Polizist/-in Dein Freund und Helfer
Vom Tankstellenbetrug bis hin zu Mord - Polizisten bekommen alles hautnah mit. Da heißt es kühlen Kopf bewahren. Egal, ob bei Konzerten oder Demos - Polizeibeamte müssen für Sicherheit sorgen und sind oft dort, wo es kracht.
Wer Polizist werden will, sollte schon einigermaßen sportlich sein, denn während der Ausbildung steht jeden Tag Sport auf dem Stundenplan. Marina Hierl hat bisher alle Prüfungen bestanden, obwohl sie, wie sie von sich selbst behauptet, "keine Sportskanone" ist. Die zweieinhalb Jahre bis zu ihrer Abschlussprüfung verbringt die 20-Jährige bei der Bereitschaftspolizeiabteilung in Sulzbach-Rosenberg.
Theorie und Praxis
Am Wochenende darf sie nach Hause fahren, während der Woche lebt sie auf dem Campus. Praktische und theoretische Fächer wechseln sich ab. Schießübungen, Fahrsimulator, aber auch Einsatzverhalten und Rollenspiele stehen auf dem Programm. Die angehenden Polizisten sind in einem Wohnheim auf dem Campus untergebracht. Marina teilt sich das Zimmer mit einer Kollegin - am Anfang war das ziemlich ungewohnt, immer aufeinander zu sitzen und nie wirklich alleine sein zu können. Aber auch daran hat sie sich inzwischen gewöhnt.
Angst vor dem Unbekannten
Birgit Müller und Holger Tag haben ihre Ausbildung längst hinter sich gebracht, arbeiten jetzt als Streifenbeamte bei der Polizeiinspektion Mitte in Nürnberg. Ihr Arbeitstag sieht immer anders aus: Wenn sie sich abends um 20 Uhr bereit machen, um ihren Dienst zu beginnen, gehen viele ihrer Bekannten weg, um sich zu amüsieren. Aber daran haben sich die beiden inzwischen gewöhnt. Zu Beginn der Schicht wissen sie nicht, was sie erwartet - das ist spannend und abwechslungsreich, aber manchmal spielt auch Angst vor dem Unbekannten mit. Eine Art Schutzmechanismus, denn Leichtsinn kann sich in diesem Beruf schnell rächen.
"Angst ist eine bestimmte Schutzfunktion, die sollte man aber nicht nach außen zeigen. Es gibt auch Situationen, wo es einem mulmig ist, aber das erhöht auch die Aufmerksamkeit, die Wachsamkeit, das ist ein Instinkt, den uns die Mutter Natur mitgegeben hat, der ist in unserem Beruf ganz gut."
Holger Tag
Die Nachtschicht verläuft relativ normal - ein verwirrter, um sich schlagender Mann, ein Nachbarschaftsstreit, Verkehrskontrollen, betrunkene Jugendliche vor einer Disco. Kühlen Kopf bewahren - in diesem Beruf oberstes Gebot!
Die wichtigsten Fakten zur Ausbildung
- Offizielle Berufsbezeichnung: Polizist/-in im mittleren Polizeivollzugsdienst
- Ausbildungsdauer: 29 Monate, in München 20 Monate
- Ausbildungsform: Ausbildung findet an 5 Ausbildungsstandorten in Bayern statt, Theorie und Praxis wechseln sich jeden Tag ab, Praktika bei Polizeiinspektion während der Ausbildung. Ausbildung gliedert sich in 5 Ausbildungsabschnitte. Einige Ausbildungsinhalte: Polizeirecht, Sport, Einsatzverhalten, Schießausbildung
- Ausbildungsorte: An fünf Ausbildungsstandorten der Bereitschaftspolizei, die in Bayern für die Ausbildung zuständig ist.
- Eignung: Körperliche Fitness, Belastbarkeit, Flexibilität, sicheres Auftreten.
- Perspektiven: Spezialisierungen bei der Wasserschutzpolizei, Hubschrauberstaffel, beim Landeskriminalamt und bei Spezialeinheiten möglich. Aufstieg in den gehobenen oder höheren Dienst.
Die wichtigsten Infos zum Beruf
Geld
Angehende Polizisten verdienen in der Ausbildung ganz gut. Im ersten Jahr rund 820 Euro netto, im dritten steigert sich die Vergütung auf bis zu 1.400 Euro netto im Monat. Allerdings müssen die Auszubildenden Verpflegung und Wohnheim zum Teil selbst finanzieren.
Genauigkeit
Exaktes, gewissenhaftes Arbeiten - ein absolutes Muss in diesem Beruf, wer schlampig und unüberlegt vorgeht, läuft Gefahr, entscheidendes Beweismaterial zu vernichten.
Gefahr
Unbekannte, gefährliche Situationen - die Beamten müssen immer auf alles gefasst sein, auch darauf, dass ihr Gegenüber eine Waffe oder ein Messer zückt.

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