Bayerisches Fernsehen - Zeit und Ewigkeit

Gedanken zum Aschermittwoch Von Abt Hermann Josef Kugler OPraem

Ein Sprung ins Ungewisse erfordert Mut. Wer lässt sich schon gern fallen, wenn er nicht weiß, wo er landet? Viele Menschen streben nach Sicherheit, nach festem Boden unter den Füßen und verlieren dennoch manchmal den Halt.

Stand: 22.02.2012
Zeit und Ewigkeit | Bild: BR/Erwin Albrecht

Gut ins Leben hineinzukommen, gut durchs Leben hindurchzukommen und auch einmal gut aus dem Leben hinaustreten zu können, diesen Wunsch kennt wohl jeder.

Ob das Leben gelingt, das ist für den Windberger Prämonstratenserabt Hermann Josef Kugler eine Frage des Loslassens. Das gilt nicht nur für Eltern, die ihr Kind Schritt für Schritt in ein selbständiges Leben entlassen müssen, sondern für jeden und in jeder Phase des Lebens. Von der Geburt bis zum Tod kommt es darauf an, das, was war, zur rechten Zeit loszulassen und sich auf das einzustellen, was die Zukunft bringt.

Bei einem Besuch auf der Geburtsstation des Klinikums St. Elisabeth, bei einem Spaziergang am Donauufer, auf dem historischen Friedhof und in der romanischen Basilika von St. Peter in Straubing deutet Abt Hermann Josef Kugler den Aschermittwoch als einen Tag, der nach der ausgelassenen Faschingszeit nicht die "Spaßbremse" zieht. Vielmehr will der Aschermittwoch Christen Lebensfreude schenken, indem er sie zu Beginn der Fastenzeit für das sensibilisiert, was ihnen im Leben wirklich wichtig ist, und dabei hilft, das Loslassen neu einzuüben.

Die Sendung ist untertitelt - Bayerntext-Seite 150.

Weiterführende Informationen zum Sprecher der Sendung und zu den Drehorten:

Sprecher der Sendung: Abt Hermann Josef Kugler OPraem

Hermann Josef Kugler ist Abt der Prämonstratenserklöster Windberg in Niederbayern und Roggenburg in Schwaben. In diesem Amt folgte er 2003 mit erst 37 Jahren Thomas Handgrätinger nach, der kurz zuvor zum Generalabt des weltweit vertretenen Ordens mit Sitz in Rom gewählt worden war. Als Administrator steht Abt Hermann Josef seit 2006 außerdem der Abtei Speinshart in der Oberpfalz vor.

Im schwäbischen Lauingen geboren, trat er nach dem Abitur 1985 in die Prämonstratenserabtei Windberg ein. Nach dem Studium der Theologie und Philosophie in Eichstätt und Augsburg und der Priesterweihe 1992 in Windberg wirkte Kugler zunächst vier Jahre als Benefiziumsvikar, dann sieben Jahre als Pfarradministrator in Weißenhorn. Von 1998 bis zu seiner Abtswahl war er außerdem Dekan von Neu-Ulm und von Juli bis November 2003 Regionaldekan der Region Neu-Ulm. 2010 wählte die Deutsche Ordensobernkonferenz Abt Hermann Josef zu ihrem Vorsitzenden.

Kontakt:

Abt Hermann Josef Kugler
Prämonstratenser-Abtei Windberg
Pfarrplatz 22
94336 Windberg

1. Drehort: Die romanische Kirche St. Peter in Straubing

Inmitten eines stimmungsvollen historischen Friedhofs unweit der Donau erhebt sich die romanische Basilika St. Peter, die älteste Kirche von Straubing. Einst siedelten Kelten, Römer und Bajuwaren an diesem erhöht gelegenen Ort im Osten der heutigen Altstadt. In karolingischer Zeit wurde hier über den Resten eines römischen Kastells eine erste Kirche gebaut. Die heutige Peterskirche entstand um 1180 im Auftrag des Augsburger Domkapitels als dreischiffige Pfeilerbasilika.

Sie zählt zu den bemerkenswertesten Bauschöpfungen der Romanik in Südbayern. Reich mit Skulpturen geschmückt sind die Giebelfelder der beiden Portale. Das Hauptportal im Westen zeigt einen Ritter, der mit Schwert und Schild gegen einen Drachen kämpft, das Seitenportal zwei Tiere – vermutlich einen Greifen und einen Löwen. Von der ursprünglichen Ausstattung des Kircheninneren um 1200 hat sich der überlebensgroße romanische Kruzifixus am Chorbogen erhalten.

2. Drehort: Der historische Friedhof um St. Peter

Eine ovale Ringmauer umschließt den historischen Friedhof auf dem Kirchhügel um St. Peter. Schmiedeeiserne Grabkreuze und steinerne Grabdenkmäler unter alten Bäumen zeugen von der Friedhofskultur des Barock und des Klassizismus.

Auf der Südseite der Kirche stehen drei Kapellen: die im Kern wohl noch romanische Kapelle Unserer Lieben Frau mit einem Karner im Untergeschoss, die 1436 als Sühnekapelle erbaute Agnes-Bernauer-Kapelle und die 1486 errichtete Totenkapelle mit einem umfangreichen Zyklus von Totentanz-Gemälden.