicke in Unterhaltung, Kultur und Sport in beiden deutschen Staaten.


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