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Müller-Thurgau hat Geburtstag Unterschätzter Wein

Sie gehört zu Deutschlands beliebtesten Trauben: die Rebsorte Müller-Thurgau. Im kommenden Jahr feiert sie in Franken ein rundes Jubiläum, denn dort wurde sie vor 100 Jahren erstmals angebaut.

Stand: 16.10.2012

1882 erstmals gezüchtet

Sie gilt als ertragsicher und stellt keine allzu hohen Ansprüche an ihren Standort. Ihren Namen verdankt sie dem Schweizer Rebforscher Hermann Müller aus dem Kanton Thurgau. Im Jahre 1882 unternahm der Wissenschaftler Versuche, die zwei Rebsorten Riesling und Silvaner miteinander zu kreuzen. Von den 150 Kreuzungen schien ihm ein Sämling erfolgversprechend, dessen Weiterzüchtung und Verbesserung er betrieb. Die neu entstandene Rebsorte nannte er RieslingXSilvaner.

In Franken ist der Müller-Thurgau die meistgepflanzte Rebe

Im Jahr 1913 legte der bayerische Landesökonomierat August Dern die ersten Pflanzungen in Deutschland an und nannte die neue Rebsorte nach ihrem Züchter Müller-Thurgau. Die Rebsorte wurde dann im Lauf der Jahre in ganz Mitteleuropa angebaut, unter den Namen RieslingxSilvaner, Müller-Thurgau und Rivaner. Mitte der 50er-Jahre des 20. Jahrhunderts war der Müller-Thurgau dann in fast allen Weinbaugebieten der Erde verbreitet und ist somit die erfolgreichste Züchtung der Welt. In Franken ist jeder dritte Weinstock ein Müller-Thurgau. Durch gentechnische Untersuchung weiß man heute allerdings, dass in der Züchtung kein Silvaner enthalten ist, sondern die Rebsorte Madleine Royal "Vater" der Neuzüchtung ist.

'Klasse statt Masse'

In den 90er-Jahren hieß es bei vielen Großkellereien 'Masse statt Klasse'. Der fränkische Müller-Thurgau im Bocksbeutel stand im Supermarktregal für 1,99 DM, der gute Ruf war dahin. Heute heißt es wieder 'Klasse statt Masse', denn aus der fruchtigen Traube lassen sich absolut hochklassige Weine herstellen, die inzwischen weltweit höchste Anerkennung erfahren.


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