Ein Teil des antarktischen Eisschildes
Allein das Abschmelzen der Eismassen der Gletscher wird laut der Studie den Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 um neun bis 16 Zentimeter ansteigen lassen. Die Gletscher beherbergen aber insgesamt nur einen kleinen Teil des globalen Eises. Über 99 Prozent des Eises der Erde enthalten die Eisschilde von Grönland und der Antarktis. Bei der Studie wurden sie nicht berücksichtigt.
Gletscherschmelze Das Eis geht weltweit zurück
Patagonien, Nordamerika und der Himalaja - laut einem Bericht des UN-Umweltprogramms (UNEP) schmelzen Gletscher in diesen Regionen besonders schnell. Die Folgen sind Wasserknappheit und Überschwemmungen.
Er ist eines der Herzstücke der Gletscherwelt Patagoniens: der argentinische Nationalpark Los Glaciares. Fast 50 große Gletscher befinden sich dort, der Park ist UNESCO-Welterbe. Patagonien liegt zum Teil in Chile und zum Teil in Argentinien und beherbergt - abgesehen von der Antarktis - die größte Eismasse in der südlichen Hemisphäre. Und nirgendwo schmelzen die Gletscher so schnell wie dort. Laut einem UNEP-Report hat die Eisdicke der patagonischen Gletscher von 1960 bis 2003 um 35 Meter abgenommen. Die Region ist eines der Gletschergebiete, die vom Klimawandel am stärksten bedroht sind.
Amerika und Himalaja am stärksten betroffen
Der Bericht, der 2010 am Rande der Klimakonferenz in Cancún vorgestellt wurde, zeigt auf, dass das Schmelzen der Gletscher global unterschiedlich stark fortschreitet. Patagonien, Alaska und der Nordwesten der USA sind demnach am stärksten vom Rückgang seit 1960 betroffen. Es folgen die Gletscher im Südwesten von Kanada und die Hochgebirgsregionen Asiens mit dem Himalaja. In Europa dagegen sind die Gletscher ab den 1970er-Jahren sogar etwas gewachsen und schrumpfen erst seit 2000 wieder rapide.
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Gletscher verlieren Masse schon seit dem Ende der letzten kleinen Eiszeit vor 150 Jahren. Der globale Gletscherschwund hat sich laut dem Bericht, aber seit den 1980er-Jahren durch den Temperaturanstieg beschleunigt. UNEP-Chef Achim Steiner sagte, dass die Wissenschaft den klaren Trend einer mit dem Klimawandel verbundenen Gletscherschmelze zeige. Bis zum Ende des Jahrhunderts könnten kleinere Gletscher ganz verschwinden, große stark zurückgehen.
Folgen der Gletscherschmelze
Die Entwicklung der Gletscher hat schwerwiegende Folgen für die Umwelt. In den letzten 40 Jahren haben Überschwemmungen, die durch Gletscherwasser ausgelöst worden sind, extrem zugenommen. Insbesondere Bewohner der Andenregionen und des Himalajas sind dadurch bedroht.
Allein in Chile gab es im nördlichen Eisfeld Patagoniens 2008 und 2009 fünf Fluten, bei denen Gletscherwasser aus dem Cachet-Gletschersee den Colonia River zum Anschwellen brachte. Auch sonst haben Fluten, die durch starke Regenfälle und schmelzende Gletschermasse ausgelöst werden, zugenommen. Jährlich sind laut dem Bericht 100 bis 250 Millionen Menschen allein von Fluten betroffen.
Dürre durch weniger Gletschermasse
Aber auch einen gegenteiligen Effekt haben die schmelzenden Gletscher. In trockenen Regionen wie Chile oder Zentralasien könnten die zurückweichenden Gletscher langfristig Auswirkungen auf die regionale Wasserversorgung haben. Laut dem Bericht könnte es zu Dürren kommen. Eine große Herausforderung sei es, sich an diese Veränderungen anzupassen.

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